"Maischberger" im Ersten: Knallharte Merz-Abrechnung im ARD-Talk - plötzlich gab's Habeck-Lob

Der Chef des weltgrößten Reisekonzerns hat der Merz-Regierung in einer Knallhart-Abrechnung im ARD-Talk "Maischberger" Planlosigkeit vorgeworfen – und ausgerechnet den früheren grünen Ampel-Minister Robert Habeck für den richtigen Kurs gelobt.

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Tui-Chef Ebel attackierte in der ARD-Sendung "Maischberger" die Wirtschaftspolitik von Friedrich Merz und seiner Regierung scharf - auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bekam ihr Fett weg. (Foto) Suche
Tui-Chef Ebel attackierte in der ARD-Sendung "Maischberger" die Wirtschaftspolitik von Friedrich Merz und seiner Regierung scharf - auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bekam ihr Fett weg. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Frontal-Angriff auf Friedrich Merz in ARD-Sendung "Maischberger"
  • Tui-Chef Sebastian Ebel rechnet im Ersten mit CDU-Kanzler und Bundesregierung ab
  • Zankapfel Wirtschaftspolitik: Plötzlich gibt's Lob für die Ampel und Robert Habeck

Frisch aus der Sommerpause zurückgekehrt flogen bei "Maischberger" am Abend des 12. August 2026 ordentlich die Fetzen. In der Mittwochssendung von und mit Sandra Maischberger im Ersten meldete sich unter anderem der Chef des weltgrößten Reisekonzerns Tui zu Wort und lieferte eine bemerkenswert deutliche Abrechnung mit der Bundesregierung ab. Sebastian Ebel ließ dabei kein gutes Haar an der wirtschaftspolitischen Bilanz von Kanzler Friedrich Merz und seinem Kabinett.

Kanzler-Abrechnung bei "Maischberger": Tui-Boss nennt Merz-Regierung "planlos"

"Vieles ist für mich und für viele Kollegen absolut unverständlich", erklärte der 63-jährige Vorstandsvorsitzende der Tui AG in der Sendung, die ab 23.20 Uhr ausgestrahlt wurde. Zahlreiche Ankündigungen seien schlicht nicht in die Tat umgesetzt worden. Sein vernichtendes Fazit: "Vieles scheint planlos." Damit reiht sich der Tui-Vorstandsvorsitzende in eine wachsende Riege von Wirtschaftsvertretern ein, die offen mit dem Kurs der Merz-Regierung hadern – und dabei sowohl den Kanzler als auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche direkt ins Visier nehmen.

Wirtschaftspolitik von Friedrich Merz enttäuscht den Tui-Chef auf ganzer Linie

Besonders hart fällt Ebels Urteil über den Kanzler persönlich aus. "Ich bin schon überrascht. Das Ergebnis ist besorgniserregend", sagte er bei "Maischberger". Von Merz hatte der Konzernlenker offenkundig deutlich mehr erwartet – und sieht sich nun mit einer ernüchternden Realität konfrontiert. Ein durchdachtes wirtschaftspolitisches Gesamtkonzept kann Ebel beim besten Willen nicht erkennen: "Ich sehe kein stringentes Konzept. Die wirtschaftspolitische Deindustrialisierung hat noch mal stärker an Fahrt genommen", so der Tui-Chef. Der Abbau industrieller Substanz in Deutschland habe sich unter der neuen Regierung also nicht etwa verlangsamt, sondern sogar beschleunigt. Lediglich beim öffentlichen Sektor räumt Ebel Verbesserungen ein. In allen anderen Bereichen habe "sich nichts zum Guten gewendet".

Merz-Ministerin Katherina Reiche scharf kritisiert - kein erkennbarer Masterplan

Doch nicht nur der Kanzler bekommt von Ebel sein Zeugnis ausgestellt – auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche schneidet in seiner Bewertung schlecht ab. Der Tui-Chef hatte sich von der 53-jährigen CDU-Politikerin offenbar erheblich mehr erhofft. "Ich habe bislang nicht den großen Plan gesehen. Wohin wollen wir wirtschaftspolitisch?", fragte Ebel bei "Maischberger" rhetorisch. Entweder existiere eine solche Strategie gar nicht, oder sie werde den Menschen nicht vermittelt. So oder so komme davon nichts in der Bevölkerung an. Ebels Kernvorwurf: Die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Regierung sei für die Bürgerinnen und Bürger derart unsichtbar, dass niemand ihr folgen könne – geschweige denn wolle.

Plötzlich gibt's bei "Maischberger" Lob für Robert Habeck und die Ampel-Regierung

Mindestens ebenso bemerkenswert wie die Kritik an der aktuellen Regierung ist Ebels rückblickende Neubewertung der Ampel-Ära. Den früheren Wirtschaftsminister Robert Habeck und dessen Kurs nahm der Tui-Chef ausdrücklich in Schutz. "Wir sehen heute, dass sie in weiten Teilen den absolut richtigen Weg gegangen sind", sagte Ebel laut der Zusammenfassung von"Bild". Die Energiewende sei inhaltlich korrekt gewesen – lediglich an der Kommunikation habe es gehapert.

Auch beim vermeintlichen Dauerzwist zwischen Ökonomie und Ökologie sieht der Konzernchef inzwischen keinen Konflikt mehr. Es gebe "heute keinen Widerspruch mehr zwischen kommerzieller Sinnhaftigkeit und Umweltschutz", so Ebel. Eine Aussage, die vor wenigen Jahren aus dem Mund eines Großkonzern-Chefs noch für erhebliches Stirnrunzeln gesorgt hätte.

Die komplette "Maischberger"-Sendung vom 12. August 2026 finden Sie als Wiederholung online in der ARD-Mediathek zum Abruf.

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