Schockierende Prognose für Merz: CDU fürchtet historischen Absturz

Die CDU steckt in der Krise: Intern wird vor einem massiven Mitgliederschwund gewarnt. Zehntausende Parteimitglieder könnten laut einer alarmierenden Hochrechnung verloren gehen. Besonders brisant: Selbst in der Partei wird ein Zusammenhang mit der Regierung von Friedrich Merz gesehen.

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Der CDU droht ein gewaltiger Mitgliederschwund. (Foto) Suche
Der CDU droht ein gewaltiger Mitgliederschwund. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Alarm im Präsidium: CDU fürchtet Verlust von bis zu 50.000 Mitgliedern
  • Merz unter Druck: Unzufriedenheit mit der Regierung belastet Partei
  • Strukturelles Problem: Überalterung verschärft den Schwund zusätzlich

Die CDU blickt offenbar mit großer Sorge auf ihre Zukunft. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, schlug Generalsekretär Carsten Linnemann am Montag im Präsidium Alarm. Bei der Sitzung des höchsten Führungsgremiums präsentierte der 48-Jährige eine besorgniserregende Hochrechnung.

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Demnach könnte die Partei bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode rund 50.000 Mitglieder einbüßen. Das entspräche einem Rückgang von 14 Prozent bis 2029. Grundlage dieser Berechnung ist der Mitgliederstand von etwa 356.000 Personen zum Jahresende 2025. Linnemann wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Aussagen aus der internen Runde äußern.

CDU relativiert düstere Prognose

Innerhalb der CDU wird die alarmierende Zahl allerdings eingeordnet. Nach Informationen der "Bild" aus Parteikreisen handele es sich lediglich um ein Worst-Case-Szenario. Die Hochrechnung spiegle nur eine momentane Entwicklung wider und sei keineswegs festgeschrieben.

Trotz dieser Relativierung räumen Parteiinsider einen Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage ein. Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz wirke sich demnach auch auf die Mitgliederzahlen aus. Das laufende Jahr 2026 habe sich bislang als problematisch für die Mitgliederbilanz erwiesen.

Dabei sah die Lage noch vor kurzem völlig anders aus. Im Jahr 2024 konnte die CDU einen beachtlichen Zuwachs verbuchen: Mehr als 20.000 Menschen traten der Partei bei. Mit diesem Schub überholten die Christdemokraten sogar die SPD und wurden zur mitgliederstärksten Partei Deutschlands.

Damals galt Friedrich Merz als treibende Kraft hinter diesem Erfolg. Als Oppositionsführer setzte er die Ampel-Koalition unter Druck und zog damit offenbar viele neue Mitglieder an. Der Wechsel vom Kritiker zum Regierungschef scheint diese Anziehungskraft jedoch deutlich geschmälert zu haben.

Überalterte CDU-Basis als strukturelles Hindernis

Die CDU kämpft jedoch nicht nur mit politischer Unzufriedenheit. Ein grundlegendes demografisches Problem belastet die Partei: Ihre Mitgliederbasis ist überdurchschnittlich alt. Aus Parteikreisen heißt es gegenüber der "Bild", dass ein erheblicher Teil des Mitgliederschwunds schlicht auf Todesfälle zurückzuführen sei. Die Parteiführung hat sich daher ein klares Ziel gesetzt: Die Zahl der aktiven Neueintritte soll die bewussten Austritte übersteigen. Nur so lässt sich der natürliche Schwund durch verstorbene Mitglieder ausgleichen. Generalsekretär Linnemann lehnte es ab, die in der vertraulichen Präsidiumssitzung gefallenen Aussagen öffentlich zu kommentieren.

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