Wladimir Putin: Geheime Schattenarmee - mindestens 3.000 Agenten versteckt in Deutschland 

Pistolen, Munition und ein geheimes Depot mitten im Berliner Wald – angelegt offenbar im Auftrag des Kremls. Experten gehen davon aus, dass mindestens 3000 russische Agenten und Einflusspersonen in Deutschland operieren, getarnt in Sportvereinen, Kulturorganisationen und sogar im Umfeld von Polizei und Bundeswehr.

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Laut Einschätzung von Experten agieren knapp 3.000 russische Geheimagenten derzeit in Deutschland im Auftrag von Wladimir Putin (73). (Foto) Suche
Laut Einschätzung von Experten agieren knapp 3.000 russische Geheimagenten derzeit in Deutschland im Auftrag von Wladimir Putin (73). Bild: picture alliance/dpa/Russian Presidential Press Service/Uncredited
  • Waffenlager nahe Berlin entdeckt – Spur führt offenbar nach Russland
  • 3.000 Putin-Agenten in Deutschland? – Experten warnen vor großem Spionagenetz
  • Getarnte Paramilitärs aktiv – Moskau soll gezielt Kontakte zu Polizei und Bundeswehr suchen

In einem Waldstück nahe Berlin haben Sicherheitsbehörden ein verstecktes Waffendepot mit Pistolen und Munition aufgespürt. Gemeinsame Recherchen von NDR, WDR und SZ legen nahe, dass das Lager im Auftrag russischer Nachrichtendienste angelegt wurde. Die Waffen waren nach Einschätzung der Ermittler möglicherweise für Agenten bestimmt, die Anschläge auf deutschem Boden vorbereiten sollten.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ordnete den Fund als Teil einer "hohen Gefährdungslage" ein. Die Waffen seien "sicherlich vorgesehen gewesen, um Anschlagsplanungen durchzuführen", erklärte der Minister. Eine Beteiligung "fremder Mächte" könne nicht ausgeschlossen werden – den Namen Russland ließ Dobrindt dabei allerdings unerwähnt.

Doch Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl mutmaßlicher russischer Geheimdienstoperationen in Deutschland ein.

Mindestens 3000 russische Agenten im Auftrag von Wladimir Putin in Deutschland aktiv

Das Waffenversteck im Berliner Wald ist offenbar nur ein Baustein in einem weitaus größeren Netzwerk, berichtet die "Bild". Fachleute schätzen, dass in Deutschland mindestens 3000 aktive oder sogenannte "schlafende" Agenten, Informanten und Einflusspersonen für Moskau tätig sind.

Deren Ziele sind breit gestreut: Banken, Versicherungen, Werften, Raffinerien und Kraftwerke stehen im Visier der russischen Geheimdienstler. Parallel dazu werden laut "Bild" russische Kulturvereine und Elternorganisationen systematisch unterwandert sowie russlanddeutsche Gruppierungen übernommen.

Auch finanziell ist der Kreml in Deutschland präsent. In Metropolen wie München und Berlin fließen demnach Milliardensummen aus kremlnahen Strukturen und Geheimdienstkreisen – sowohl zur Geldwäsche als auch zur gezielten Einflussnahme vor Ort.

Getarnte Paramilitärs und rekrutierte Helfer ohne Ausbildung

Besonders beunruhigend sind die Methoden, mit denen Moskau seine Netzwerke ausbaut. Russische Paramilitärs operieren hierzulande unter dem Deckmantel von Kampfsportvereinen und Kosaken-Gruppierungen. In diesen Clubs sollen gezielt Verbindungen zu Angehörigen von Polizei und Bundeswehr geknüpft werden.

Zudem warnen die Sicherheitsbehörden vor sogenannten "Wegwerfagenten" – auch als "Low-Level-Agenten" bezeichnet. Dabei handelt es sich um Hilfskräfte ohne jegliche nachrichtendienstliche Schulung, die für Spionage, Sabotageakte oder die Vorbereitung von Anschlägen angeworben werden. Diese Rekrutierungsstrategie macht es den deutschen Behörden besonders schwer, potenzielle Täter frühzeitig zu identifizieren, da sie nicht dem klassischen Profil ausgebildeter Geheimdienstmitarbeiter entsprechen.

Über 80 Agenten ausgewiesen – und die Bedrohung bleibt

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die deutschen Behörden mehr als 80 russische Agenten des Landes verwiesen. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Nach dem Fund des Waffendepots im Berliner Wald verwies Innenminister Dobrindt auf mehrere Festnahmen sowie zahlreiche weitere Fälle, die mit solchen Agenten in Verbindung stehen.

Die Sicherheitsbehörden schlagen immer wieder wegen mutmaßlicher russischer Operationen auf deutschem Boden Alarm. Der Werkzeugkasten des Kremls reicht dabei von klassischer Spionage über Sabotageakte bis hin zu Anschlagsvorbereitungen. Die jüngsten Vorfälle verdeutlichen, dass Moskaus Aktivitäten trotz der bisherigen Gegenmaßnahmen unvermindert andauern.

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