Hape Kerkeling: "Schämen soll er sich" - Entertainer unter Beschuss nach Rede zu AfD-Verbot
Hape Kerkeling hat sich im Thüringer Landtag für ein AfD-Verbotsverfahren stark gemacht. Doch nach seinem Appell sieht sich der Entertainer mit heftiger Kritik konfrontiert. Im Netz wirft man ihm vor, sich mit seinen AfD-Aussagen lächerlich gemacht und düstere Buchenwald-Szenarien heraufbeschworen zu haben. Doch er erhält auch reichlich Zuspruch.
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais - Uhr
Suche
- Hape Kerkeling unter Beschuss nach AfD-Kritik
- Entertainer macht sich im Thüringer Landtag für AfD-Verbotsverfahren stark
- Kritik an Kerkelings AfD-Aussagen - "Jetzt macht er sich lächerlich"
Entertainer Hape Kerkeling macht sich für ein AfD-Verbotsverfahren stark. Als Enkel eines NS-Opfers wirft er der AfD wegen der Relativierung des Nationalsozialismus Verfassungsfeindlichkeit vor. "Wer die verbrecherische Vergangenheit dieses Landes verharmlost und umdichtet, verwirkt jede politische Daseinsberechtigung in unserer Demokratie", so Kerkeling am Mittwoch (30. September) bei einer Anhörung im Thüringer Landtag in Erfurt. Kerkeling ist nicht der erste Prominente, der die AfD offen kritisiert. Auch Bill und Tom Kaulitz haben sich in der Vergangenheit kritisch bezüglich der Weidel-Partei geäußert.
Weitere aktuelle Politik-Meldungen finden Sie am Ende dieses Textes.
Hape Kerkeling warnt vor der AfD und wirbt für Parteiverbot
Kerkeling beschränkte sich bei seinem Auftritt auf den Umgang der AfD mit der deutschen Geschichte. "Angst, Lügen und Hass waren die Zutaten der nationalsozialistischen Ideologie - und sie sind es heute für die Marschrichtung dieser rechtsextremen Partei", so der Entertainer. "Eine politische Partei, bei der alles möglich ist, und die das zu ihrem Wahlslogan macht, bei denen ist unter Umständen auch Buchenwald möglich", warnte Hape Kerkeling.
Hape Kerkeling unter Beschuss nach AfD-Kritik
Für sein Engagement erhält Hape Kerkeling in den sozialen Netzwerken Zuspruch. "Herr Kerkeling hat doch mit seiner Vorahnung und seiner Überzeugung alles offen gelegt. Was will man denn noch. Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst. Nie wieder ist jetzt", lautet ein zustimmender Kommentar. "Kerkeling hat doch 100% recht", schrieb ein anderer. Doch es regt sich auch massiver Widerstand gegen die AfD-Kritik des Entertainers. Vor allem seine Buchenwald-Aussage sorgt dabei für Empörung:
- "Das einzige was Kerkeling von sich gegeben hat war Verharmlosung der NS Zeit. Wer der AfD unterstellt Buchenwald wieder zu eröffnen hat für mich jede Relevanz verloren."
- "Ich fand Kerkeling noch nie lustig. Jetzt macht er sich lächerlich."
- "Kerkeling dreht frei. Unfassbar, diese Entgleisung. Schämen soll er sich, in Grund und Boden!"
- "Argumente die ein Verbotsverfahren gegen die AfD rechtfertigen könnten lieferte er nicht, dummes Gelaber dafür um so mehr. Kerkeling machte sich nur lächerlich, denn ein Verbotsverfahren hat keine Chance in einem Rechtsstaat."
- "Hape Kerkeling philosophiert im Landtag über die Ängste von Minderheiten vor der AfD und beschwört sogleich die düstersten Buchenwald-Szenarien herauf."
Vorwurf an Kerkeling: Entertainer schwächt durch seine AfD-Kritik, die "Debatte, die er führen will"
Doch nicht jeder Kommentar ging unter die Gürtellinie. Einige Nutzer setzten sich auch sachlich mit Kerkelings AfD-Kritik auseinander. "Ein Verbotsverfahren entscheidet Karlsruhe nach Aktenlage, nicht nach Applaus. Kerkeling darf seine Haltung haben. Als Sachverständiger für ein Parteiverbot taugt er trotzdem nicht. Wer das vermischt, schwächt die Debatte, die er führen will", findet dieser X-Nutzer. "Ironischerweise erschaffen Leute wie Hape Kerkeling mit ihrer Hetze genau das Szenario, vor dem sie warnen - und das doppelt. Zum einen enthemmen sie die Hysterischen weiter und erzeugen ein gewalttätiges Klima, zum anderen erzwingen sie eine immer schärfere Gegenreaktion", lautet ein weiterer Kommentar.
Kaulitz, Hallervorden, Moschner: Promis erheben ihre Stimme gegen die AfD
Die Promi-Kritik an der Weidel-Partei wird zusehends lauter. Vor allem im Vorfeld der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hatten etliche Prominente ihre Stimme gegen die AfD erhoben. Dieter Hallervorden und Ruth Moschner hatten explizit dafür geworben, nicht die AfD zu wählen.
Auch diese aktuellen Politik-Meldungen sind einen Blick wert:
- Klingbeil bittet die Deutschen zur Kasse – so teuer wird die Zuckersteuer
- "Diesen Vergleich heranzuziehen ist unethisch" – Empörung nach Klöckner-Interview
- "Weder sozial noch gerecht" – Lars Klingbeil empört mit Renten-Vorstoß
- "Was für eine Schande" – Robert Habeck erzürnt mit Israel-Aussagen im TV
- "Wirklich einer der dümmsten Sätze" – Innenminister zerlegt Linken-Fraktionschefin im TV
fka/sfx/news.de/dpa
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.