Wolodymyr Selenskyj: Ansage an Putin - Ukraine will Drohnenangriffe auf Russland ausweiten
Die Ukraine will die Drohnen-Angriffe auf russische Gebiete ausweiten. Das erklärte Selenskyj in Kiew. Das Land zieht das Tempo an und steigert die Produktion von Langstreckendrohnen und Raketen. Dafür benötigt der Ukraine-Präsident mehr Geld.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Wolodymyr Selenskyj sieht die Ukraine in der Lage, die Angriffe auf russische Gebiete auszuweiten
- Die Ukraine will Produktion von Langstreckendrohnen und Raketen steigern
- Der ukrainische Präsident offenbart ein Defizit in der Verteidigungsfinanzierung
- Finnlands Präsident Stubb unterstützt Selenskyjs Angriffsstrategie
Die Ukraine verteidigt seit mehr als viereinhalb Jahren ihr Land gegen Russland. Das ukrainische Militär setzt dabei auf moderne Drohnentechnik und eine angepasste Strategie. Längst werden russische Gebiete zur Zielscheibe. Künftig sollen diese Angriffe ausgeweitet werden. Das erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen der "Koalition der Willigen" am Montag (24. August) in Kiew, während die Ukraine den 35. Unabhängigkeitstag feierte.
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Ukraine kann Angriffe auf Russland ausweiten
Der Staatschef stellte sich den Fragen der Reporter, berichtet "Kyiv Post". Auf die Frage, ob die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Gebiet, Ölraffinerien und Logistikstandorte fortsetzen werde, antwortete er: "Wir verfügen natürlich über genügend Kapazitäten, um die Produktion zu steigern." Man werde in der Lage sein, "mehr Angriffe durchzuführen". Die Herstellung laufe bereits. Selenskyj erklärte, dass bereits verschiedene Langstreckendrohnen, Raketen und Raketendrohnen, die Ziele in Entfernungen von etwa 350 bis 3.000 Kilometern treffen können, hergestellt werden. Pro Tag entstehen etwa 200 bis 300Langstrecken-Angriffsdrohnen.
Selenskyj reagiert auf Putins Produktionstempo
Die heimische Produktion ist deshalb so wichtig, weil Russland das Tempo angezogen hat. Russland habe laut dem ukrainischen Präsidenten die Zahl der iranischen "Shahed"-Drohnen von 40 innerhalb von zwei Jahren auf 100, dann auf 300 und schließlich auf 500 erhöht. Bei schweren Großangriffen würde Russland mutmaßlich 1.000 Drohnen einsetzen. Die Ukraine müsse gleichziehen, um Russland zu Gesprächen zu bewegen. Dazu sagte Selenskyj: "Wenn wir diesen Krieg nach Russland zurückbringen und ihn für sie wirklich schmerzhaft gestalten wollen, sodass ihre Gesellschaft dies spürt und Druck auf Putin ausübt, dann ist dies meiner Meinung nach eines der Mittel, um Putin an den Verhandlungstisch zu bringen."
Ukraine hat ein Finanzierungsdefizit – eingefrorenes russisches Geld zum Schutz
Um mehr Langstrecken-Drohnen und Raketen zu produzieren, braucht die Ukraine Geld. Die Kapazitäten seien da, aber das Verteidigungsdefizit von rund 27 Milliarden Dollar belaste die Regierung. Außerdem mussten sie auf einen Puffer zurückgreifen. "Aufgrund der Funktionsweise der Verteidigungshaushaltsplanung hat das Verteidigungsministerium zu Jahresbeginn Mittel verwendet, die für das Jahresende vorgesehen waren. Eine der Hauptoptionen ist, einen Teil der europäischen Darlehensfinanzierung dieses Jahr vorzuziehen", erklärte Selenskyj auf der Plattform X. Er sprach noch eine Idee an. Zum Schutz könnten die eingefrorenen russischen Vermögenswerte genutzt werden.
Finnlands Präsident unterstützt Selenskyjs Angriffsstrategie
Der finnische Präsident Alexander Stubb sprach sich auf der Pressekonferenz für die Ausweitung der ukrainischen Angriffe auf russische Regionen aus und bezeichnete diese als "sinnvolle militärische Strategie". Indem die Ukraine finanzielle und militärische Ressourcen erhalte, die die Ukraine für Raketen- und Drohnenangriffe auf russischem Gebiet benötigt, steigere das die Kosten für Moskau, an dem Krieg festzuhalten. Für Stubb könnte das dazu führen, Russland zu Verhandlungen zu bewegen.
Im Kampf gegen Putin - EU unterstützt die Ukraine
Die Ukraine hat an ihrem Unabhängigkeitstag neue Unterstützungszusagen in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland von westlichen Verbündeten erhalten. "Priorität hat die Flugabwehr", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Ratspräsident António Costa, dem britischen Premierminister Andy Burnham und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb in Kiew. An einer Sitzung der sogenannten Koalition der Willigen haben demnach auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron per Videoschalte teilgenommen. "Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen", sagte Costa. Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert.
Selenskyj dankte Finnland dabei gesondert für neue Zusicherungen bei der Flugabwehr. Zudem habe es vor dem kommenden nächsten Kriegswinter neue Zusagen von den Partnern für Hilfen im Energiebereich und der Produktion von Drohnen gegeben.
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bos/loc/news.de/dpa
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