Donald Trump: US-Präsident begründet Fifa-Anruf - Empörung nach Schiri-Kritik

US-Präsident hat seinen Anruf bei der Fifa gerechtfertigt, nachdem die Rotsperre gegen US-Kicker Balogun ausgesetzt wurde. Im Weißen Haus lieferte er eine Erklärung. Danach folgte eine Welle der Entrüstung.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump rechtfertigte seinen Anruf bei der Fifa mit einer Kritik an der Entscheidung des Schiedsrichters. (Foto) Suche
Donald Trump rechtfertigte seinen Anruf bei der Fifa mit einer Kritik an der Entscheidung des Schiedsrichters. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Donald Trump rechtfertigt Anruf bei der Fifa
  • Rotsperre gegen US-Kicker Balogun wurde aufgehoben: US-Präsident forderte Überprüfung
  • Trump wettert gegen Schiedsrichter
  • Der 80-Jährige wird nach Aussagen scharf kritisiert, Belgien wehrt sich

Während der Fußballweltmeisterschaft entsetzt ein Skandal um eine Entscheidung der Fifa die ganze Welt. Grund dafür ist die Aussetzung der Rotsperre für US-Nationalspieler Folarin Balogun. Das alleine löste nicht die Empörung aus. Donald Trump soll zum Hörer gegriffen und Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben. Darüber berichteten zunächst die "New York Times" und die Nachrichtenagentur AP. Jetzt bestätigte der US-Präsident, die Fifa um eine Überprüfung der Schiri-Entscheidung gebeten zu haben.

Fifa-Skandal um Balogun - Donald Trump forderte Überprüfung

Im Weißen Haus ging es eigentlich um die Eröffnung des Aktienmarktes durch Donald Trump. Nachdem der US-Präsident die Glocke läutete, sprach er zu Pressevertretern. Dabei redete er offen über den Fall Balogun. "Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war".

Zwei "großartige Athleten" seien zusammengestoßen und hätten sich ineinander verhakt, interpretierte Trump den Vorfall beim Sechzehntelfinale des US-Teams gegen Bosnien-Herzegowina. "Das war kein Fall, in dem jemand zugeschlagen hat, was, wie Sie wissen, etwas anderes wäre."

US-Präsident ätzt gegen Schiedsrichter - Trump zeigt sich wegen roter Karte ahnungslos

Donald Trump machte dabei deutlich, dass er die Entscheidung des Schiedsrichters anders sah und sparte nicht an Eigenlob:

  • "Ich habe den Spielzug gesehen, und ich bin jemand, der Sport liebt ... das war kein Foul. Das war nicht einmal eine Verletzung ... dieser Schiedsrichter, der ein bisschen verdächtig ist, wenn man seine Vergangenheit überprüft. Er hat einen Entscheid getroffen, den niemand glauben konnte ... er ist unser bester Spieler oder einer unserer besten Spieler. Und er hat ihm eine rote Karte gegeben. Ich wusste nicht, was das bedeutet."

Trumps Fußball-Unwissenheit und Schiri-Kritik empören

Donald Trumps Aussagen wurden auf der Plattform X unter einem Beitrag des Journalisten Aaron Rupar und einem Re-Post des Weißen Hauses zum Gesprächsthema. Ein empörter Nutzer geht soweit, dass er sogar den Ausschluss der US-Nationalmannschaft von der WM fordert: "Die USA sollten wegen dieser Blamage aus der Weltmeisterschaft ausgeschlossen werden. Als hätte Trump nicht schon unsere Wirtschaft ruiniert – jetzt ruiniert er auch noch unseren Sport. Natürlich würde Infantino es nicht wagen, die USA auszuschließen. Ein Haufen Betrüger."

Viele kritisierten den US-Präsidenten vor allem für seine Unkenntnis über die Fußballregeln und seinen Umgang mit dem Schiedsrichter:

  • "Er skizziert offen seine Korruption und die Tatsache, dass er keine Ahnung von den Regeln hat. Was für eine Schande!"
  • "Er kritisiert einen FIFA-Schiedsrichter offen – er bezeichnet ihn als "verdächtig" und spielt auf dessen Vergangenheit an. Das ist inakzeptabel – und die FIFA sollte sich für ihre Schiedsrichter einsetzen."
  • "Wir alle wollen, dass unsere Mannschaft gewinnt, aber diesem dummen Typen dabei zuzusehen, wie er über eine Sportart und deren Regeln redet, von denen er keine Ahnung hat, ist nicht nur erbärmlich und beschämend, sondern lässt einen als Amerikaner auch wie eine Peinlichkeit dastehen."

Ex-Fifa-Präsident wettert gegen Trump

Sogar dem ehemaligen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter missfällt die politisch motivierte Einmischung. "Rote Karten werden nicht durch politische Anrufe umgestoßen. Sie werden durch Regeln, Beweise und unabhängige Gremien umgestoßen", schreibt er auf der Plattform X Er fügte hinzu: "Wenn ein US-Präsident mit dem FIFA-Präsidenten eingreift – und ein Spieler plötzlich vor einem WM-Achtelfinale freigesprochen wird – ist die Frage unvermeidlich: Quo vadis, FIFA? Fußball darf niemals zum Spielplatz politischer Macht werden."

Fußball-WM 2026: Belgien wehrt sich gegen Fifa-Entscheidung

Balogun hatte im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners gelandet war, und war zunächst für ein Spiel gesperrt worden. Die FIFA setzte die Sperre später unter Berufung auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements, der die Aussetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ermöglicht, für ein Jahr zur Bewährung aus. Damit ist der US-Stürmer nach derzeitigem Stand für das Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt.

Daraufhin hat der belgische Fußballverband der Fifa schwere Vorwürfe zu einem Berufungsverfahren gemacht und weitere Schritte angekündigt. Der Verband sehe "keine andere Möglichkeit, als die Spielberechtigung Baloguns für das bevorstehende Spiel anzufechten", hieß es in einer Stellungnahme des Königlichen Belgischen Fußballverbands (RBFA) kurz vor dem Achtelfinale der Belgier gegen die USA am Dienstag (7. Juli). Dochdie Fifa hat nun eine Beschwerde des belgischen Verbands dagegen für unzulässig erklärt.

Weitere News rund um den Fifa-Skandal:

/news.de/dpa

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.