Schock an der Tankstelle: Spritpreise hoch statt runter – Tankrabatt krachend gescheitert

Der Tankrabatt sollte Autofahrer in Deutschland ab heute spürbar entlasten. Doch bereits wenige Stunden nach dem Start am 1. Oktober ist davon nichts mehr zu spüren. Um die Mittagszeit schossen die Spritpreise an den Zapfsäulen massiv in die Höhe.

Erstellt von - Uhr

Der Tankrabatt der Merz-Regierung ist zum Start krachend gescheitert. (Foto) Suche
Der Tankrabatt der Merz-Regierung ist zum Start krachend gescheitert. Bild: picture alliance/dpa | Harald Tittel
  • Tankrabatt krachend gescheitert zum Start am 1. Oktober 2026
  • Spritpreise um 12 Uhr gestiegen, statt zu fallen
  • Frustrierte Deutsche berichten von finanzieller Belastung

Der Tankrabatt der Bundesregierung ist krachend gescheitert. Wie die "Bild" aktuell berichtet, zahlten Autofahrer nur wenige Stunden nach dem Start des Tankrabatts für Benzin und Diesel mehr als am Vortag, ganz ohne Steuersenkung. Indes droht aus Washington bereits die nächste Hiobsbotschaft für den deutschen Spritmarkt.

Weitere aktuelle Politik-Meldungen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Tankrabatt krachend gescheitert zum Start am 1. Oktober 2026

So berichtet die "Bild", dass der Preis für einen Liter E10 in Berlin am Donnerstag um 12 Uhr von rund 2,01 Euro am Vormittag auf 2,26 Euro gestiegen ist. Beim Diesel fiel der Anstieg noch drastischer aus: Von 2,16 Euro sprang der Literpreis auf 2,41 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von mehr als 20 Cent innerhalb kürzester Zeit. Besonders bitter für Autofahrer: Ohne jeglichen Tankrabatt war Benzin am Mittwochmorgen teilweise günstiger zu haben. Ein Liter E10 kostete da laut "Bild" lediglich 2,14 Euro – also weniger als heute mit staatlicher Steuersenkung.

Spritpreise hoch statt runter – Preisexplosion in allen Großstädten

Der Preissprung zur Mittagszeit war kein Berliner Phänomen. In sämtlichen großen Städten zogen die Kosten an der Zapfsäule drastisch an. Die Steuersenkung von rund 17 Cent pro Liter wurde damit an den Zapfsäulen vollständig aufgefressen:

  • In München stieg der E10 von 1,99 Euro auf 2,25 Euro pro Liter, Diesel verteuerte sich von 2,19 auf 2,39 Euro.
  • In Leipzig kletterte der E10 von 1,98 auf 2,25 Euro, Diesel von 2,19 auf 2,40 Euro.
  • In Bremen zahlten Autofahrer um 12 Uhr 2,25 Euro für E10 statt zuvor 2,04 Euro.
  • In Köln lag der Dieselpreis mittags bei 2,41 Euro – nach 2,25 Euro nur eine halbe Stunde zuvor.

Frustrierte Deutsche berichten von finanzieller Belastung

Im Gespräch mit "Bild" klagten einige Autofahrer ihr Leid und machten ihrem Unmut Luft. Eine alleinerziehende Kauffrau aus Wendlingen klagte: "Die Benzinpreise sind brutal. Ich kann mir wegen der hohen Ausgaben für Sprit schon lange keinen Urlaub mehr leisten." Der Tankrabatt ändere am eigentlichen Problem nichts. "Wir werden abgezockt – vom Staat und den Ölkonzernen."

Wirtschaftswissenschaftler pessimistisch - Tankrabatt wird Deutsche nicht entlasten

Ein Berufskraftfahrer aus Erfurt berichtet, dass er aufgrund der horrenden Spritpreise seine Strategie für den Familienurlaub angepasst hat: Er fährt mit halbem Tank an die polnische Ostsee und tankt dort günstig voll. "Den Mineralölkonzernen traue ich nicht", sagte er. Auf der Autobahn beobachte er zunehmend Sparfahrer, die sich bei 80 km/h ausrollen lassen. Auch Experten dämpfen die Hoffnungen, dass der Tankrabatt die Deutschen entlasten wird. Wirtschaftswissenschaftler Florian Neumeier vom ifo-Institut geht davon aus, dass von den 17 Cent Steuersenkung lediglich etwa 15 Cent bei den Verbrauchern ankommen.

US-Präsident Donald Trump droht mit Diesel-Exportverbot gegen Europa

Neben dem Preischaos an den heimischen Tankstellen droht zusätzlicher Druck von außen. US-Präsident Donald Trump fordert die EU auf, ihre strategischen Notfall-Dieselreserven freizugeben, um die weltweit steigenden Kraftstoffpreise zu dämpfen. Sollten die Europäer sich weigern, stellt er laut Nachrichtenagentur "Reuters" ein Exportverbot für amerikanischen Diesel in Aussicht. Für den ohnehin angespannten deutschen Spritmarkt wäre das ein weiterer Rückschlag.

Auch diese aktuellen Politik-Meldungen sind einen Blick wert:

/bua/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.