Kim Jong Un: Kim zündet Eskalationsstufe - Experten schlagen Atom-Alarm

Kim Jong Un gewinnt für China und Russland zunehmend an Bedeutung. Nach einem Treffen mit Xi Jinping treibt Nordkoreas Machthaber seinen Atomkurs entschlossen voran. Experten warnen vor einer drastischen Kim-Maßnahme.

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Kim Jong-un hat seine Position einer Analyse zufolge gestärkt. (Foto) Suche
Kim Jong-un hat seine Position einer Analyse zufolge gestärkt. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited
  • Kim Jong Un wird immer wichtiger für China und Moskau
  • Kim Jong Un will "Identität als Atomwaffenstaat festigen"
  • Kim Jong Un: Iran-Schicksal bestärkt Nordkoreas Atomplan

Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat Anfang dieser Woche den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang besucht. Das Treffen bestätigte den seit 65 Jahren bestehenden gegenseitigen Verteidigungspakt zwischen beiden Ländern. Zugleich bot es Kim eine Bühne, um seinen Status auf der Weltbühne zu präsentieren.

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Kim Jong Un wird immer wichtiger für China und Moskau

Erst wenige Wochen zuvor hatte Xi den US-Präsidenten Donald Trump sowie Russlands Präsidenten Wladimir Putin bei separaten Gipfeln in China empfangen. Dass Xi nun seinerseits nach Nordkorea reiste, unterstreicht die gewachsene Bedeutung Pjöngjangs aus Pekings Sicht.

  • "Für Kim Jong Un zeigt Xis Besuch, dass Nordkoreas geopolitischer Wert erheblich gestiegen ist", erklärte Uk Yang vom "Asan Institute for Policy Studies" gegenüber "Newsweek".

Pjöngjang habe sich als zunehmend wichtiger Akteur positioniert, dessen strategische Relevanz parallel zur Verschärfung des regionalen und globalen Wettbewerbs zwischen den Großmächten gewachsen sei.

Putin, Xi und Kim schließen Reihen gegen Donald Trump

Nordkorea nimmt eine außergewöhnliche geopolitische Stellung ein. Der diese Woche gewürdigte Vertrag von 1961 macht das Land zu Chinas einzigem offiziellen Sicherheitsverbündeten. Ein im Juni 2024 geschlossener Pakt mit Putin hob die langjährige Moskau-Pjöngjang-Beziehung auf eine neue Stufe eines gegenseitigen Verteidigungsrahmens. Kim handelte umgehend und entsandte Truppen zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg.

Währenddessen verstärken die USA ihre militärischen Partnerschaften mit Japan und Südkorea. US-Vertreter berieten zuletzt mit südkoreanischen Kollegen über verstärkte Abschreckungsmaßnahmen. Tage zuvor fanden zwischen Washington und Tokio Gespräche.

  • "Die vertiefte Sicherheitskooperation zwischen den USA, Südkorea und Japan schafft zusätzliche Anreize für engere Koordination zwischen Nordkorea, China und Russland", sagte Yang.

Kim Jong Un will "Identität als Atomwaffenstaat festigen"

Patrick Cronin vom Hudson Institute sieht in Kims Strategie klare Zielsetzungen. "Kim will seine Identität als Atomwaffenstaat festigen, auf dem Weg zu einem dauerhaften Platz am hohen Tisch der Nuklearmächte", erklärte Cronin gegenüber "Newsweek".

Die geopolitische Ausrichtung Nordkoreas konzentriert sich auf drei zentrale Säulen: das Überleben des Regimes, nukleare Abschreckung und maximale strategische Eigenständigkeit. Kim hat die traditionelle Wiedervereinigung mit Südkorea als Ziel aufgegeben. Stattdessen verfolgt er die Etablierung Nordkoreas als dauerhaft nuklear bewaffneter Staat mit internationaler Relevanz.

