Wladimir Putin: Eindeutige Beweise - Kreml-Chef wollte deutschen Flughafen angreifen

Lediglich ein defekter Zünder an einer hochexplosiven Semtex-Drohne am Leipziger Flughafen verhinderte eine Katastrophe. Neue DNA-Spuren an dem Fluggerät führen Ermittler nun geradewegs zum russischen Geheimdienst GRU.

Erstellt von - Uhr

Eine mit Sprengstoff versehene Drohne am Leipziger Flughafen: Eine neue Spur führt direkt in den Kreml. (Foto) Suche
Eine mit Sprengstoff versehene Drohne am Leipziger Flughafen: Eine neue Spur führt direkt in den Kreml. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire/AP | Gavriil Grigorov/Kremlin Pool
  • Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen war nur durch Zufall nicht funktionsfähig
  • Britische Medien berichten: DNA-Spur an Semtex-Bombe führt in den Kreml
  • Wladimir Putin und der russische Geheimdienst GRU - Paketbombenserie schon 2024
  • Deutscher Sicherheitsexperte spricht von "unwiderlegbarem Beweis"

Am 4. August schlug eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig/Halle in den Flügel eines ukrainischen Frachtflugzeugs vom Typ Antonov An-124 ein. Die Maschine sollte militärische Güter in die Ukraine transportieren. Doch die Bombe detonierte nicht. Nun gibt es eindeutige Hinweise auf die Drahtzieher des gescheiterten Anschlags.

Wie die britische "Daily Mail" berichtete, führen DNA-Spuren an der Drohne direkt zum russischen Militärgeheimdienst GRU und einer Paketbomben-Serie, die bereits 2024 Großbritannien und weitere europäische Länder ins Visier nahm.

Bombenfund am Leipziger Flughafen - Sprengstoff-Drohne wurde rechtzeitig entdeckt

Dass es nicht zur Katastrophe kam, ist einem aufmerksamen Flughafenbusfahrer zu verdanken. Der Flughafenmitarbeiter bemerkte die Drohne, als sie noch in der Luft schwebte. Geistesgegenwärtig näherte er sich dem Fluggerät, trat es mit dem Fuß zu Boden und fixierte es unter seiner Sohle. Anschließend verständigte er sofort den Sicherheitsdienst des Flughafens.

Anschlag auf deutschen Flughafen nur durch Glück misslungen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von "reinem Glück", da der Sprengsatz trotz des Aufpralls auf dem Rollfeld nicht hochging. Ein gerissener Zünder am Sprengstoffpaket sei der einzige Grund gewesen, warum es nicht zur Explosion kam.

Trotz der gescheiterten Detonation hinterließ das Gerät wertvolle forensische Spuren, die den Ermittlern einen direkten Weg zu den Hintermännern eröffneten.

Wladimir Putin unter Verdacht - DNA-Spur führt direkt zum russischen Geheimdienst GRU

Die forensische Auswertung der Drohne brachte einen entscheidenden Durchbruch: Ermittler sicherten genetisches Material, das mindestens einer Person zugeordnet werden konnte, die im Zusammenhang mit der Paketbomben-Serie von 2024 unter Verdacht steht. Diese Anschlagsserie hatte unter anderem Großbritannien und Polen zum Ziel.

"Smoking Gun" - diese Spur führt direkt zu Kreml-Chef Wladimir Putin

Der deutsche Sicherheitsexperte Professor Peter Neumann bezeichnete den Fund gegenüber der "Daily Mail" als unwiderlegbaren Beweis: "Sie haben DNA an der Leipziger Drohne gefunden, und die Person, die zu dieser DNA passt, ist eine Person, die in Litauen verdächtigt wird, an dem Paketbomben-Komplott von 2024 beteiligt gewesen zu sein." Neumann nannte die genetische Spur die "Smoking Gun", die belege, "dass der Paketbombenanschlag im Grunde vom russischen GRU gesteuert wurde".

Auch der Bundestagsabgeordnete Roderich Kieswetter sah klare Parallelen: "Das Verhaltensmuster stimmt mit der russischen Durchführung solcher Operationen überein."

Paketbomben-Serie 2024: Dasselbe Netzwerk, dieselben Drahtzieher

Die Verbindung zum GRU reicht bis in den Sommer 2024 zurück. Damals geriet ein Paket am Flughafen Leipzig in Brand, kurz bevor es auf einen DHL-Flug nach Großbritannien verladen werden sollte. Nur zwei Tage später fing ein weiteres Paket in einem DHL-Depot nahe Birmingham Feuer. In Polen wurden zwei ähnliche Sendungen entdeckt.

Sämtliche Pakete waren aus der litauischen Hauptstadt Vilnius verschickt worden. Nach Einschätzung der Ermittler handelte es sich um Testläufe für geplante Sabotageakte gegen Flüge in die USA. Im Zuge der Ermittlungen identifizierten die Behörden 22 Verdächtige in Polen und Litauen, die mutmaßlich im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU agierten. Fünf von ihnen stehen derzeit in Litauen vor Gericht.

Die litauische Staatsanwaltschaft bestätigte, dass "der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig mit Litauen in Verbindung steht". Ermittler gehen davon aus, dass exakt dieses Netzwerk auch den jüngsten Drohnenangriff orchestrierte.

Maisdose als Bombe, Signalverstärker im Baum

Der Sprengsatz war mit bemerkenswerter Raffinesse konstruiert: Etwa 600 Gramm des Plastiksprengstoffs Semtex wurden in eine handelsübliche Maisdose gepresst. Ermittler entdeckten nach Informationen der "Daily Mail" in Polen ein ganzes Lager ähnlicher Dosenbomben, die von russischen Agenten ins Land geschmuggelt worden waren.

Gesteuert wurde die Drohne über eine eingebaute SIM-Karte samt Antenne. Um das Signal aus der Ferne zuverlässig übertragen zu können, hatten die Täter einen Signalverstärker in einem nahegelegenen Baum versteckt.

Zudem setzte das Netzwerk offenbar eine zweite Drohne ein, die über dem Flughafen kreiste und Livebilder an die Hintermänner übermittelte. Dieses Überwachungsgerät kollidierte mit einem Frachtflugzeug aus Marseille. Die Maschine musste daraufhin in Hannover notlanden, kam jedoch mit geringfügigen Schäden davon.

Weitere Themen, die sich ebenfalls mit Wladimir Putin und Russland beschäftigen:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.