Bundeswehr: Pistorius rüstet mit Drohnen auf – neues Regiment soll 500 Kilometer weit reichen

Die Bundeswehr bereitet sich auf eine neue Ära der Kriegsführung vor. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigt ein eigenes Drohnenregiment mit bis zu 600 Angehörigen und Systemen mit großer Reichweite an.

Erstellt von - Uhr

Bundeswehr plant neues Drohnenregiment: Pistorius setzt auf unbemannte Systeme (Foto) Suche
Bundeswehr plant neues Drohnenregiment: Pistorius setzt auf unbemannte Systeme Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Das Drohnenregiment soll 2027 aufgebaut werden
  • Geplant sind Systeme mit Reichweiten bis zu 500 Kilometern
  • Auch Kamikazedrohnen und elektronische Kampfführung gehören zum Konzept

Die Bundeswehr baut ihre Fähigkeiten im Bereich der Drohnen und anderer unbemannter Waffensysteme weiter aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte auf dem Truppenübungsplatz Bergen an, dass im kommenden Jahr ein eigener Verband für diese Systeme entstehen soll.

Bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten

Das geplante Drohnenregiment soll bis zu 600 Angehörige umfassen. Zum Aufgabenspektrum gehören nicht nur fliegende Drohnen. Auch unbemannte Fahrzeuge für den Einsatz am Boden sollen Teil der neuen Einheit werden. Die Reichweite der eingesetzten Systeme soll dabei von sehr kurzer Distanz bis zu 500 Kilometern reichen. Zusätzlich ist eine eigene Einheit für elektronische Kampfführung vorgesehen. Pistorius begründete den Schritt mit den Erfahrungen moderner Kriege. "Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen", sagte der Verteidigungsminister.

Auch Kamikazedrohnen geplant

Zum Arsenal des neuen Verbandes sollen laut "t-online" sogenannte Loitering Munition gehören. Dabei handelt es sich um unbemannte Systeme, die über einem Einsatzgebiet kreisen können und anschließend ihr Ziel angreifen. Entsprechende Systeme werden bei der Bundeswehr derzeit erprobt und sollen ab dem kommenden Jahr bei der Truppe eingesetzt werden. Pistorius erklärte, das neue Regiment solle vor allem vorhandene Fähigkeiten zusammenführen und deren Entwicklung beschleunigen. Neben dem Einsatz von Drohnen spielt dabei auch die Abwehr gegnerischer Systeme eine wichtige Rolle.

Erfahrungen aus dem Ukraine Krieg

Die Bundeswehr richtet ihren Blick bei der Weiterentwicklung ihrer Streitkräfte auch auf die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine. Drohnen haben dort eine große Bedeutung für Aufklärung und Angriffe erlangt. Die Bundeswehr betont zugleich, dass unbemannte Systeme klassische Waffensysteme nicht vollständig ersetzen können.

Auf dem Truppenübungsplatz Bergen werden deshalb verschiedene neue Technologien unter realitätsnahen Bedingungen getestet. Mehr als 40 Rüstungsgüter befinden sich derzeit in unterschiedlichen taktischen Erprobungen. Dabei wird auch geprüft, wie neue Systeme mit der bereits vorhandenen IT-Infrastruktur der Bundeswehr zusammenarbeiten können.

Drohnen werden mit Panzern verknüpft

Für die Landstreitkräfte gewinnt insbesondere das Zusammenspiel zwischen klassischen Kampfverbänden und Drohneneinheiten an Bedeutung. Bei Übungen werden deshalb unter anderem Panzer, Aufklärungsdrohnen, Drohnenabwehr und elektronische Kampfführung miteinander verbunden. Das geplante Regiment soll nach bisherigen Planungen Teil der 10. Panzerdivision werden. Zu deren Verbänden gehört auch die in Litauen stationierte Brigade 45, die eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Nato-Ostflanke spielt. Die Bundeswehr baut ihre Fähigkeiten zur Landes- und Bündnisverteidigung derzeit insgesamt deutlich aus.

Pistorius sieht in der Entwicklung unbemannter Systeme einen wichtigen Bestandteil dieser Neuaufstellung. Bereits heute verfügt die Bundeswehr über spezielle Fähigkeiten zur Drohnenabwehr. Die neue Einheit soll den Einsatz unbemannter Systeme nun zusätzlich bündeln und ausbauen.

Mehr News zum aktuellen Weltgeschehen finden Sie hier:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.