Wladimir Putin gegen die Nato: Kreml-Chef "könnte uns die Lichter ausknipsen" - sieht so sein 3-Phasen-Kriegsplan aus?
Schwarzmarkt, Wehrpflicht, Geheimpolizei: Ein Sicherheitsexperte hat ein detailliertes Drei-Phasen-Szenario entworfen, wie ein Krieg zwischen Russland und der Nato mitten in Europa ablaufen könnte – und warnt, die Gefahr sei "nur allzu real".
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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Die Angst vor einem dritten Weltkrieg wächst unaufhörlich. Der seit Februar 2022 tobende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verschärft sich weiter, und Experten warnen vor zunehmend rücksichtslosen russischen Angriffen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte zuletzt in Brüssel, Russland greife inzwischen zivile Infrastruktur in unmittelbarer Nähe von Nato-Gebiet an. Dies zeige, wie "verzweifelt" Putin geworden sei.
Wladimir Putin hüllt sich in Schweigen: Plant Russland schon den Angriff auf die Nato?
Dabei nehmen auch Wladimir Putins Drohungen gegen den Westen im Allgemeinen und Großbritannien im Speziellen zu. Auf die Frage, ob der Kreml-Chef britische Militäreinrichtungen als Vergeltung für Waffenlieferungen an die Ukraine angreifen könnte, antwortete Wladimir Putin knapp: "Das ist ein Geheimnis. Ein militärisches Geheimnis."
Experte entwirft 3-Phasen-Szenario für Wladimir Putins drohenden Nato-Krieg
Der britische Sicherheitsexperte Professor Anthony Glees von der University of Buckingham hat für den "Daily Star" ein bedrohliches Drei-Phasen-Szenario entworfen, das beschreibt, wie ein solcher Krieg auf britischem Boden aussehen könnte. Seine Warnung: Die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts zwischen Russland und der Nato sei mittlerweile "nur allzu real".
Wladimir Putins Strategie gegen den Westen: Erst spalten, dann zuschlagen
Glees ist dabei überzeugt, dass ein möglicher dritter Weltkrieg kein nukleares Inferno wäre, sondern sich in drei Stufen entfalten würde – angelehnt an den Verlauf des Ukraine-Kriegs. Die erste Phase bestehe demnach aus gezielter Einschüchterung und Unterwanderung. Sollte Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine für sich entscheiden, werde er den Druck auf sämtliche Nato-Mitglieder erhöhen, die nach 1997 dem Bündnis beigetreten sind. Ziel sei es, den Westen "weichzuklopfen" und insbesondere Großbritannien zu spalten.
Bereits jetzt versuche der Kreml, "unser demokratisches System zu unterwandern und jenen politischen Einfluss zu verschaffen, die ihn unterstützen würden", so der Professor. Putins Fähigkeiten entstammten dem sowjetischen Geheimdienstapparat – dessen Strategie bestehe seit jeher darin, "Drohungen auszusprechen, zu unterwandern und potenzielle Feinde von innen auszuhöhlen". Scheitere diese Taktik, folge Phase zwei.
Wladimir Putin plant Angriffskrieg mitten in Europa laut Experteneinschätzung
In der zweiten Phase seines Szenarios beschreibt Glees einen konventionellen Krieg auf europäischem Boden. Bewaffnete russische Einheiten würden sich langsam westwärts bewegen – "bis zu den Pyrenäen", so der Professor. Für Großbritannien bedeute dies eine Rückkehr zu Kriegszuständen. Die Folgen für die Bevölkerung wären verheerend: Frische Lebensmittel würden innerhalb weniger Tage ausgehen, Benzin wäre nicht mehr verfügbar. Gleichzeitig rechnet Glees mit einem massiven russischen Cyberangriff auf die kritische Infrastruktur des Landes. Bankautomaten würden den Dienst versagen, Rechnungen könnten nicht mehr bezahlt werden, Strom und Gas könnten ausfallen. "Wenn Putin es wollte, könnte er versuchen, uns die Lichter auszuknipsen", warnte der Sicherheitsexperte.
Düstere Aussichten für Europa: Das wären die Folgen von Putins Krieg gegen die Nato
Die Versorgungslage würde sich laut Glees rasch weiter zuspitzen. Treibstoff wäre für gewöhnliche Bürger praktisch unerreichbar, Medikamente würden streng rationiert und bald vollständig verschwinden. Es entstünde eine Situation wie im Zweiten Weltkrieg. Zwar bestehe die Hoffnung, dass die EU weiterhin Nahrungsmittel liefern könnte. Doch sollte Westeuropa unter russische Kontrolle fallen, müsste Großbritannien auf Hilfe aus den USA, Kanada, Australien und Neuseeland setzen. Für selbst erzeugte Lebensmittel und Kleidung würde rasch ein Schwarzmarkt entstehen.
Der Professor zeichnet das Bild einer Gesellschaft unter Ausgangssperre – dunkle Nächte zur Stromeinsparung, Plünderungen als ständige Gefahr. Zudem rechnet er mit einer Wehrpflicht: "Alle Erwachsenen zwischen 18 und 40, Männer und alleinstehende Frauen, wären einberufungspflichtig", so Glees. Nach Einschätzung des Experten würde die konventionelle Kriegsführung lediglich einen Monat andauern. Im Falle einer russischen Niederlage des Westens folge die dritte und düsterste Phase: die vollständige Besatzung.
Nato zum entschlossenen Handeln gegen Putin aufgefordert: "Wir kämpfen um unsere Lebensweise"
Glees fordert angesichts dieser Szenarien ein entschlossenes Handeln Großbritanniens und der Nato. Das Land müsse "sein Spiel verbessern" und bei bedeutenden Anlässen wie Staatsbesuchen seine modernsten Waffen und Kampfflugzeuge demonstrativ zur Schau stellen. Der Sicherheitsexperte betont, dass der Westen sich "so schnell wie möglich" bewaffnen müsse – denn der Kampf um die westliche Lebensweise sei bereits in vollem Gange. Sollte es dennoch zu einem Atomkrieg kommen, wäre dieser "innerhalb von Stunden gestartet und innerhalb von Stunden vorbei", so Glees. "Es gäbe keine Gewinner, nur Verlierer." Genau deshalb hält der Professor einen konventionellen Konflikt für das wahrscheinlichere Szenario – und genau deshalb sei Vorbereitung jetzt entscheidend.
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loc/news.de/stg
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