AfD in Sachsen-Anhalt: 44 Prozent sind nicht genug - muss Siegmund sein Versprechen brechen?

Mit 44 Prozent der Stimmen hat die AfD in Sachsen-Anhalt ein Rekordergebnis erzielt – und  steht trotzdem vor einem Problem. Ulrich Siegmund hat seinen Wählern versprochen, keine Kompromisse einzugehen, doch genau das bräuchte er jetzt, um regieren zu können.

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Oliver Kirchner (l-r), Ulrich Siegmund und Tobias Rausch nehmen an einer Pressekonferenz nach der konstituierenden Fraktionssitzung der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt teil. (Foto) Suche
Oliver Kirchner (l-r), Ulrich Siegmund und Tobias Rausch nehmen an einer Pressekonferenz nach der konstituierenden Fraktionssitzung der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt teil. Bild: picture alliance/dpa | Peter Gercke
  • AfD in Sachsen-Anhalt trotz Wahlsieg in der Klemme
  • 44 Prozent sind nicht genug: Muss Ulrich Siegmund sein Versprechen brechen?
  • AfD verfehlt absolute Mehrheit, doch Siegmund will keine Koalitionskompromisse

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat bei den Landtagswahlen am 6. September 2026 mit knapp 44 Prozent ein historisches Ergebnis eingefahren – und steckt trotzdem in der Klemme. Zur absoluten Mehrheit im Magdeburger Landtag fehlen der Partei gerade einmal drei Sitze.

AfD in Sachsen-Anhalt in der Klemme: Muss Ulrich Siegmund sein Wort brechen?

Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der im Wahlkampf eine Regierung ohne jede Koalition und ohne Kompromisse versprochen hatte, steht nun vor einem Dilemma: Entweder er bricht sein zentrales Versprechen oder er regiert gar nicht.

Neuwahlen, die Co-Fraktionschef Oliver Kirchner öffentlich als Alternative ins Spiel bringt, gelten parteiintern als hochriskant. Der Wahlkampf war ein über drei Jahre geplanter Kraftakt, der 350.000 zusätzliche Wähler mobilisierte – rund die Hälfte davon ehemalige Nichtwähler. Dieses Kunststück kurzfristig zu wiederholen, halten die Strategen in Berlin und Magdeburg laut "T Online" für kaum realistisch.

Wie geht es in Sachsen-Anhalt weiter? AfD hofft auf Abweichler der CDU

Zwei Wege zur Mehrheit bleiben der Partei: Entweder einzelne CDU-Abgeordnete wechseln die Seiten oder das BSW mit seinen fünf Mandaten lässt sich auf eine Zusammenarbeit ein. Sämtliche 15 CDU-Parlamentarier schließen einen Übertritt bislang kategorisch aus.

Mit dem BSW hingegen laufen bereits erste Sondierungsgespräche – doch dessen Spitzenkandidatin Claudia Wittig lehnt eine Koalition ab und drängt stattdessen auf einen parteilosen Ministerpräsidenten sowie wechselnde Mehrheiten. Ein Modell, das Siegmund bisher stets zurückgewiesen hat.

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