Merz-Zoff bei "Maischberger": "Politische Existenz hängt am seidenen Faden" – Kanzler unter massivem Druck
Acht CDU-Ministerpräsidenten schreiben ihrem Kanzler einen Solidaritätsbrief und erwähnen seinen Namen kein einziges Mal. Bei "Maischberger" wurde am Mittwochabend schmerzhaft deutlich, wie tief die Krise um Friedrich Merz wirklich reicht.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- CDU-Ministerpräsidenten stellen sich demonstrativ hinter Friedrich Merz
- Thorsten Frei spricht von "sehr schwierigen Phase", weist Forderungen nach zusätzlichen Loyalitätsbekundungen zurück
- Bei "Maischberger" warnt René Pfister: "Seine politische Existenz hängt am seidenen Faden"
Kurz vor den mit Spannung erwarteten Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag kriselt es in der Union gewaltig. Bei "Maischberger" wurde am Mittwochabend deutlich, wie nervös die Lage rund um Friedrich Merz tatsächlich ist. Unionsfraktionschef Thorsten Frei und der Grünen-Politiker und Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour stellten sich den Fragen der Moderatorin zu Koalitionsstreit, Reformstau und sinkenden Umfragewerten.
Besonders brisant: Acht CDU-Ministerpräsidenten sahen sich gezwungen, dem Bundeskanzler in einem gemeinsamen Schreiben demonstrativ den Rücken zu stärken – ein Vorgang, der weniger nach Stärke als nach akuter Schadensbegrenzung klingt. Dass in dem Brief der Name Merz kein einziges Mal auftaucht und CSU-Chef Söder seine Unterschrift verweigerte, machte die Sache nicht weniger pikant.
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"Maischberger" am 16.09.2026: Wirbel um Solidaritätsbrief ohne Namen
Der gemeinsame Brief der acht christdemokratischen Landesregierungschefs sorgte in der ARD-Talkshow für reichlich Gesprächsstoff. Frei versuchte, die Aufregung um das fehlende Namenskürzel zu entschärfen: "Es gibt nur einen Bundeskanzler, der heißt Friedrich Merz, und der ist adressiert in diesem Brief." Die Kritik an der anonymen Formulierung nannte er schlicht "Haarspalterei". Die anwesenden Journalisten sahen das deutlich anders. "Spiegel"-Auslandskorrespondent René Pfister bezeichnete das Schreiben als "Beruhigungspille" bis zum Wahltag. TV-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt staunte über den unpersönlichen Ton und stellte fest, einen solchen Vorgang habe es historisch noch nie gegeben. Besonders die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten kritisierte er scharf: Sie hätten sich gegenüber Merz und der Bundesregierung illoyal verhalten, indem sie den mühsam ausgehandelten Rentenkompromiss der schwarz-roten Koalition öffentlich infrage stellten.
Friedrich Merz in schwieriger Phase – aber kein Grund zur Panik?
Ganz ausblenden konnte Frei die Krise allerdings nicht. Die aktuelle Situation sei "eine sehr schwierige Phase", gestand der Fraktionsvorsitzende ein. Miserable Umfragewerte und enttäuschende Wahlergebnisse hinterließen ihre Spuren in Partei und Fraktion und sorgten für "schwierige Diskussionen". Dennoch wehrte sich Frei gegen die Forderung nach expliziten Loyalitätsbekundungen aus der Bundestagsfraktion. Dort rumort es bekanntlich ebenfalls kräftig. So etwas sei schlicht "nicht notwendig". Stattdessen lenkte er konsequent auf die Sachebene um: Der Reformdruck sei "so groß wie selten zuvor", das Land leide unter einem enormen Investitionsstau. Und dann das große Lob für seinen Kanzler: "Friedrich Merz hat den Mut, gemeinsam mit seiner Regierung diese Aufgaben anzugehen und zu lösen!" Verschiedene Kanzler hätten schließlich schon ähnlich harte Zeiten durchgestanden.
Grünen-Politiker Nouripour warnt: "Das Land kann sich das nicht leisten"
Deutlich direkter als der Unionsfraktionschef wurde Grünen-Politiker Omid Nouripour in seiner Diagnose. Die schwarz-rote Koalition habe ein fundamentales Disziplinproblem: "Das ist eine Koalition, die ihre Leute nicht komplett im Griff hat, und das ist ein Riesenproblem." Der Bundestagsvizepräsident weiß, wovon er spricht. Schließlich erlebte er das Gleiche in der Ampel-Regierung hautnah mit. Als damals FDP-Vize Wolfgang Kubicki öffentlich den Rücktritt von Robert Habeck forderte, habe das "niemandem geholfen". Aus den eigenen Fehlern müsse die aktuelle Regierung nun die richtigen Schlüsse ziehen, forderte Nouripour eindringlich: "Wir haben es falsch gemacht, die müssen es besser machen. Das Land kann sich nicht leisten, dass keine Regierung mehr vier Jahre hält." Die Koalition müsse sich schlicht "am Riemen reißen".
Zukunft von Friedrich Merz "am seidenen Faden"
Das Journalisten-Panel der Sendung zeichnete ein weitaus düstereres Bild als der Fraktionschef. René Pfister vom "Spiegel" brachte es auf den Punkt: "Seine politische Existenz hängt am seidenen Faden." Hubertus Meyer-Burckhardt riet dem Kanzler zwar zum Durchhalten und sah die Chance auf einen "Gerhard-Schröder-Moment", aus dem Merz gestärkt hervorgehen könne, beschrieb ihn zugleich aber als Getriebenen, um den eine Art "Jagdfieber" entstanden sei.
Besonders alarmierend für die Union: In Mecklenburg-Vorpommern droht bei jungen Wählerinnen und Wählern ein Desaster. ZDF-Moderatorin Victoria Reichelt berichtete, die CDU kratze in dieser Altersgruppe an der Fünfprozenthürde. Die junge Generation fühle sich von Merz generell kaum wahrgenommen. Ein Befund, der weit über den Wahlsonntag hinausreicht.
Die komplette Ausgabe von "Maischberger" können Sie in der ARD-Mediathek abrufen.
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