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Coronavirus-News aktuell am Donnerstag: Spahn stellt Deutsche auf "harte Wochen" ein - Impfgipfel am Montag

Erstmals seit Oktober liegt die 7-Tage-Inzidenz unter 100. Doch die Infektionszahlen bleiben weiterhin hoch. Jens Spahn hat für kommenden Montag einen Impfgipfel angekündigt, bei dem über das weitere Vorgehen gesprochen werden soll. Die aktuellen Coronavirus-News vom Donnerstag.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. (Foto) Suche
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister. Bild: dpa

Erstmals seit Ende Oktober liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 100. So wurden in eutschland binnen einer Woche 98 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Damit hat sich die Zahl der innerhalb von 7 Tagen gemeldeten Neuinfektionen seit dem Höchststand kurz vor Weihnachten - die 7-Tage-Inzidenz lag am 22. Dezember bei 197,6 - in etwa halbiert. Das politische Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50.

Coronavirus-News aktuell: RKI meldet 17.553 Corona-Neuinfektionen am Donnerstag

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI 17.553 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden mehr als 900 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Vergangenen Donnerstag hatte das RKI 20.398 Neuinfektionen und 1.013 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen an einem Tag war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

54.913 Corona-Tote in Deutschland seit Beginn der Pandemie

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.178.828 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 54.913.

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Erstmals seit drei Monaten unter 100! Sieben-Tage-R laut RKI aktuell bei0,87

Der bundesweite 7-Tage-R-Wert lag laut dem RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,87 (Vortag 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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Alle Coronavirus-News am 28.01.2021 im News-Ticker

+++ Spahn stellt Deutsche auf "harte Wochen" ein - Impfgipfel am Montag +++

Trotz Rückgangs der Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Menschen in Deutschland auf weitere harte Wochen angesichts des knappen Corona-Impfstoffs eingestimmt. Ein Bund-Länder-Treffen zur Lage und zum Vorgehen beim Thema Impfen ist nun für kommenden Montag geplant. "Die Bundeskanzlerin und die Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz haben sich darauf verständigt, am 1. Februar um 14.00 Uhr zu einem Impfgespräch zusammenzukommen", teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag mit.

Weil es bei den Impfstofflieferungen seit Wochen ruckelt und Hersteller wiederholt geringere Mengen in Aussicht stellten, als zunächst geplant, hatten mehrere SPD-Politiker einen Impfgipfel gefordert. Auch Spahn hatte sich am Donnerstag offen dafür gezeigt. "Denn wir gehen bei der Knappheit des Impfstoffes noch durch mindestens zehn harte Wochen", teilte der Gesundheitsminister mit. "Die sollten wir mit gemeinsamem Arbeiten in der Sache verbringen." In zehn Wochen, also im April, ist Ostern.

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+++ Rentner mit Corona-Masche um Goldbarren gebracht +++

Mit einer Corona-Betrugsmasche haben Unbekannte einen Rentner in Niederbayern um Bargeld und Goldbarren gebracht. «Der klassische Enkeltrick ist dabei in abgeänderter Form genutzt worden», teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Ein angeblicher Arzt berichtete dem 89-Jährigen am Mittwochnachmittag telefonisch von einer vermeintlichen Corona-Erkrankung seines Sohnes. Weiter sagte er, zur Behandlung sei dringend ein mehrere Zehntausend Euro teures Medikament nötig. Eine angebliche Mitarbeiterin des Arztes holte kurz darauf das Geld und die Goldbarren mit einem Gesamtwert im fünfstelligen Eurobereich an der Wohnung des Rentners in Landshut ab.

+++ Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger +++

Hartz-IV-Empfänger sollen je zehn kostenlose FFP2-Masken bekommen. Hintergrund sind neue Corona-Schutzmaßnahmen für Busse, Bahnen und beim Einkaufen. Nach einem Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar sollen selbstgenähte Behelfsmasken oder Tücher nicht mehr erlaubt sein, stattdessen müssen FFP2-Masken oder die günstigeren OP-Masken getragen werden.

Wie Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilten, sollen rund fünf Millionen Bezieher von Grundsicherung jeweils zehn FFP2-Masken bekommen. Dafür würden die Betroffenen ein Schreiben von ihrer Krankenversicherung bekommen. Mit diesem und dem Personalausweis könnten die Masken dann bei der Apotheke abgeholt werden. "Es ist wichtig, dass wir in dieser Situation die gesamte Gesellschaft im Blick haben", sagte Heil. Menschen in Grundsicherung hätten keine Reserven.

