Markus Lanz: Lanz verspottet Nato-Chef nach Auftritt mit Donald Trump

Nach dem Auftritt von Mark Rutte an der Seite von US-Präsident Donald Trump verspottete Markus Lanz diesen als "Infantino der Nato". Der ZDF-Talker fragte vielsagend, wie dick die "Schleimspur" bei Trump aussehen müsse.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Markus Lanz (Foto) hat in seiner ZDF-Talkshow über Nato-Boss Mark Rutte gespottet. (Foto) Suche
Markus Lanz (Foto) hat in seiner ZDF-Talkshow über Nato-Boss Mark Rutte gespottet. Bild: picture alliance/dpa/ZDF | Markus Hertrich
  • Markus Lanz spottet in ZDF-Talkshow über Nato-Chef
  • Markus Lanz fragt nach der "Schleimspur" bei Donald Trump
  • Lanz-Spott abgewiesen: Nur Rutte verhindert Trump-Katastrophe

In der ZDF-Talkrunde von Markus Lanz bekam Nato-Generalsekretär Mark Rutte den Unmut zu spüren, der sich in Europa gegen US-Präsident Donald Trump aufgestaut hat. Anlass war der Nato-Gipfel in Ankara, bei dem Rutte an der Seite Trumps, dessen Auftreten jüngst von einem Insider zerlegt wurde, zu sehen war. Der ZDF-Talkmaster selbst lieferte einen bissigen Kommentar.

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Markus Lanz spottet in ZDF-Talkshow über Nato-Chef

Die Sendung drehte sich um eine brisante Frage: Wie viel Unterwürfigkeit darf sich Europa gegenüber Trump erlauben, um die transatlantische Allianz nicht zu gefährden? Während Trump den Niederländer Rutte beim Gipfel als "großartigen Mann" lobte, den man zu schätzen wisse, diskutierte die Runde über das heikle Spannungsfeld zwischen diplomatischer Notwendigkeit und europäischer Selbstachtung. Markus Lanz frotzelte:

  • "Rutte ist ein bisschen der Infantino der Nato", sagte er und zog damit eine Parallele zum umstrittenen Fifa-Chef, dem eine besonders innige Trump-Beziehung nachgesagt wird.

Markus Lanz fragt nach der "Schleimspur" bei Donald Trump

Den Ton der Debatte setzte Lanz mit einer provokanten Frage an Sicherheitsexperte Nico Lange. Er habe gesagt, die zentrale Frage beim Gipfel werde lauten, wie freundlich man zu Trump sein müsse - oder eben, wie dick die Schleimspur ausfalle. Lange legte nach und zitierte aus dem britischen "Economist":

  • "Wenn der Preis die Würde und Selbstachtung von Mark Rutte ist, dann ist das okay."
  • Diese Formulierung brachte den Talkmaster zum Lachen.

Der Sicherheitsexperte machte seine Kritik konkret: Man habe manchmal das Gefühl, Rutte sitze daneben, während Trump Spanien attackiere, mit Handelskriegen drohe oder Grönland für Amerika beanspruche. Ironisch äußerte Lange, er hätte sich gewünscht, man lasse Trump in Ankara auch einmal abreisen. Doch er räumte ein:

  • "Der Nato-Gipfel ist ja kein ehrliches Gespräch, sondern es geht darum, Trump bei Laune und die Amerikaner dabei zu halten. Das ist ja auch in unserem Interesse."

Warnung vor Wladimir Putins Drohnen-Terror

Doch hinter dieser diplomatischen Gratwanderung steht eine ernste sicherheitspolitische Lage, wie Lange betonte. Europa müsse sich mit der Frage auseinandersetzen, wie es seine Verteidigung eigenständig organisieren könne, da man sich auf die Vereinigten Staaten nicht mehr verlassen könne. Besonders dringlich sei die Frage, wie Kapazitäten ersetzt werden könnten, die bislang ausschließlich die Amerikaner liefern.

Der russische Präsident Wladimir Putin habe quasi am Nato-Gipfel "teilgenommen", indem er an drei aufeinanderfolgenden Tagen Hunderte Drohnen und ballistische Raketen auf Kiew abfeuern ließ. In der ukrainischen Hauptstadt existiere mittlerweile keine Verteidigung mehr gegen ballistische Geschosse, so Lange. Auch Europa selbst habe erhebliche Schwierigkeiten bei der Abwehr von Drohnen und ballistischen Raketen.

Lanz-Spott abgewiesen: Nur Rutte verhindert Trump-Katastrophe

Nicht alle Teilnehmer der Runde teilten die kritische Haltung gegenüber dem Nato-Chef. "Handelsblatt"-Journalistin Annett Meiritz verteidigte Ruttes Vorgehen mit dem Hinweis, dass es um den Erhalt der Verbindung zu den Amerikanern gehe - und zwar aus nachvollziehbaren Gründen. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter ergänzte mit einer pragmatischen Warnung: Man müsse sehr genau einschätzen, was bei Trump zu erreichen sei und was nicht.

Meiritz widersprach auch Lanz' spöttischem Infantino-Vergleich direkt. Sie charakterisierte Rutte als denjenigen, der immer wieder verhindere, dass Situationen vollständig eskalierten. Aus europäischer Perspektive sei der Niederländer die entscheidende Verbindung zu Trump, durch die sich das Schlimmste abwenden lasse.

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