Friedrich Merz: "Deutschland kann das. Ohne Sie." Merz' Zuversichts-Rede geht nach hinten los

Friedrich Merz wollte beim BGA-Unternehmertag Zuversicht verbreiten und seine Reformagenda verteidigen. Doch im Netz kommt der Appell ganz anders an: Auf seine Worte folgt eine Welle der Kritik.

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Friedrich Merz verkündet Zuversicht - und lässt die Wut im Netz erneut hochkochen. (Foto) Suche
Friedrich Merz verkündet Zuversicht - und lässt die Wut im Netz erneut hochkochen. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Merz wirbt beim BGA für Reformen, Handelspartnerschaften und Zuversicht
  • Wegen der hohen Spritpreise kündigt der Kanzler Entlastungen an
  • In den Kommentaren hagelt es Kritik an Merz' Zuversichts-Appell

Friedrich Merz wollte Mut machen – doch bei vielen Social-Media-Nutzern löst seine Rede vor allem eines aus: Kopfschütteln. Beim Unternehmertag des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) warb der Kanzler für Reformen, neue Handelspartnerschaften und mehr Verteidigungsfähigkeit. Gleichzeitig kündigte er angesichts der hohen Spritpreise Entlastungen an. Konkrete Maßnahmen nannte er zunächst nicht.

Friedrich Merz beschwört Zuversicht – doch das Netz reagiert spöttisch

Der Kanzler, der zuletzt immer wieder heftige Kritik einstecken musste, wollte bei seinem Auftritt deutlich machen: Deutschland stehe vor großen Herausforderungen, könne diese aber bewältigen. Seine Rede beim BGA-Unternehmertag am 15. September 2026 drehte sich unter anderem um die wirtschaftliche Transformation und die Frage, wie Deutschland wieder wettbewerbsfähiger werden kann.

Dabei gab sich Merz kämpferisch, wie ein bei Instagram veröffentlichtes Video deutlich macht. Wörtlich sagte er:

  • "Die Transformation unserer Wirtschaft findet also statt. Die Botschaft ist: Das kann gelingen. Deutschland kann das."
  • "Meine Damen und Herren, die Bundesregierung wird deshalb weiterhin ihren Auftrag erfüllen und diese Probleme anpacken. Aber auch das will ich abschließend hinzufügen: Ich schaffe das nicht allein. Auch die Bundesregierung schafft das nicht allein. Das schaffen wir nur gemeinsam."
  • "Sie in der Außenwirtschaft leisten bereits einen großen Beitrag. Wir in der Bundesregierung arbeiten daran, dass Sie Ihre Stärken noch besser entfalten können."
  • "Gehen wir diesen Weg! Gehen wir ihn mit Zuversicht, auch mit Demut angesichts der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, aber gehen wir ihn mit der Zuversicht, die unser Land in schwierigen Zeiten immer stark gemacht hat! Ich jedenfalls gebe diese Zuversicht nicht auf."

Kritiker rechnen mit dem Kanzler ab: Merz' Zuversichts-Appell geht nach hinten los

Mit seiner Botschaft trifft Merz allerdings nicht bei allen auf Zustimmung. In den Kommentaren zu seinem Social-Media-Auftritt finden sich zahlreiche kritische Reaktionen.

"Wäre ganz schön einen Kanzler zu haben, mit dem mehr als zehn Prozent der Leute glücklich sind", lästert ein Kritiker. Ein anderer Nutzer schreibt: "85 Prozent wollen keinen Kanzler Merz mehr haben".

Auch Merz' Appell an die gemeinsame Kraftanstrengung sorgt für Spott: "Die Regierung arbeitet weiter daran. Ja die arbeiten weiter daran das den Bach noch weiter runter geht!", heißt es in einem Kommentar. Besonders deutlich fällt eine weitere Reaktion aus: "Deutschland kann das. Ohne Sie."

Spritpreise werden für Merz zum Problem

Dabei hatte der Kanzler bei seinem Auftritt auch ein Thema angesprochen, das viele Menschen unmittelbar betrifft: die explodierenden Spritpreise. Merz erklärte, für viele Menschen, die täglich auf das Auto angewiesen seien, sei eine Belastungsgrenze erreicht. Er kündigte an, dass die Bundesregierung sehr bald einen Vorschlag für Entlastungen vorlegen wolle. Welche konkrete Maßnahme kommen soll, war zunächst offen.

Gerade daran entzündet sich in den Kommentaren weitere Kritik. "Wenn ich an die Tankstelle fahre, verlässt mich die Zuversicht. Wenn ich auf die Abgaben meines Lohnzettels schaue ebenfalls. Und bei angekündigten weiteren Erhöhungen von Steuern und Abgaben - arbeiten bis 70 - kann man wohl kaum zuversichtlich sein. Wie kann man so weit von der Realität entfernt sein?", schreibt ein weiterer Nutzer.

Merz dürfte damit erneut erfahren haben, wie schwer sich politische Zuversicht vermitteln lässt, wenn gleichzeitig hohe Lebenshaltungskosten und insbesondere die Spritpreise den Alltag vieler Menschen belasten. Seine angekündigten Entlastungen sollen nun zeitnah konkretisiert werden.

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