Donald Trump: "Es ist seine Schuld" – Republikaner-Wut auf den US-Präsidenten wächst

Den Republikanern droht ein Wahldebakel bei den Midterms im November. Vor persönlichen Auftritten von Donald Trump in mehreren traditionell konservativen Bundesstaaten wird die Kritik am US-Präsidenten aus den eigenen Reihen immer lauter.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump sorgt mit seiner Politik weiterhin für großen Frust bei den Republikanern. (Foto) Suche
Donald Trump sorgt mit seiner Politik weiterhin für großen Frust bei den Republikanern. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Republikaner in der Defensive vor den US-Zwischenwahlen
  • Donald Trumps persönliche Auftritte sollen Wahldebakel für die "Grand Old Party"in wichtigen Bundesstaaten verhindern
  • Scharfe Kritik am US-Präsidenten innerhalb der Partei wegen drohender Niederlage

Es sind nur noch wenige Wochen bis zu den US-Zwischenwahlen Anfang November und für die Republikaner sieht es momentan gar nicht gut aus: Aufgrund der Unbeliebtheit ihres Präsidenten Donald Trump und dessen Politik droht der Partei, ihre Mehrheit in beiden Kongresskammern zu verlieren, und der Frust in den eigenen Reihen darüber wächst. Das Ruder herumreißen sollen nun persönliche Auftritte des 80-Jährigen in mehreren US-Bundesstaaten.

Donald Trump plant Wahlkampfauftritte in für die Republikaner wichtigen Bundesstaaten

Alabama, Alaska, Ohio und Texas gehören normalerweise zu den Hochburgen der Republikaner. Doch Präsident Trump sieht sich nun offenbar gezwungen, persönlich in diese traditionell tiefroten Bundesstaaten zu reisen, um angeschlagene Parteikandidaten zu stützen. Wie "Politico" berichtet, fürchten republikanische Spender und Parteistrategen seit Monaten, dass weder eine neue Wahlkreiseinteilung noch ein massiver Finanzvorsprung ausreichen werden, um Repräsentantenhaus und Senat vor den Demokraten zu retten. Jeder Wahlkampfauftritt in vermeintlich sicherem Terrain bedeutet jedoch gleichzeitig, dass die "Grand Old Party" (GOP) anderswo nicht in die Offensive gehen kann. Besonders alarmierend ist die Lage in Alaska und Ohio – beides Staaten, die Trump 2024 klar gewonnen hatte. In Alaskas parteiunabhängiger Vorwahl lag der republikanische Amtsinhaber Dan Sullivan rund acht Punkte hinter der Demokratin Mary Peltola.

Wut auf den US-Präsidenten wegen Misere der Partei vor den Zwischenwahlen wächst

Innerhalb der Partei wird offen über die Ursachen der Misere gesprochen. Ein GOP-Funktionär, der mehrere Wahlkämpfe betreut, wurde gegenüber "Politico" deutlich: Trump sei "definitiv der Hauptschuldige". Sein Handelskrieg und der Krieg gegen den Iran hätten Landwirte und die ländliche Bevölkerung massiv getroffen. "Es ist seine Schuld", so das unverblümte Urteil. Eine Person aus dem Umfeld des Weißen Hauses bezifferte die Alarmstufe "auf einer Skala von 1 bis 10" mit "10". Ein ehemaliger Trump-Mitarbeiter fügte hinzu, dass in den vergangenen 18 Monaten "kaum etwas gut gelaufen" sei. "Jetzt versuchen sie, die Blutung zu stoppen."

Vizepräsident J.D. Vance will ebenfalls Debakel bei den Midterms verhindern

Auch Vizepräsident J.D. Vance wird quer durchs Land geschickt, um Brände zu löschen. Diese Woche stehen Texas und Florida auf seinem Programm, zuvor musste er bereits in Kansas für Senator Roger Marshall und in Iowa für den Gouverneurskandidaten Zach Lahn Präsenz zeigen. Ein texanischer GOP-Berater kommentierte die Lage mit drastischen Worten: "Der verdammte Vance war in Kansas ... kein gutes Zeichen. Wir sind überall in der Defensive."

Auch diese News aus den USA könnten Sie interessieren:

/bua/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.