Jens Spahn bei "maischberger": Reichinnek-Zoff wird zur Nebensache – CDU-Politiker entsetzt mit Diäten-Aussage
Jens Spahn und Heidi Reichinnek zofften sich bei "maischberger". Es hagelte Vorwürfe und Kritik. Besonders der CDU-Politiker sorgte für Aufsehen. Zuschauer zerreißen seine Aussage zur Diätenerhöhung.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Zoff bei "maischberger" vom 6. Mai
- Jens Spahn erhebt Antisemitismusvorwürfe gegen die Linken
- Heidi Reichinnek kritisiert Bundesregierung als Koalition ohne Inhalte
- Unions-Fraktionschef gegen Abschaffung der Diätenerhöhung: Zuschauer sind gereizt
Sandra Maischberger setzte am Mittwochabend (6. Mai) die Stimmung bereits vor dem Gespräch mit Jens Spahn (CDU) und Heidi Reichinnek (Die Linke). In ihrer Sendung "maischberger" konfrontierte sie die Fraktionsvorsitzende der Linken mit einem früheren Angriff des CDU-Politikers. Sie nimmt es mit Humor und stellte klar, dass die Leute nicht sehen wollen, "ob Union und Linke zusammengehen können oder nicht". Es sollte ihrer Meinung nach um Inhalte gehen. Die wurden angesprochen. Doch der Streit dominierte fast die Diskussion. Bei den Zuschauern kam aber besonders seine Aussage zur Diätenerhöhung nicht gut an. Aber von vorn.
"maischberger" am 06.05.2026: Spahn erhebt Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Linken
In den ersten Minuten machte Heidi Reichinnek der Union eine Ansage. "Man solle sie an Inhalten messen. Daran würden sie aber scheitern. "Ein Jahr Kummerkoalition hat nichts für die Menschen im Land gemacht", sagte die Linken-Politikerin. Die Moderatorin griff ein und lenkte noch einmal auf eine Sache, die offenbar nicht passiert: Beide reden nicht miteinander. Es sei offenkundig, dass es "inhaltlich nicht geht", erklärte Spahn. Dann wiederholte er seinen Vorwurf, dass es ein Problem sei, dass bei den Linken "Judenhasser" und "Antisemiten" seien. "Das ist ein Problem", sagte der frühere Gesundheitsminister. "Mit so einer Partei wollen und werden wir nicht zusammenarbeiten", erklärte er. Er bezeichnet den Sozialismus als "Diktatur des Proletariats". Dieser habe unter anderem zu Armut geführt, behauptet Spahn. Solange es in diesem Programm so sei und eine Art "Lifestyle-Antisemitismus" sich "langsam in die Gesellschaft" frisst. "Dann ist eine Zusammenarbeit nicht möglich. Inhaltlich klar begründet."
Zoff in der ARD: Reichinnek kontert Spahns Vorwürfe
Reichinnek machte deutlich, dass die Solidarität mit Palästina kein Antisemitismus sei. "Das lasse ich mir und meiner Partei nicht vorwerfen", entgegnete sie deutlich. Spahn mischte sich ein und betonte das Problem, nannte aber keine Namen. Die Linken-Politikerin konterte daraufhin. Die Union würde sich "mehr und mehr für die AfD öffnen". Das sei nicht nur in der Rhetorik so, sondern auch in der Umsetzung. Ihr und ihrer Partei geht es um soziale Gerechtigkeit, sie werden aber immer an die Seite geschoben, während in Spahns Reihen die Brandmauer zerschlagen wird. Sandra Maischberger griff ein und sprach über ein Szenario nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Es könnte sein, dass nur drei Parteien - CDU, Linke und AfD - in den Landtag ziehen. Spahn machte deutlich, dass die AfD "immer mehr von Rechtsextremen übernommen" werde. Er redete danach noch über Mitglieder der AfD und behauptete, dass die Linken und die AfD pro-Putin seien. Reichinnek widersprach ihm.
Wirbel um Diätenerhöhung für Abgeordnete – Jens Spahn gegen Abschaffung
Danach richtete die Journalistin endlich den Fokus auf Inhalte. Dabei sprachen sie über die geplanten Diätenerhöhungen für Abgeordnete. Spahn sprach sich dafür aus, dass die Erhöhung der Diäten weiterhin an die Lohnentwicklung gekoppelt werden soll. Es sei falsch gewesen, dass der Bundestag entschied. Reichinnek forderte eine Aussetzung, schließlich verdienen die Abgeordneten genug. Ab dem 1. Juli bekommen Abgeordnete 500 Euro mehr. Spahn sprach sich dagegen aus. "Wir haben einen guten, funktionierenden Mechanismus, an dem ich grundsätzlich festhalten möchte." Er sprach von Signalen. Die Bezahlung als Abgeordneter müsse "insgesamt auch so sein, dass es attraktiv ist, sich dort auch mit zu engagieren".
Der @cducsubt-Fraktionsvorsitzende @JensSpahn spricht sich gegen eine Aussetzung der Diäten-Erhöhung für Bundestagsabgeordnete aus: „Wir haben einen guten, funktionierenden Mechanismus, an dem ich grundsätzlich festhalten möchte.“ Die Bezahlung als Abgeordneter müsse „insgesamt… pic.twitter.com/V3RfghbwcE
— Maischberger (@maischberger) May 6, 2026
Spahns Diäten-Aussage erzürnt Zuschauer
Diese Aussage war es, die bei vielen Zuschauern für Unmut sorgte. Diäten sind für viele Menschen ein Reizthema, wie Kommentare auf der Plattform X zeigen:
- "@jensspahn, die Bezahlung der Arbeitnehmer - v.a. das, was ihnen bleibt, nachdem Staat & SV-Versicherungen ordentlich abkassiert haben & der Rest dank schlechter Politik durch hohe Preise verbrannt ist - muss auch attraktiv sein, damit sich Menschen für & in der Arbeit engagieren."
- "Arbeiten sollte wieder attraktiv sein... Wie man die Tätigkeit der Abgeordneten nennt, weiß ich leider nicht..."
- "Unglaublich. Wieder Wahlwerbung für die AfD... 'Wir schaffen das!'"
- "#CDUCSU will Bürgergeldempfängern den Freibetrag (208€) beim Minijob streichen oder deutlich kürzen-als "Anreiz", Arbeit aufzunehmen. Der Anreiz zum "Mitmachen" für BT- Abgeordnete mit 5-stelligen Bezügen besteht in jährlich angehobenen Diäten. Raffgier-von uns bezahlt!"
- "Die Aussage, dass die Bezahlung gut sein muss, um sich zu engagieren, ist eine Verhöhnung aller Menschen, die zum Mindestlohn und Niedriglohn arbeiten müssen. Dieser Satz sagt aber auch, warum ihr Plan nicht funktionieren wird: Sie erhalten zwar ihren Anreiz. Vergessen jedoch, die Bevölkerung mit Anreizen mitzunehmen! Im Gegenteil, für diese gibt es NUR weitere Abgaben!"
Die komplette Folge von "maischberger" vom 6. Mai 2026 können Sie als Video-on-Demand in voller Länge in der ARD-Mediathek sehen.
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