Sozialverbände hatten vor dem Hintergrund der neuen Maskenvorgaben mehrfach gefordert, dass der Staat Bedürftige dann auch entsprechend unterstützen müsse.

Ein ähnliches Masken-Programm hatte der Bund schon zum Schutz von Risikogruppen aufgelegt. Rund 34 Millionen Bürger ab 60 Jahren und Menschen mit chronischen Erkrankungen bekommen Gutscheine für zwölf FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Dabei wird ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken fällig. Drei kostenlose FFP2-Masken waren den Betroffenen schon vor dem Jahreswechsel zur Verfügung gestellt worden.

+++ Charité-Chef rechnet mit besseren Therapien für Covid-19-Patienten +++

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Heyo K. Kroemer, rechnet mit baldigen Fortschritten bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. "Ich gehe davon aus, dass wir (...) innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate Hinweise dafür bekommen, wie Menschen besser behandelt werden", sagte Kroemer am Donnerstag in Berlin und verwies unter anderem auf die Entwicklung von speziellen Antikörpertherapien in Deutschland.

Die deutschen Universitätskliniken hatten sich im vergangenen März zu einem Forschungsnetzwerk zusammengeschlossen und tauschen seitdem unter anderem Behandlungsdaten und Therapieerfahrungen zu Covid-19-Patienten miteinander aus, um Therapieansätze zu verbessern. Koordiniert wird die vom Bundesforschungsministerium geförderte Initiative von der Charité.

Den Datenaustausch nannte Kroemer wichtig, da man immer noch nicht vorhersagen könne, wie im Einzelfall der Verlauf einer Covid-Erkrankung sein werde. "Wir haben an der Charité zum Teil junge Patienten mit fatalen Verläufen gesehen, ohne dass wir das erklären konnten."

"Die Forschung arbeitet mit Hochdruck daran (...), dieser Pandemie Schritt für Schritt den Schrecken zu nehmen", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sie bat aber auch um Geduld. Forschung sei kein Hexenwerk, sondern nehme Zeit in Anspruch.

+++ Umfrage: Mehrheit der Deutschen akzeptiert verschärfte Corona-Regeln +++

Ein großer Teil der Deutschen steht auch weiter hinter der Corona-Politik der Bundesregierung. Die bis Mitte Februar verlängerten und weiter verschärften Corona-Regeln werden von einer Mehrheit von 56 Prozent als richtig angesehen, ergab das am Donnerstag veröffentlichte ZDF-"Politbarometer". Das Umfrageergebnis entspreche einem Zuwachs der Zustimmung von fünf Prozentpunkten im Vergleich zu Mitte Januar. Unverändert 28 Prozent der Befragten plädierten für eine weitere Verschärfung, 14 Prozent hielten die Maßnahmen für übertrieben.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten hatten in der vergangenen Woche beschlossen, den Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. Besonders strittig sind dabei die weitgehenden Schulschließungen. 59 Prozent finden sie aber richtig, 35 Prozent falsch.

+++5.000 FFP2-Masken aus Krankenhaus gestohlen +++

Unbekannte haben aus einem Krankenhaus in Bergisch Gladbach rund 5.000 Schutzmasken gestohlen. Aus einem Lagerraum der Klinik seien fünf Kartons mit FFP2-Masken im Wert von etwa 5.000 Euro verschwunden, die für den Krankenhausbetrieb notwendig seien, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bei der Überprüfung des Lagerbestands am 18. Januar seien die Kartons noch da gewesen - eine Woche später waren sie weg. Das Krankenhaus habe Strafanzeige wegen Diebstahls erstattet.

+++ Experten warnen trotz sinkender 7-Tage-Inzidenz vor Lockerungen +++ 

Deutschland hat eine wichtige Hürde im Pandemie-Winter genommen: Dank des strengen Lockdowns haben sich die Infektionszahlen seit Weihnachten halbiert. So gab das Robert Koch-Institut die 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - am Donnerstagmorgen mit 98 an. Der bisherige Höchstwert wurde am 22. Dezember mit 198 erreicht.

