Wladimir Putin schickt "Wegwerfagenten": Kreml-Chef entsendet Handlanger nach Deutschland - Sprengstoffanschlag vereitelt?
Wladimir Putins Hybridkrieg gegen den Westen hat Deutschland erreicht - russische Sabotageaktivitäten in der Bundesrepublik häufen sich. Nun wurde offenbar ein Anschlag von Putins Wegwerfagenten auf einen Rüstungsstandort vereitelt.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin führt hybriden Krieg gegen Deutschland
- Geheimdienst vereitelt mutmaßlichen Russland-Anschlag laut Bericht
- Gefahr von Putin-Anschlägen in Deutschland nimmt zu - Waffenfabriken im Visier russischer Agenten
Seinen unverhohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt Wladimir Putin seit viereinhalb Jahren, ohne dass ein Kriegsende absehbar wäre - doch nicht nur im russischen Nachbarland sind Putins Handlanger in Aktion. Wie die"Bild"unter Berufung auf Geheimdienstberichte schreibt, soll ein mutmaßlicher Anschlag sogenannter russischer "Wegwerfagenten" in Deutschland vereitelt worden sein.
Wladimir Putin entsendet "Wegwerfagenten" nach Deutschland für Sabotage-Angriffe
Gemeinsam mit internationalen Partnern hätten deutsche Sicherheitsbehörden demnach einen geplanten Sprengstoffanschlag auf einen Rüstungsstandort in Deutschland verhindert. Anfang Juni nahmen serbische Spezialkräfte an der Grenze zu Ungarn zwei Verdächtige fest, die einen Sprengsatz bei sich getragen haben sollen. Bei den Festgenommenen handele es sich dem Vernehmen nach um Personen, die für russische Geheimdienste gegen geringe Bezahlung Sabotageakte durchführen sollen. Ihr mutmaßliches Ziel war offenbar ein Unternehmen, das eine wichtige Rolle bei der militärischen Unterstützung der Ukraine spielt. Welche Produktionsstätte konkret ins Visier genommen werden sollte, bleibt bislang unklar.
Geheimdienste sollen Putin-Anschlag auf deutschen Rüstungsstandort vereitelt haben
Nach bisherigen Erkenntnissen sollte der Anschlag mutmaßlich ein Unternehmen treffen, das für die ukrainische Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg von Bedeutung ist. In der Bundesrepublik existieren mehrere Fertigungsstätten für Waffensysteme, die für Lieferungen an die Ukraine vorgesehen sind. Das konkrete Anschlagsziel konnten die Behörden bisher nicht öffentlich benennen. Die Ermittler arbeiten derzeit intensiv an der weiteren Aufklärung des Falls. Der verhinderte Anschlag gilt nach Recherchen von "Bild" als erster Erfolg des kürzlich eingerichteten Abwehrzentrums Hybrid, das speziell zur Bekämpfung solcher Bedrohungen gegründet wurde.
Internationale Geheimdienstkooperation führte zur Festnahme von Putin-Agenten
Der Zugriff der serbischen Polizei erfolgte maßgeblich aufgrund von Hinweisen verbündeter Nachrichtendienste sowie deutscher Sicherheitsbehörden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe die zuständigen Stellen über die brisante Festnahme informiert. Der gesamte Vorgang wird streng vertraulich behandelt. In den Innenministerien der Bundesländer ist von einem "nicht abgeschlossenen nachrichtendienstlichen Verfahren" die Rede.
Wladimir Putins Anschlagspläne in Deutschland von Innenminister Dobrindt bestätigt
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Anschlagsplanungen bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichts 2025 offiziell bestätigt. Man habe einen "Sprengstoffanschlag" mit "Zielort Deutschland" verhindern können, erklärte der Minister. Dies sei gelungen, "indem wir entsprechende Personen, die in Anschlagsvorbereitungen waren, ins Visier genommen haben". Im Verfassungsschutzbericht selbst warnt Dobrindt eindringlich vor der russischen Bedrohung: "Wir sind regelmäßig Ziel hybrider Angriffe Russlands. Der russische Staat möchte unsere Gesellschaft destabilisieren, unsere Demokratie unterwandern und unsere Unterstützung für die Ukraine unterminieren."
Russische Sabotageaktivitäten in Deutschland häufen sich
Der vereitelte Anschlag reiht sich in eine wachsende Zahl von Fällen sogenannter "Wegwerfagenten" in Deutschland ein. Ende April ließ die Bundesanwaltschaft in Berlin den kasachischen Staatsbürger Sergej K. festnehmen. Ihm wird vorgeworfen, Informationen über deutsche Militärhilfe für die Ukraine, die Rüstungsindustrie sowie potenzielle Sabotageziele an einen russischen Führungsoffizier weitergegeben zu haben. Im März 2026 startete vor dem Stuttgarter Gericht ein Verfahren gegen drei Ukrainer aus dem von Russland besetzten Mariupol. Die Anklage lautet auf Auskundschaftung von Transportrouten für Paketbomben im Auftrag russischer Geheimdienste. Bereits im Oktober 2025 verhängte das Oberlandesgericht München eine sechsjährige Haftstrafe gegen den Deutschen Dieter S., der monatelang mögliche Anschlagsziele für Moskau ausgespäht haben soll.
Russland-Agenten in Deutschland immer aktiver - Geheimdienste sollen künftig selbst eingreifen dürfen
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohungslage hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf für erweiterte Befugnisse von Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst vorgelegt. Künftig sollen beide Dienste nicht mehr nur Informationen sammeln, sondern auch aktiv gegen Gefahren vorgehen können, wie Anfang Juli 2026 mitgeteilt wurde. "Wenn sie Gefahren erkennen, die andere Stellen – etwa die Polizei – nicht gleichermaßen wirksam abwehren können, können die Nachrichtendienste künftig in engen Grenzen selber eingreifen", teilte das Bundesinnenministerium mit. Dies betrifft insbesondere laufende Cyberangriffe. Das grundsätzliche Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten soll dabei bestehen bleiben. Der Kabinettsbeschluss wird noch im Sommer erwartet. Ein neues Kontrollgremium soll die erweiterten Befugnisse überwachen.
Bundesregierung unter Zeitdruck: Verfassungsgericht setzt Frist bis Jahresende
Die Bundesregierung steht bei der Reform unter erheblichem Zeitdruck. Das Bundesverfassungsgericht hat dem BND eine Frist bis Ende 2026 gesetzt, um die Regeln für die Inland-Ausland-Fernmeldeaufklärung anzupassen. Die Karlsruher Richter bemängelten unter anderem fehlende Regelungen zur Aussonderung rein inländischer Kommunikationsdaten.
Der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Konstantin von Notz (Grüne), drängt auf zügiges Handeln: "Im Parlamentarischen Kontrollgremium ist es interfraktioneller Konsens, dass diese Reform dringend kommen muss." Sollte die Neuregelung nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, hätte dies nach seiner Einschätzung fatale Folgen für die Arbeit der Nachrichtendienste.
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loc/news.de/dpa/stg
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