Für Peking und Moskau dient Pjöngjang als nützlicher strategischer Partner, der zusätzliche Herausforderungen für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in Nordostasien schafft. Im Gegenzug helfen die engeren Beziehungen zu China und Russland Nordkorea, diplomatische Isolation zu verringern und seinen Handlungsspielraum im Umgang mit Washington, Seoul und Tokio zu erweitern.

Donald Trump plant neues Gipfeltreffen mit Kim Jong Un

Cronin beobachtet, dass Kim sich für ein Treffen mit Trump positioniert hat. Der US-Präsident ist der einzige Amtsinhaber, der je mit einem nordkoreanischen Machthaber zusammenkam. Während seiner ersten Amtszeit traf Trump Kim dreimal im Rahmen eines Friedensprozesses, der 2019 scheiterte.

  • Kim äußerte sich im September vergangenen Jahres offen für eine Wiederaufnahme des Kontakts mit Washington, sofern die USA "ihre absurde Verfolgung der Denuklearisierung anderer" aufgeben.
  • "Persönlich habe ich noch immer eine gute Erinnerung an den derzeitigen US-Präsidenten Trump", ließ Kim damals verlautbaren.
  • Trump hat wiederholt von seiner "sehr guten Beziehung" zu Kim gesprochen und seine Absicht zu einem neuen Treffen bekundet.

Cronin erwartet, dass Trump nach den Midterm-Wahlen aktiver werden könnte, möglicherweise beim APEC-Gipfel in Shenzhen im November. Kims Chance bestehe darin, die Nuklearfrage neu zu rahmen, ähnlich wie Xi die Taiwan-Frage behandelt hat. Nach seinem Peking-Besuch schien Trump eher bereit, Chinas Darstellung zu übernehmen.

Gilbert Rozman von der Princeton University bezeichnet Trump als "begierig" auf ein Treffen mit Kim, das eine zumindest implizite Anerkennung Nordkoreas als Atommacht voraussetzen würde.

Kim Jong Un: Iran-Schicksal bestärkt Nordkoreas Atomplan

Der laufende amerikanisch-israelische Konflikt mit Iran verfestigt Nordkoreas Haltung zu seinem Atomwaffenarsenal. Trotz fortgeschrittener Urananreicherung hat Teheran die nukleare Schwelle nicht überschritten und sieht sich nun militärischem Druck ausgesetzt.

  • Youngjun Kim von der Korea National Defense University zieht daraus klare Schlüsse: "Kim hat Iran gesehen und natürlich entschieden, dass Nordkorea seine Atomwaffen niemals aufgeben wird." Der Professor sieht darin eine dauerhafte Weichenstellung.

Yang vom Asan Institute bestätigt diese Einschätzung.

  • Der jüngste Konflikt werde Pjöngjangs langjährige Überzeugung verstärken, dass Nuklearwaffen die ultimative Garantie für die Sicherheit des Regimes darstellen. Nordkoreanische Führer hätten stets argumentiert, dass Staaten ohne glaubwürdige nukleare Abschreckung anfällig für externen militärischen Druck bleiben.
  • Die aktuellen Ereignisse würden Nordkoreas Entschlossenheit nur stärken, seine nuklearen Fähigkeiten aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Putin und Xi sollen Kim Jong Uns Nuklearplan absichern

Kim Jong Un hat die jahrzehntelange Politik der Wiedervereinigung mit Südkorea offiziell verworfen. Anstatt auf Sicherheitsgarantien aus Washington oder Seoul zu setzen, konzentriert sich Pjöngjang auf stabilere und berechenbarere Partnerschaften mit seinen traditionellen Verbündeten. China und Russland werden diese Entwicklung unterstützen.

Beide Großmächte signalisieren Bereitschaft, Nordkoreas Überleben sowie seinen Nuklearbesitz zu sichern - und dies ohne Sanktionen zu verhängen. Für Kim bedeutet diese Konstellation eine Absicherung seines Regimes bei gleichzeitigem Schutz vor übermäßiger Abhängigkeit von einem einzelnen Partner.

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