Donald Trump: US-Präsident könnte Iran-Krieg doch gewinnen – diese Zeichen sprechen dafür

Trumps Iran-Strategie könnte plötzlich Wirkung zeigen. Die USA sehen Teheran wirtschaftlich und militärisch unter Druck. Doch Experten bezweifeln, dass der Konflikt bereits entschieden ist. Während Washington auf einen Erfolg seiner Strategie hofft, bleibt die Lage in Teheran angespannt.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump: US-Präsident wittert Erfolg im Iran-Krieg – Experten warnen vor zu viel Optimismus (Foto) Suche
Donald Trump: US-Präsident wittert Erfolg im Iran-Krieg – Experten warnen vor zu viel Optimismus Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • USA sehen Iran bei der Straße von Hormus geschwächt
  • Wirtschaftlicher Druck auf Teheran wächst weiter
  • Experten warnen vor Eskalation statt Regimewechsel

Der Iran-Krieg könnte eine neue Wendung nehmen. Nach Monaten voller Rückschläge sieht die US-Regierung offenbar Anzeichen dafür, dass militärischer und wirtschaftlicher Druck Wirkung zeigt. Doch Experten warnen vor zu viel Optimismus.

USA sehen Iran zunehmend geschwächt

Lange Zeit wirkte die Strategie von Donald Trump im Konflikt mit dem Iran wenig erfolgreich. Die US-Angriffe sorgten zwar für Schlagzeilen, einen politischen Umbruch in Teheran brachten sie jedoch nicht. Gleichzeitig wurde die Straße von Hormus zeitweise zum Brennpunkt und die internationale Ölversorgung geriet unter Druck. Inzwischen zeichnet Washington ein anderes Bild. Die US-Regierung geht offenbar davon aus, dass die Angriffe im Sommer einen strategischen Effekt hatten. Statt ausschließlich militärische Großziele zu zerstören, könnten die US-Streitkräfte gezielt iranische Überwachungsanlagen und Sensoren ins Visier genommen haben. Damit wäre es schwieriger geworden, den Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge zu kontrollieren.

Tanker passieren wieder die Straße von Hormus

Nach Angaben der USA hat sich die Lage in der Straße von Hormus inzwischen verändert. Täglich sollen wieder zahlreiche Tanker die Meerenge passieren. Von amerikanischer Seite ist von 15 bis 20 Schiffen pro Tag die Rede. Donald Trump erklärte zudem, die US-Marine habe Minen in internationalen Gewässern geräumt oder zerstört. Gleichzeitig sei Teheran darüber informiert worden, dass ein neuer Versuch, die Schifffahrtsroute zu verminen, militärische Konsequenzen haben werde. Für die Weltwirtschaft ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Über die Straße von Hormus wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Eine dauerhafte Blockade könnte deshalb massive Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten haben.

Washington setzt nun auf den wirtschaftlichen Druck

Neben den militärischen Maßnahmen verschärft die Trump-Regierung laut "Bild" offenbar auch ihren wirtschaftlichen Kurs. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte demnach eine neue Sanktionsoffensive gegen Teheran an und sprach von einer entscheidenden Phase des Konflikts. Die Vereinigten Staaten wollen Iran damit wirtschaftlich weiter isolieren. Ziel ist es, die Führung zu Zugeständnissen zu bewegen. Gleichzeitig soll der Druck auf die ohnehin angeschlagene iranische Wirtschaft weiter steigen. Bessent argumentiert, dass sich Iran wirtschaftlich in einer außergewöhnlich schwierigen Lage befinde. Besonders problematisch sind die hohe Inflation und die schwache Landeswährung. Nach den jüngsten Ankündigungen aus Washington verlor der iranische Rial weiter an Wert und erreichte einen historischen Tiefstand.

Experten sehen mögliche Gefahr für das Regime

Einige Beobachter halten deshalb einen Zusammenbruch der iranischen Führung inzwischen für realistischer. Mark Dubowitz von der Foundation for Defense of Democracies sieht Hinweise auf eine schwere Krise innerhalb des Machtapparates in Teheran. Seiner Einschätzung zufolge könnte die wirtschaftliche Situation den Druck auf die Führung weiter erhöhen. Sollte gleichzeitig die Unzufriedenheit der Bevölkerung wachsen, könnte es erneut zu größeren Protesten kommen. Damit hätte Trumps Strategie zumindest teilweise den gewünschten Effekt erzielt. Von einem Sieg der USA über Iran kann allerdings noch keine Rede sein.

Skeptiker warnen vor voreiligen Siegesmeldungen

Andere Experten beurteilen die Lage deutlich zurückhaltender. Das Institute for the Study of War sieht bislang keine eindeutigen Hinweise darauf, dass die wirtschaftlichen Belastungen die iranische Führung zu einem Kurswechsel bewegen. Auch der israelische Analyst Danny Citrinowicz warnt vor einer gefährlichen Entwicklung. Wenn Vertreter der US-Regierung immer offener über einen möglichen Sturz des iranischen Regimes sprechen, könnte dies in Teheran den Eindruck verstärken, dass Washington gar keinen Kompromiss mehr anstrebt. Das könnte die Verhandlungen sogar erschweren. Die iranische Führung könnte sich dadurch unter Druck gesetzt sehen, härter aufzutreten und eine weitere Eskalation zu riskieren.

Trump steht vor einem schwierigen Balanceakt

Ob die neue Strategie tatsächlich zum Erfolg führt, ist deshalb weiterhin offen. Zwar gibt es Hinweise auf eine wachsende wirtschaftliche Belastung Irans und eine veränderte Situation in der Straße von Hormus, aber ein politischer Zusammenbruch des Regimes lässt sich daraus nicht automatisch ableiten.

Mehr News rund um den Iran-Krieg finden Sie hier:

/sba/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.