Erklärtes Ziel von Bund und Ländern ist bisher, die 7-Tage-Inzidenz auf unter 50 zu drücken. Hält die positive Entwicklung an, könnte das rein rechnerisch so bis Mitte bis Ende Februar erreichbar sein. Doch Wissenschaftler halten ein Hoffnungmachen auf schnelle Lockerungen für das falsche Signal. Deutschland solle den Erfolg nicht verspielen, rät Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Mehr Freiheiten für alle winken aus ihrer Sicht erst, wenn die Inzidenz auf oder unter 10 gedrückt werde - so wie im vergangenen Sommer.

Im vergangenen Jahr wurde eine Inzidenz von 50 als Schwelle dafür definiert, bis zu der die knapp 400 deutschen Gesundheitsämter die Lage unter Kontrolle halten können: also alle Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig machen und in Quarantäne schicken. Wichtig sei, schnell auf den 50er-Wert zu kommen, "damit wir dann über Öffnungen reden können", argumentiert Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Dabei gibt es keine Automatismen: Bei welchen Schwellen welche Corona-Maßnahmen zu lockern sind, ist eine politisch zu klärende Frage.

Für Forscherinnen wie Viola Priesemann ist die Inzidenz um 100 erst ein kleines Zwischenziel. Sie hält drei weitere Halbierungen der Ansteckungsraten für nötig: auf 50, 25 und schließlich 12,5. Ab dem bisherigen Ziel 50 würden dann ihrer Rechnung nach zwei bis vier weitere Wochen vergehen, bis über ein bisschen mehr Normalität nachgedacht werden könne. Es sei ein Weg, der sich für alle lohne, wirbt die Forscherin für ihre Theorie. Das sei wie bei einem Feuer. Entweder sei es unter Kontrolle - oder eben nicht. "Eine halbe Kontrolle gibt es bei Feuer nicht."

Experten wie Sebastian Binder, Systemimmunologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, sehen trotz der besorgniserregenden Erfahrungen aus Großbritannien mit Virusmutationen gute Chancen, die Kontrolle über die Pandemie wiederzugewinnen - auf einem Infektionsniveau wie im vergangenen Sommer und ohne harte allgemeine Einschränkungen. "In einem solchen Szenario kann lokal angepasst reagiert werden, wenn es zu Ausbrüchen kommt", sagt er. Alle anderen Regionen könnten mit Abstandhalten, Maskentragen, Hygiene sowie wenigen sonstigen Einschränkungen auskommen. "Bei der aktuellen Rate dauert es selbst ohne Lockerungen aber bis Mitte April, bis wir unter 10 Fällen pro Woche und 100.000 Einwohner sind", sagt auch Binder. Dann ist nach Ostern.

"Das Problem sind die Menschen, die gar nicht wissen, dass sie Träger des Virus sind - und es aus Versehen in Schulen oder Altenheime tragen, zu Freunden und Bekannten", sagt Forscherin Priesemann. "Das passiert bei hohen Fallzahlen. Und das passiert trotz der Schutzmaßnahmen."

Das Management der Pandemie dürfe sich deshalb nicht allein an Klinik-Kapazitäten orientieren. Test- und Impfkapazitäten seien beschränkt. Auf die Frage, wie lange Immunität anhalte, gebe es noch keine Antwort. Je höher die Fallzahlen, desto eher aber könnten neue Virus-Varianten das Immunsystem und Impfungen umgehen. "Und dann ist man wieder fast bei Punkt Null."

+++ Spahn: "Wir gehen noch durch mindestens zehn harte Wochen" +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen in Deutschland auf weitere zehn harte Wochen in der Corona-Krise eingestimmt. Bund und Länder sollten auf einer eigenen Ministerpräsidentenkonferenz nur zum Impfen über die Lage, die Ziele und das weitere Vorgehen beraten, schlug Spahn am Donnerstag auf Twitter vor. Dazu sollten die Impfstoffhersteller zu einem Expertengespräch eingeladen werden. Sich zu informieren, abzustimmen, und einheitlich zu agieren, helfe immer. "Denn wir gehen bei der Knappheit des Impfstoffes noch durch mindestens zehn harte Wochen", so Spahn. "Die sollten wir mit gemeinsamem Arbeiten in der Sache verbringen." In zehn Wochen, also Anfang April, ist Ostern.

