Wladimir Putin: Ex-Pussy-Riot-Aktivistin soll jahrelang für den Kreml spioniert haben
Eine ehemalige Pussy-Riot-Aktivistin erhebt schwere Vorwürfe gegen den russischen Geheimdienst FSB. Rita Flores berichtet von Drohungen, einem geheimen Doppelleben und einem angeblichen Mordauftrag.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Rita Flores soll unter Druck für den FSB gearbeitet haben
- Geheimdienst soll sie gegen Oppositionelle eingesetzt haben
- Ein geplanter Mordauftrag brachte sie laut eigener Aussage zum Ausstieg
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Eine ehemalige Aktivistin des russischen Protestkollektivs Pussy Riot erhebt schwere Vorwürfe gegen den russischen Geheimdienst FSB. Rita Flores berichtet, sie sei nach massivem Druck zur Spitzelin gemacht worden und habe jahrelang ein Doppelleben geführt.
FSB soll Flores unter Druck gesetzt haben
Experten gehen davon aus, dass mindestens 3000 russische Agenten in Deutschland im Auftrag von Wladimir Putin operieren. Nun schildert Rita Flores in einem Interview mit dem russischen Oppositionsmedium "Port", über das die "Bild" berichtet, eine Geschichte, die an einen echten Agentenfilm erinnert. Die frühere Pussy-Riot-Aktivistin will demnach nicht freiwillig für den russischen Inlandsgeheimdienst gearbeitet haben. Der Beginn ihrer angeblichen Zusammenarbeit soll im Februar 2023 liegen. Nach einer Durchsuchung ihrer Wohnung seien zwei FSB-Mitarbeiter auf sie zugekommen. Flores zufolge drohten die Männer mit einem Strafverfahren wegen ihrer öffentlichen Äußerungen zum russischen Vorgehen in der Ukraine.
Besonders einschüchternd sei eine weitere Drohung gewesen. Die Agenten hätten ihr demnach erklärt, sie werde niemals nachweisen können, wer für den Tod ihrer Mutter verantwortlich sei. Unter diesem Druck habe Flores schließlich einen Vertrag mit dem Geheimdienst unterschrieben.
Aus Rita Flores wird "Harley"
Nach ihrer Darstellung erhielt die Aktivistin beim FSB den Decknamen "Harley". Ihre Aufgaben seien zunächst vergleichsweise begrenzt gewesen. Sie sollte Informationen über Personen aus der Kunstszene zusammentragen. Später habe der Geheimdienst von ihr verlangt, Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, Kontakte, Familienverhältnisse und mögliche persönliche Schwachstellen zu erfassen. Flores behauptet allerdings, die Anweisungen nicht einfach ausgeführt zu haben. Stattdessen habe sie versucht, die Arbeit des FSB zu unterlaufen. Unter anderem habe sie absichtlich Konflikte mit Freunden provoziert und Kontakte beendet. Auf diese Weise habe sie verhindern wollen, weitere Informationen über die Betroffenen liefern zu müssen.
Pussy Riot machte sie bekannt
Flores war Teil des Umfelds von Pussy Riot. Das feministische russische Protestkollektiv erlangte international Bekanntheit durch provokante Aktionen gegen die Politik des Kremls. Besonders bekannt wurde ein Auftritt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar 2012. Aktivistinnen protestierten dort mit einem sogenannten Punk-Gebet gegen Wladimir Putin und die politische Führung Russlands. Gerade vor diesem Hintergrund wiegen Flores' jetzige Anschuldigungen besonders schwer. Sie behauptet, ausgerechnet eine ehemalige Aktivistin aus dem oppositionellen Umfeld sei später vom russischen Geheimdienst als Informantin eingesetzt worden.
Auftrag gegen Ex-Sprecher soll Wendepunkt gewesen sein
Nach Flores' Darstellung änderte sich ihre Situation im Sommer 2025 grundlegend. Sie habe einen Auftrag erhalten, der ihr zu weit gegangen sei. Demnach sollte sie Pjotr Wersilow, einen früheren Sprecher von Pussy Riot und Verleger des oppositionellen Portals Mediazona, nach Serbien locken. Dort hätten russische Agenten ihn entführen und töten sollen. Flores habe sich entschieden, den Auftrag nicht auszuführen. Stattdessen wandte sie sich nach eigenen Angaben an den im Exil lebenden Menschenrechtsanwalt Dmitri Sachwatow. Gemeinsam mit ihm habe sie anschließend ihren Ausstieg aus der Zusammenarbeit mit dem FSB vorbereitet.
Aktivistin flieht aus Russland
Inzwischen soll Flores Russland verlassen haben. Mit ihrer öffentlichen Schilderung verfolgt sie nach eigener Aussage ein konkretes Ziel. Sie wolle Menschen Mut machen, die ebenfalls vom FSB unter Druck gesetzt oder angeworben worden seien. "Ich bin ein lebendes Beispiel dafür, dass man einfach den richtigen Leuten Bescheid sagen muss", erklärte sie in dem Interview.
Gleichzeitig bleiben wichtige Fragen offen. Die von Flores erhobenen Vorwürfe wurden bislang nicht unabhängig bestätigt.
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mlk/bua/news.de
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