Wladimir Putin: Plötzlich spricht der Kremlchef über ein Ende des Ukraine-Kriegs

Kremlchef Wladimir Putin schlägt im Ukraine-Krieg plötzlich ungewohnt andere Töne an. Trotz Aussagen über ein mögliches Kriegsende setzt Russland seine Angriffe auf die Ukraine jedoch fort.

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Wladimir Putin: Kremlchef überrascht mit Aussagen über mögliches Kriegsende (Foto) Suche
Wladimir Putin: Kremlchef überrascht mit Aussagen über mögliches Kriegsende Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov
  • Putin spricht erstmals seit Jahren über mögliches Kriegsende
  • Neue Wortwahl gegenüber Selenskyj sorgt für Aufmerksamkeit
  • Russische Angriffe auf ukrainische Städte gehen dennoch weiter

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Mit ungewöhnlichen Aussagen zum Krieg in der Ukraine hat Wladimir Putin zuletzt international Aufmerksamkeit erregt. Beobachter sehen darin einen auffälligen Wechsel im Ton des russischen Präsidenten, obwohl Moskau seine militärischen Angriffe gleichzeitig fortsetzt.

Putin spricht plötzlich vom möglichen Kriegsende

Während eines öffentlichen Auftritts am 9. Mai erklärte Putin laut "Kyiv Independent" überraschend, der Krieg in der Ukraine könne sich "dem Ende nähern". Es war das erste Mal seit Jahren, dass der Kremlchef öffentlich in diese Richtung argumentierte. Die Aussage sorgte sofort für Diskussionen, da Putin bislang überwiegend kämpferische und kompromisslose Töne angeschlagen hatte. Auch bei der traditionellen Siegesparade in Moskau fiel Beobachtern auf, dass die Veranstaltung deutlich kleiner ausfiel als in früheren Jahren.

Neue Wortwahl gegenüber Selenskyj fällt auf

Zusätzlich sorgte eine weitere Veränderung für Aufmerksamkeit: Putin bezeichnete den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erstmals seit langer Zeit öffentlich wieder als "Herr Selenskyj". In den vergangenen Jahren hatte der russische Präsident den ukrainischen Staatschef regelmäßig mit drastischen und beleidigenden Formulierungen angegriffen. Experten sehen darin einen möglichen Versuch, die öffentliche Wahrnehmung des Krieges neu zu gestalten.

Militärischer und wirtschaftlicher Druck wächst

Hintergrund der veränderten Rhetorik könnte die schwieriger werdende Lage für Russland sein. Der Krieg belastet das Land inzwischen nicht nur militärisch, sondern zunehmend auch wirtschaftlich und politisch. Trotz fortgesetzter Offensiven steigen die Kosten des Konflikts weiter an. Gleichzeitig wächst der internationale Druck auf Moskau. Analysten vermuten deshalb, dass Putin versucht, der russischen Bevölkerung eine Perspektive auf ein mögliches Ende des Krieges zu vermitteln.

Russland setzt Angriffe dennoch fort

Von einer tatsächlichen Entspannung kann jedoch bislang keine Rede sein. Nur wenige Tage nach Putins Aussagen starteten russische Streitkräfte erneut massive Angriffe auf die Ukraine. Bei Raketenattacken auf Kiew wurden Berichten zufolge zahlreiche Menschen getötet oder verletzt. Auch zivile Ziele gerieten erneut unter Beschuss. Die militärische Strategie Russlands scheint sich damit bislang nicht grundlegend verändert zu haben.

Experten sehen taktisches Kalkül

Fachleute bewerten Putins neue Aussagen deshalb mit Vorsicht. Gregoire Roos vom britischen "Thinktank Chatham House" sprach von einem möglichen "taktischen Populismus". Demnach könnte Putin gleichzeitig unterschiedliche Botschaften senden: Einerseits soll der russischen Bevölkerung Hoffnung auf ein Kriegsende gemacht werden, andererseits bleibe der Druck auf die Ukraine bestehen.

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