Nato in Alarmbereitschaft: Putin-Bomber plötzlich verschwunden – Kurswechsel im Kreml?
Erst Alarmstarts auf Rekordniveau, dann plötzlich Funkstille: Im Juli 2026 musste die Nato wegen russischer Militärflugzeuge deutlich häufiger Abfangjäger in die Luft schicken. Doch seit wenigen Tagen scheint Moskau seine Jets zurückzuhalten. Was steckt hinter dem abrupten Kurswechsel?
Erstellt von Anika Bube - Uhr
Suche
- Im Juli stieg die Zahl der sogenannten Alpha-Starts laut Nato um mehr als 250 Prozent
- Russische Militärmaschinen näherten sich wiederholt dem Nato-Luftraum – auch Drohnen sorgten für brenzlige Zwischenfälle
- Jetzt herrscht überraschend Ruhe: In dieser Woche wurde laut "Bild" kein russischer Militärjet im Nato-Luftraum registriert
Die Spannungen an der östlichen Nato-Grenze haben im Juli 2026 einen neuen Höhepunkt erreicht. Laut dem Gemeinschaftskommando im niederländischen Brunssum stieg die Zahl der sogenannten Alpha-Starts – also Alarmstarts von Abfangjägern – im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 250 Prozent. Auslöser waren russische Militärmaschinen, die wiederholt ohne Genehmigung in die Nähe des Bündnis-Luftraums vordrangen.
Doch seit Bekanntwerden dieser alarmierenden Zahlen hat sich die Lage schlagartig verändert. Nach Informationen der "Bild" ist in dieser Woche kein einziges russisches Militärflugzeug in den Nato-Luftraum eingedrungen. Nach wochenlanger Provokation herrscht am Himmel über der Ostflanke plötzlich Stille – und niemand weiß genau, warum.
Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende des Artikels.
Russische Bomber und Aufklärer ohne Transponder über der Ostsee
Hinter dem massiven Anstieg der Alarmstarts steckte vor allem die aggressive Flugaktivität der russischen Luftstreitkräfte. Militärmaschinen vom Typ Su-24 sowie Aufklärungsflugzeuge der Baureihe Il-20 näherten sich wiederholt dem Nato-Luftraum – ohne vorab Flugpläne einzureichen und teils mit deaktivierten Transpondern. Damit waren die Maschinen für die zivile Flugsicherung praktisch unsichtbar.
Besonders betroffen war der Luftraum über der Ostsee. Dort mussten Nato-Abfangjäger mehrfach aufsteigen, um die russischen Flugzeuge zu identifizieren und gegebenenfalls abzudrängen. Auch die polnische Luftwaffe schickte paarweise Kampfjets in die Luft – sowohl als Reaktion auf die russischen Flugbewegungen nahe der eigenen Grenzen als auch im Zusammenhang mit massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die Ukraine.
Drei Drohnen über Rumänien abgeschossen
Besonders brisant entwickelte sich die Situation im Südosten der Nato-Flanke. Am 24. Juli drangen unbemannte Flugkörper in den rumänischen Luftraum ein. Zwei rumänische F-16 sowie zwei in der Region stationierte italienische Eurofighter stiegen unter Nato-Kommando auf. Nach dem Grenzübertritt der Drohne wurde der Waffeneinsatz freigegeben – das unbemannte Flugobjekt wurde abgeschossen.
In den Tagen danach wiederholten sich die Vorfälle: Rumänische F-16 holten zwei weitere Drohnen vom Himmel, die ebenfalls den Luftraum des Nato-Staates verletzt hatten. Innerhalb kürzester Zeit kam es damit zu einer beispiellosen Serie bewaffneter Abfangeinsätze an der Ostflanke – eine Eskalationsstufe, die das Bündnis in dieser Häufung zuvor nicht erlebt hatte.
Nato gibt Moskau die Schuld für gefährliche Zwischenfälle
Das Verteidigungsbündnis reagierte unmissverständlich auf die Häufung der Vorfälle. Nach einer Sitzung der ständigen Vertreter aller Mitgliedstaaten stellte die Nato klar: Russland trage "die volle Verantwortung für die Luftraumverletzungen". Die Zwischenfälle seien "gefährlich und inakzeptabel" und belegten eine wachsende Risikobereitschaft auf russischer Seite.
Mehrere Bündnispartner zogen parallel eigene Konsequenzen. Italien verlegte Eurofighter-Kampfjets nach Litauen, die dort russische Su-24-Bomber über der Ostsee nahe den Nato-Grenzen abfingen. Polen verstärkte seine Luftraumüberwachung ebenfalls deutlich und ließ wiederholt eigene Jets aufsteigen. Die Entwicklungen zeigen, wie massiv die Belastung der Nato-Luftverteidigung an der gesamten Ostflanke – von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer – inzwischen zugenommen hat.
Putins Kampfjets bleiben plötzlich am Boden
Seit die Nato vergangene Woche die drastisch gestiegenen Einsatzzahlen öffentlich machte, hat sich das Bild komplett gewandelt. Laut "Bild"-Informationen wurde in dieser Woche kein einziger russischer Militärjet im Bündnis-Luftraum registriert. Moskau hält seine Kampfflugzeuge offenbar bewusst zurück. Welche Absicht der Kreml mit diesem abrupten Kurswechsel verfolgt, bleibt offen. Ob es sich um eine taktische Pause, eine Reaktion auf die scharfe Nato-Erklärung oder um ein kalkuliertes Signal handelt, lässt sich derzeit nur vermuten. Eines steht jedoch fest: Die Anforderungen an die Luftverteidigung des Bündnisses entlang seiner östlichen Grenze sind auf ein Niveau gestiegen, das die Nato dauerhaft unter erheblichen Druck setzt.
Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie hier:
- Todeszone bis nach Russland? Riskanter Selenskyj-Plan blockiert
- Lawrow offenbar beim Lügen erwischt – Kreml im Krisenmodus?
- Perfides System aufgedeckt – so lockt der Kremlchef Ausländer an die Front
- Nach Tod von Wladimir Putin: Das passiert, wenn der Kremlchef stirbt
- Wer ist der echte Kremlchef? Doppelgänger-Mythos spaltet das Netz
bua/gom/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.