Marc Rutte: "Unterwürfiges Auftreten" - Nato-Chef weicht Reporterfrage zu Trump aus
Mark Rutte blieb einem Journalisten während des Nato-Gipfels eine Antwort schuldig, wie er seinen "Selbstrespekt" behält, wenn Trump wütet. Der Nato-Generalsekretär umschiffte die Frage und verlor sich in Lob für den US-Präsidenten.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Dänischer Reporter konfrontiert Mark Rutte mit seiner Einstellung zu Trumps Aussagen auf dem Nato-Gipfel
- Nato-Chef weicht Frage aus und lobt den US-Präsidenten
- Rutte wird für seine Einstellung gegenüber dem 80-Jährigen kritisiert
US-Präsident Donald Trump bot auf dem Nato-Gipfel eine Menge Zündstoff. Er brüskierte europäische Verbündete und griff Spanien sowie Grönland an. Dem auf Krawall gebürsteten US-Präsidenten begegnete Mark Rutte wohlwollend. Wie kann der Nato-Generalsekretär dabei "Selbstrespekt" aufweisen, wollte ein Journalist von ihm wissen.
Mark Rutte mit Frage zu seinem Verhalten gegenüber Trumps-Demütigungen konfrontiert
Bei einer Pressekonferenz fragte der Mann, den das Nachrichtenportal "Nexta" als dänischen Journalisten bezeichnete, zu seinem Verhalten gegenüber dem US-Präsidenten. "Sie sitzen neben Trump, wenn er davon spricht, Grönland zu übernehmen oder Verbündete wie Spanien öffentlich zu demütigen. Beeinträchtigt es nicht Ihren Selbstrespekt, wenn Sie einfach nur dasitzen und nichts sagen?", fragte der Reporter.
Lob für Trump - Nato-Chef lässt Reporterfrage unbeantwortet
Rutte wich der Frage aus und richtete lobende Worte an Trump. "Was ich immer anerkenne, wenn Lob angebracht ist, und ich finde, wir sollten Donald Trump dafür loben, dass die NATO so viel stärker geworden ist gegenüber der russischen Bedrohung und dem Ukraine-Krieg", sagte er und fügte hinzu: "Das hängt jedoch in hohem Maße damit zusammen, dass Donald Trump nun endlich dafür sorgt, dass die Vereinigten Staaten – seit Eisenhower – versuchen, die Ausgaben zwischen den USA und Europa auszugleichen." Das mache Europa stärker. Somit werden die USA zu einem relevanten Partner für Europa. Rutte verwies auf die Errungenschaften in Den Haag.
Danach ging er auf Grönland ein. Er habe zu Trump gesagt, dass er ihm zustimme, wenn es darum gehe, dass Russland und China versuchen würden, Zugang zum hohen Norden zu bekommen. Rutte machte Trump aber klar: Es funktioniere nur gemeinsam.
‼️ A Danish journalist confronted NATO Secretary General Mark Rutte with a blunt question
— NEXTA (@nexta_tv) July 9, 2026
"You sit next to Trump when he talks about taking over Greenland or publicly humiliates Spain. Doesn't it affect your self-respect when you just sit there and say nothing?" the journalist… pic.twitter.com/UHgeGNq1Tc
Rutte für unterwürfiges Verhalten kritisiert
Auf der Plattform X störten sich viele Nutzer daran, dass Rutte die Frage nicht beantwortete. Für einige ist klar: Der Nato-Generalsekretär zeige sich Trump gegenüber unterwürfig. Sogar Markus Lanz sprach Ruttes Verhalten gegenüber Trump in seiner gleichnamigen ZDF-Sendung an.: 
- "Ruttes Antwort war knapp und emotionslos – ich bin beeindruckt."
- "Ich habe diese Frage live verfolgt – eine fantastische Frage und großartiger Journalismus. Seine Antwort war typisch für einen Mann, der sich vor Leuten wie Trump verbeugt."
- "Rutte, wahrer Meister in der Kunst, eine Frage nicht zu beantworten."
- "Ruttes Schweigen und sein unterwürfiges Auftreten sind offensichtlich, wann immer er in Trumps Nähe ist – eine Strategie, um ihn zu beschwichtigen. Anstatt Trump offen wegen seiner Angriffe auf Spanien oder seiner Ansprüche auf Grönland zur Rede zu stellen. Muss er sich wirklich auf Schmeichelei und Unterwürfigkeit verlassen, nur um das Engagement der USA für das Bündnis aufrechtzuerhalten?"
Trumps Attacken blieben von einem der wichtigsten Männer in der Nato unkommentiert. Vielmehr verhielt sich Rutte wohlwollend. Ob er nicht anecken und weitere verbale Eskalationen des 80-Jährigen verhindern wollte? Klar ist: Rutte gilt als Trump-Versteher, der sich ihm gegenüber bislang nicht kritisch zeigte. Der US-Präsident ging mit lobenden Worten für Rutte aus dem Treffen: Er habe "fantastische Arbeit" geleistet. "Er ist einer, der vereint."
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bos/news.de/dpa
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