Wladimir Putin: Kremlchef sorgt mit tierischem Fantasie-Blutbad für Fassungslosigkeit

Wladimir Putin entsetzt mit einer tierischen Geschichte. Bei einem Treffen mit Lehrern vergleicht der Kremlchef den Ukraine-Krieg mit dem mutmaßlich blutigen Kampf zwischen Eisbären und Orcas. Seine Erzählung entpuppt sich als reine Fantasie.

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Wladimir Putin wird für seinen tierischen Vergleich mit dem Ukraine-Krieg scharf kritisiert. (Foto) Suche
Wladimir Putin wird für seinen tierischen Vergleich mit dem Ukraine-Krieg scharf kritisiert. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Mikhail Metzel
  • Wladimir Putin vergleicht den Ukraine-Krieg mit Orcas und Eisbären
  • Tiergeschichte nach Fakten-Check als Fantasie entlarvt
  • Fassungslosigkeit nach tierischer Erzählung des Kremlchefs

Wladimir Putin nutzt selbst ein Treffen mit Lehrern vor dem Start des neuen Schuljahres in Russland dazu, um über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Bei der im Fernsehen übertragenen Veranstaltung sorgte er mit einem tierischen Vergleich für Fassungslosigkeit.

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Wladimir Putin vergleicht Ukraine-Krieg mit einem blutigen Kampf zwischen Orcas und Eisbären

Als eine Teilnehmerin eine Reise zum Nordpol erwähnte, startete der 73-Jährige einen unaufgeforderten Exkurs über die angebliche "Nahrungskette". "Stellt euch vor, ganz in der Nähe leben Killerwale, und die fressen diese Bären, als wären sie Elritzen", erklärte Putin. "Ja, sie stürzen sich im Rudel drauf und – bumm! – reißen sie in Stücke." Der Kremlchef verknüpfte seine Geschichte unmittelbar mit dem Krieg. Kindern müsse man solche Dinge erzählen, "damit sie verstehen, in was für einer Welt wir leben und warum wir die spezielle Militäroperation durchführen". Er nutzte den vom Kreml benutzten propagandistischen Begriff für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Welche Rolle Russland in seiner Tieranalogie einnehmen sollte – Orca oder Eisbär – ließ Putin offen.

Wildtierexperten entlarven Putins Tiergeschichte als Fantasie

Das Problem an Putins dramatischer Schilderung: Sie hat mit der Realität nichts zu tun. Laut Discover Wildlife existieren keinerlei bestätigte Fälle, in denen Orcas jemals Eisbären gejagt hätten. Das von Putin beschriebene Szenario ist nach Einschätzung von Wildtierexperten rein hypothetisch.

Woher der russische Präsident seine vermeintlichen Naturkenntnisse bezieht, bleibt unklar – allerdings kursieren im Internet zahlreiche gefälschte, mit künstlicher Intelligenz erzeugte Videos, die genau solche Konfrontationen zwischen den beiden Tierarten vorgaukeln. Putins angebliche Lektion für Schulkinder scheint also weniger auf biologischen Fakten als auf KI-generiertem Schwindel zu basieren.

Dass der Kremlchef offenbar Desinformation aus dem Netz als Grundlage für eine Kriegsrechtfertigung vor Pädagogen heranzieht, wirft Fragen auf, die weit über Zoologie hinausgehen.

"Wahnhaft" und Kontrollverlust – Fassungslosigkeit über Putin-Aussage

Die Reaktionen auf Putins Auftritt ließen nicht lange auf sich warten. Die staatliche ukrainische Medienplattform United24 wertete die Eisbären-Erzählung als Beleg für eine "wahnhafte" und "senile" Wahrnehmung der Wirklichkeit durch den russischen Präsidenten.Die offensichtliche Diskrepanz zwischen seiner Darstellung und der biologischen Realität nährte erneut Spekulationen über seinen geistigen Zustand.

Auch in sozialen Netzwerken sorgte der Vorfall für Aufsehen. Zahlreiche Beobachter stellten die Frage, woher Putin seine vermeintlichen Erkenntnisse über die "Gesetze der Natur" eigentlich beziehe. Putins Alter wird offensichtlich auch für Häme herangezogen. "Die russische Gerontokratie verliert die Kontrolle", meinte ein Nutzer. Ein anderer fragte sich: "In welcher Welt hat Putin beobachtet, wie Orcas durch das Packeis jagten und angriffen – Eisbären?" Der frühere Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Gerashchenko, sah sich angesichts dieser Aussagen nicht in der Lage ausführlich zu kommentieren. "Dazu kann ich mich nicht äußern, das ist absolut widerlich", schrieb er auf der Plattform X. Dafür wurde einer seiner Follower deutlich. "Putins Gehirn ist nach zu vielen Jahren an der Macht ernsthaft beschädigt", behauptet der User.

Dutzende Zivilisten bei russischen Angriffen nahe Kiew 

 

Während Putin vor Lehrkräften über fiktive Raubtierszenarien philosophierte, starben nur wenige Stunden zuvor reale Menschen durch russischen Beschuss. Am Samstag kamen bei Angriffen auf die Region Kiew Dutzende Zivilisten ums Leben, wie lokale Behörden mitteilten. Unter den Opfern befanden sich fast zwei Dutzend Bewohner eines Heims für ältere und behinderte Menschen. Zudem starben mehrere Menschen bei einer von Russland ausgelösten Explosion in einem ukrainischen Munitionslager.

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/news.de/dpa/stg

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