Donald Trump: Große Republikaner-Show wird zum Eigentor – US-Präsident stärkt seine Gegner

Donald Trump will seine Republikaner für die Zwischenwahlen mobilisieren. Doch Demokrat James Carville sieht darin eine Falle: Der Parteitag könnte Trumps Gegner anspornen und zugleich die Republikaner spalten.

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Donald Trump: Trump-Show vor den Zwischenwahlen – US-Präsident spielt seinen Gegnern in die Karten Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Gian Ehrenzeller
  • James Carville warnt vor einem politischen Eigentor für Trump
  • Der Parteitag soll hohe Summen von republikanischen Unterstützern einbringen
  • Zahlreiche Republikaner wollen die Veranstaltung offenbar meiden

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Donald Trump will seine republikanische Partei mit einer großen Veranstaltung auf die bevorstehenden Zwischenwahlen einschwören. Doch ausgerechnet das geplante Spektakel könnte nach Einschätzung des erfahrenen Demokraten James Carville zum Problem für den Präsidenten werden.

Parteitag sorgt für politischen Wirbel

Am 9. und 10. September soll in Dallas ein zweitägiger Parteitag der Republikaner stattfinden. Dabei geht es nicht nur um politische Botschaften. Offenbar sollen bei der Veranstaltung auch erhebliche Summen von Unterstützern eingesammelt werden. Carville, ein langjähriger demokratischer Wahlkampfstratege, sieht darin eine Chance für seine eigene Partei. Seiner Ansicht nach könnte die Veranstaltung demokratische Wähler zusätzlich motivieren und zugleich innerhalb der Republikanischen Partei für Spannungen sorgen.

"Man wird sich keine besseren Neuigkeiten ausdenken, die mehr Demokraten begeistern, ärgern und mobilisieren werden", erklärte Carville im Podcast von "Daily Beast".

Carville fordert volle Aufmerksamkeit

Der Demokrat hält es deshalb für falsch, Trump und seiner Veranstaltung möglichst wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Ganz im Gegenteil: Die Medien sollten ausführlich darüber berichten, fordert Carville. Aus seiner Sicht könnte eine große öffentliche Bühne für Trump letztlich den Demokraten nutzen. Je stärker der Präsident im Mittelpunkt stehe, desto größer sei die Möglichkeit, dass sich seine Gegner mobilisieren.

"Das Dümmste, was ich höre, ist, dass wir ihnen keine Plattformen bieten sollten", sagte Carville. Er bezeichnete eine umfassende Berichterstattung sogar als "das Sinnvollste, was wir derzeit haben".

Vorwurf der Geldmacherei

Besonders kritisch bewertet Carville die finanziellen Bedingungen rund um die Veranstaltung. Für republikanische Kandidaten soll ein Platz bei dem Treffen 25.000 Dollar kosten. Ein persönlicher Tisch mit Trump soll mit 250.000 Dollar zu Buche schlagen. Noch teurer wird es offenbar für Unterstützer, die ein gemeinsames Foto mit dem Präsidenten ergattern wollen. Dafür sollen zusätzlich 88.600 Dollar verlangt werden. Carville geht deshalb hart mit der Veranstaltung ins Gericht. Er wirft Trump vor, seine politische Anhängerschaft finanziell auszunutzen.

"Das ist ein gigantischer Betrug", sagte der Demokrat. Für ihn handele es sich um "eine riesige Geldmacherei".

Republikaner stecken in einem Dilemma

Nach Carvilles Einschätzung bringt der Parteitag auch republikanische Politiker in eine schwierige Lage. Wer sich öffentlich hinter Trump stellt, könnte unabhängige Wähler abschrecken. Wer dagegen Abstand zum Präsidenten hält, riskiert Ärger mit dessen treuer Anhängerschaft. Mehrere republikanische Politiker haben laut "Raw Story" bereits angekündigt, der Veranstaltung fernzubleiben. Carville sieht darin ein Zeichen für die komplizierte Situation der Partei.

"Einerseits wollen sie nicht erscheinen", sagte er. Gleichzeitig dürften sie es sich kaum leisten, "den König" offen zu brüskieren.

Weißes Haus attackiert Carville

Die Aussagen des Demokraten blieben nicht ohne Gegenreaktion. Das Weiße Haus wies seine Einschätzung scharf zurück.

Sprecher Davis Ingle griff Carville sogar persönlich an und warf ihm vor, unter einem sogenannten "Trump-Wahn" zu leiden. Damit machte die Regierung deutlich, dass sie die Kritik des erfahrenen Demokraten keineswegs ernst nehmen will.

Für Carville dürfte die Auseinandersetzung allerdings genau den gewünschten Effekt haben. Je größer die Aufmerksamkeit rund um Trumps Parteitag wird, desto eher könnte daraus tatsächlich ein Mobilisierungsschub für die Demokraten entstehen. Ob sich seine Prognose bewahrheitet, dürfte spätestens mit Blick auf die Zwischenwahlen deutlich werden.

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