Wladimir Solowjow: "Man muss alles dem Erdboden gleichmachen" – Putin-Propagandist droht Europa
Putins Propagandisten drehen im russischen Staatsfernsehen völlig auf: Europa wird offen mit Angriffen bedroht. Ein Militärexperte spricht sogar von "demonstrativen Atomschlägen" über der Nordsee.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Putin-Propagandisten fordern im russischen Staatsfernsehen "gnadenlose und brutalste Schläge" gegen Großbritannien und Finnland
- Russischer Militärexperte bringt sogar "demonstrative Atomschläge" über der Nordsee oder Großbritannien ins Spiel
- London weist die Drohungen zurück und betont, man werde sich von Moskau nicht einschüchtern lassen
Die Drohungen gegen Europa haben im russischen Staatsfernsehen eine neue Dimension erreicht. Wladimir Solowjow forderte in seiner Sendung "Full Contact" "gnadenlose und brutalste Schläge" gegen Großbritannien und Finnland, um die Stärke Russlands zu demonstrieren. Doch damit nicht genug: Der Militärexperte und Oberst a. D. Michail Chodarjonok ging in der Sendung "60 Minutes" von Olga Skabejewanoch weiter. Er empfahl konventionelle Angriffe auf die britische Rüstungsindustrie, begleitet von "demonstrativen Atomschlägen" – etwa über der Nordsee oder direkt über britischem Territorium. Sollte London darauf reagieren, würden aus den Demonstrationsschlägen "echte Angriffe" auf das Vereinigte Königreich, so der Militärexperte.
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Russland droht Großbritannien mit "gnadenlosen" Schlägen
Solowjow zeichnete in seiner Sendung das Bild eines existenziellen Kampfes gegen den Westen. Der Krieg erfordere "eine völlig andere Anspannung der Kräfte" und vor allem eines: "Gnadenlosigkeit". Wer Russlands Zurückhaltung als Großmut interpretiere, liege falsch – der Westen nehme dies lediglich als Schwäche wahr. Der Putin-Propagandist kritisierte die bisherige Kriegsführung als halbherzig und forderte die vollständige Zerstörung gegnerischer Städte. "Man muss alles dem Erdboden gleichmachen", verlangte er mit Blick auf Kiew. Besonders brisant waren seine Forderungen zu Nato-Staaten: "Wir wollen die Vorstellung der Finnen ändern? Führt einen Schlag gegen Finnland – gnadenlos, brutalst. Wir wollen, dass die Briten etwas begreifen? Führt einen Schlag gegen Britannien – brutalst, gnadenlos", so Solowjow wörtlich.
Russischer Militärexperte fordert "demonstrative Atomschläge"
Der Militärexperte Michail Chodarjonok äußerte sich in Skabajewas Sendung zu möglichen Angriffen auf Großbritannien. "Wenn ich der Direktor wäre, hätte ich diesen Schlag unweigerlich mit allen verfügbaren Mitteln geführt", sagte er. Chodarjonok räumte ein, dass dadurch Artikel 5 des Nato-Vertrags ausgelöst und der Konflikt zu einem Dritten Weltkrieg eskalieren könnte. Dennoch schlug er eine Kombination aus konventionellen Angriffen und "demonstrativen Atomschlägen" vor. Konkret nannte er Höhenexplosionen über der Nordsee oder direkt über britischem Gebiet. Die Botschaft an London formulierte er unmissverständlich: "Wenn ihr nicht zur Besinnung kommt und die Waffenlieferungen an die Ukraine nicht einstellt – dann seht her, was passieren wird."
Wichtig: Die Aussagen stammen aus dem russischen Staatsfernsehen und spiegeln die Forderungen der dort auftretenden Hardliner wider. Sie sind nicht gleichzusetzen mit einem offiziell verkündeten russischen Angriffsplan.
Kreml-Kritikerin Julia Davis hat Mitschnitte der russischen Fernsehsendungen mit englischen Untertiteln auf YouTube veröffentlicht.
Karte zeigt fünf mögliche Ziele in Großbritannien – London bleibt trotz Putin-Drohungen hart
In der Sendung wurde zudem eine Karte mit fünf markierten Zielgebieten in Großbritannien eingeblendet – in den Regionen um London, Norfolk, Bristol, Bath und Edinburgh. Auch auf diplomatischer Ebene verschärfte Moskau den Ton. Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa warnte, dass britische Militäreinrichtungen in der Ukraine und darüber hinaus zu Angriffszielen werden könnten, sollte Kiew britische Waffen gegen Russland einsetzen.
Großbritannien lässt sich von der russischen Drohkulisse demonstrativ nicht einschüchtern. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting wies die Drohungen aus Moskau entschieden zurück. "Die rücksichtslose Rhetorik und die Einschüchterungsversuche, die wir in den letzten Wochen vom Kreml gesehen haben, spiegeln die Schwäche von Putins Position wider – und wir werden uns nicht einschüchtern lassen", erklärte er. Streeting verwies darauf, dass es ein schlechtes Jahr für den russischen Präsidenten gewesen sei. Die Frontlinie habe sich kaum bewegt, während die russischen Verluste weiter anstiegen. Das russische Volk zahle einen hohen Preis für Putins Krieg. Zugleich bekräftigte der Minister, dass Putins Aggression nicht belohnt werden dürfe. Premierminister, Außenminister und er selbst arbeiteten gemeinsam daran, die Unterstützung für die Ukraine vor dem Winter zu mobilisieren.
Die britische Regierung hält damit trotz der jüngsten Drohungen an ihrer Unterstützung für Kiew fest. Moskau wiederum hat zuletzt mehrfach gegen die britische Militärhilfe für die Ukraine gewettert. Der Kreml kritisierte unter anderem die britische Unterstützung für die ukrainische Produktion weitreichender Raketen und drohte mit Konsequenzen.
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bua/news.de
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