Benzinpreis außer Kontrolle: Rufe nach Spritpreis-Deckel werden lauter - wie können Autofahrer sparen?
2,273 Euro für einen Liter Super E10 – so viel mussten deutsche Autofahrer noch nie bezahlen. Experten warnen: Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen, könnte Diesel sogar auf 3 Euro pro Liter klettern. Ist ein Spritpreisdeckel der Ausweg?
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Spritpreis geht durch die Decke - knackt Diesel bald die 3-Euro-Marke?
- Lage im Nahen Osten macht Benzinpreis-Entwicklung unberechenbar
- Wie können Autofahrer trotzdem sparen?
Der Benzinpreis in Deutschland hat einen historischen Höchststand erreicht. Wie der ADAC am 14. September mitteilte, lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für einen Liter Super E10 am Sonntag bei 2,273 Euro. Damit wurde der bisherige Rekordwert aus dem März 2022 geknackt.
Spritpreis bricht alle Rekorde: E10 und Diesel so teuer wie nie
Auch beim Dieselkraftstoff zogen die Preise weiter kräftig an. Laut ADAC mussten Autofahrer am Sonntag 2,404 Euro pro Liter bezahlen. Noch Anfang August kostete eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel etwa 108 Euro – am vergangenen Wochenende waren es bereits bis zu 120 Euro. Tanken entwickelt sich damit zunehmend zur finanziellen Belastung für Millionen Autofahrer. Und Experten befürchten, dass die Preisspirale sich in den kommenden Tagen noch weiter nach oben drehen könnte.
Huthi-Angriffe auf wichtige Ölrouten heizen den Preisanstieg an
Haupttreiber der Entwicklung ist die verschärfte Lage im Nahen Osten. Erneute Attacken der Huthi-Miliz im Jemen gefährden zentrale Transportwege für saudisches Öl. Wenn weniger Rohöl sicher verschifft werden kann, schlägt sich das unmittelbar an den Zapfsäulen nieder.
Die europäische Referenzsorte Brent notierte am Freitag zum Handelsschluss bei rund 105 Dollar pro Barrel. Seitdem ruhte der Ölhandel über das Wochenende. Die jüngste Eskalation ist in den aktuellen Kursen also noch gar nicht berücksichtigt.
Erst am 14. September zeigt sich, wie stark die Märkte auf die neuen Spannungen reagieren. Sollte der Ölpreis weiter klettern, dürften die Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen in den kommenden Tagen erneut spürbar anziehen.
Benzinpreis geht durch die Decke - Knackt Diesel bald die 3-Euro-Marke?
ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski hält selbst einen Dieselpreis von 3 Euro pro Liter für möglich. Sollte der Ölpreis längere Zeit oberhalb von 110 Dollar je Barrel verharren, rücke diese Schwelle "leider gefährlich nahe", so der Ökonom. Beim Benzin wären in diesem Szenario etwa 2,50 Euro pro Liter fällig. Konkret bedeutet das: Eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel würde dann 150 Euro kosten – fast 28 Euro mehr als beim bisherigen bundesweiten Tagesrekord von 2,45 Euro im April. Benzinfahrer müssten mit 125 Euro für dieselbe Menge rechnen.
Diesel ist dabei besonders anfällig für Preissprünge. Deutschland ist bei diesem Kraftstoff stärker auf Einfuhren angewiesen als bei Benzin. Gleichzeitig herrscht auf dem Weltmarkt eine Knappheit bei fertigem Diesel.
Rufe nach Spritpreisdeckel spalten die Politik
Angesichts der Rekordpreise wird der Ruf nach staatlichen Eingriffen lauter. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verlangt die Einführung eines Spritpreisdeckels. Seiner Vorstellung nach soll der Staat eine Obergrenze festlegen, die an den Zapfsäulen nicht überschritten werden darf. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erteilt diesem Vorschlag jedoch eine klare Absage. Einen staatlich verordneten Höchstpreis lehnt sie ab.
ING-Chefvolkswirt Brzeski bringt stattdessen eine andere Maßnahme ins Spiel: Über Steuersenkungen könnte der Staat den Preisanstieg abfedern. Ein solcher Schritt hätte laut dem Ökonomen einen zusätzlichen Vorteil – er würde die erheblichen Preisunterschiede zu Nachbarländern wie Polen verringern.
Spritpreis völlig außer Kontrolle: So können Autofahrer trotzdem sparen
Wer an der Zapfsäule nicht mehr als nötig bezahlen will, sollte den richtigen Zeitpunkt wählen. Der ADAC empfiehlt, möglichst kurz vor 12 Uhr mittags zu tanken und die Preise verschiedener Stationen zu vergleichen. Beim Diesel lag die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten Tageszeitpunkt zuletzt bei 18,4 Cent pro Liter – bei einer 50-Liter-Füllung macht das einen Unterschied von 9,20 Euro.
Grundsätzlich gilt an den Tankstellen ein bekanntes Muster: Steigt der Rohölpreis, klettern die Spritkosten rasant nach oben. Sinkt er wieder, geben die Tankstellen den Rückgang deutlich langsamer weiter. Dieses Phänomen bezeichnet der ADAC als "Rakete-Feder-Prinzip" – die Preise schießen hoch wie eine Rakete, fallen aber nur so langsam wie eine Feder.
Weitere Beiträge zum Thema haben wir hier zusammengefasst:
- Bis zu 30 Euro mehr - warum deutsche Autofahrer so drastisch draufzahlen
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- Autofahrer schützen - kommt jetzt der Spritpreisdeckel?
- "Relativ gesehen gar nicht so hoch" - US-Präsident entsetzt mit Benzinpreis-Aussage
- Abzocke an der Zapfsäule? Neue Regel macht Tanken noch teurer
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