Donald Trump: US-Präsident nach Spritpreis-Jubel durch Google Maps vorgeführt

Donald Trump will mit einer Benzin-Aktion die hohen Spritpreise in den USA drücken. Die Realität holt den US-Präsidenten ein. Eine Tankstelle wird als Vorzeigeobjekt bejubelt. Doch Google Street View zeigt ein anderes Bild.

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Google Street View zeigt ein anderes Bild von Benzinpreisen als es Trumps Regierung vermittelte. (Foto) Suche
Google Street View zeigt ein anderes Bild von Benzinpreisen als es Trumps Regierung vermittelte. Bild: picture alliance/dpa/AP photo | Alex Brandon
  • Donald Trump freut sich über "Freedom Fuel"-Aktion
  • Google Street View deckt Preisunterschied auf
  • Von Trump an einer Tankstelle angepriesene Preise sind faktisch eine Preiserhöhung

Die Benzinpreise sind aufgrund des Iran-Krieges angestiegen. Dagegen hat Donald Trump die Aktion "Freedom Fuel" ins Leben gerufen. Der Account des Weißen Hauses Rapid Response präsentierte am Mittwoch (8. Juli) stolz eine Tankstelle des Billiger-Sprit-Netzwerks in Philadelphia, die mit einem Preis von 3,47 Dollar pro Gallone angeblich rund 40 Cent unter dem Durchschnitt des Bundesstaates Pennsylvania liege. Doch historische Aufnahmen von Google Street View erzählen eine andere Geschichte.

Google entlarvt Donald Trumps Benzinpreis-Jubel

Wie "The Daily Beast" berichtet, zeigen archivierte Straßenansichten der Tankstelle an der 3101 N. Broad Street einen deutlich niedrigeren Preis aus der Vergangenheit. Im April 2025 – gerade einmal drei Monate nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit – kostete die Gallone dort lediglich 3,05 Dollar. Der vermeintliche Rabatt entpuppt sich damit als Preisaufschlag von 42 Cent gegenüber dem Vorkriegsniveau. Weitere historische Bilder der Tankstelle dokumentieren Preise, die durchweg auf dem Niveau des aktuellen Sonderangebots lagen oder sogar darunter.

Teurer Sprit an US-Tankstellen: Trumps Wahlversprechen trat nicht ein

Der 80-jährige US-Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, die Benzinpreise auf unter zwei Dollar pro Gallone zu drücken. Nach seinen Militärschlägen gegen den Iran vor über vier Monaten schossen die Preise jedoch in die Höhe. Der landesweite Durchschnitt erreichte im Mai einen Spitzenwert von 4,56 Dollar und liegt laut AAA derzeit bei etwa 3,85 Dollar.

Trump bewirbt Benzin-Aktion

Trump verkündete das "Freedom Fuel Network" am 1. Juli auf Truth Social. 25 Tankstellen im Großraum Philadelphia sollten ihre Preise anlässlich des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit senken. "Dieser Händler geht voran, und andere sollten folgen. Sie tun dies, weil sie die USA lieben", schrieb der Republikaner. Die Benzinpreise würden bald wieder auf das Rekordtief zurückkehren, das die Amerikaner vor der "sehr erfolgreichen Exkursion" im Iran genossen hätten.

Das Weiße Haus beantwortete keine Fragen zu den historischen Preisaufnahmen und erklärte auch nicht, wie die ausgewählten Tankstellen Benzin deutlich unter Marktpreis verkaufen können. Erneute Luftangriffe zwischen den USA und dem Iran in dieser Woche drohen die Preise abermals steigen zu lassen.

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