Die Massenimpfungen gelten als Schlüssel, um das Coronavirus zurückzudrängen. Derzeit zielt viel Kritik an Spahn darauf, dass die Bevölkerung zu langsam geimpft werden könne.

+++ Deutscher Städtetag: Pläne zu Bundeswehr-Hilfe anfangs unausgegoren +++

Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) hat die anfänglichen Pläne zur Hilfe der Bundeswehr für Pflege- und Altenheime in der Corona-Pandemie als unausgegoren bezeichnet. "Es hat am Anfang geruckelt", sagte der Oberbürgermeister Leipzigs am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Mittlerweile habe man dazu gelernt und offene Fragen zur Eignung der Soldaten und zur Haftung klären können. Nun könne er bei seinen Kollegen in den Städten und Gemeinden dafür werben, die Bundeswehr zur Hilfe heranzuziehen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte zuletzt mitgeteilt, dass die Unterstützung von den Kommunen bislang nur zurückhaltend eingefordert worden sei. Dies könne an einem Verständnis der Kommunen liegen, dass sie dafür selbst zahlen müssten, hatte die CDU-Politikerin am Mittwoch gesagt. Die Bundeswehr stelle aber keine Rechnungen, die Hilfe sei kostenlos für Städte und Kommunen.

+++ Rheinland-Pfalz: Ministerium stoppt Wechselunterricht an Grundschulen +++

Nach dem Auftreten von Coronavirus-Mutationen im benachbarten Baden-Württemberg hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium den für Montag geplanten Start des Wechselunterrichts an Grundschulen gestoppt. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit Experten der Universitätsmedizin Mainz getroffen worden, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Die Landesregierung hatte in Änderung der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen, ab kommender Woche für die ersten vier Klassen einen Wechselunterricht mit Lernen daheim und in der Schule zu praktizieren. Die Präsenzpflicht sollte weiter ausgesetzt bleiben.

Das Bildungsministerium habe am Donnerstag alle Schulen sowie Eltern und schriftlich darüber informiert, dass der Beginn des Wechselunterrichts zurückgestellt werde, teilte das Ministerium mit. "Ich bedaure sehr, dass wir am Montag nicht, wie geplant, mit dem Wechselunterricht an den Grundschulen starten können", erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

+++ Niedersachsen legt 6-Stufen-Plan für Corona-Lockerungen vor +++

Die niedersächsische Landesregierung hat einem Medienbericht zufolge einen Plan zur Lockerung der Corona-Beschränkungen erarbeitet - allerdings nur als grobe Leitlinie und für den Fall weiter sinkender Infektionszahlen. Der Plan reicht von Stufe 1 (geringes Infektionsgeschehen), wo fast alles wieder möglich ist, bis zur Stufe 6 (eskalierendes Infektionsgeschehen), in der so gut wie gar nichts mehr geht, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) berichtete.

Öffentliche und private Zusammenkünfte ohne Personenbegrenzungen, Abstand und Masken wären demnach erst wieder möglich, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - also die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - unter zehn liegt.

Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen will das Land dem Bericht zufolge aber erst nach der nächsten Ministerpräsidenten-Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Februar treffen.

+++ Kretschmer fordert Aufstockung der Bundespolizei an den Grenzen +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für eine Aufstockung der Bundespolizei an den Grenzen ausgesprochen. "Wenn man Regeln aufstellt, muss man ihre Einhaltung auch kontrollieren", sagte Kretschmer der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung "Rheinische Post" (Donnerstag). "Wenn wir klar sagen, nur diejenigen, die einen negativen Corona-Test haben, dürfen in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, wenn sie aus einem Hochinzidenzgebiet kommen, dann muss auch jemand da sein, der das kontrolliert." Kontrollieren könne das nur die Bundespolizei. "Dazu braucht man mehr Personal an den Grenzen" so der CDU-Politiker.

Auf die Frage, welche Konsequenzen verschärfte Grenzkontrollen etwa für das Personal im Gesundheitswesen hätte, das über die Grenzen zu Tschechien und Polen nach Sachsen pendelt, sagte Kretschmer: "Das bedeutet, dass man das intelligent machen muss. Man kann verschiedene Spuren einrichten, man braucht eben auch deutlich mehr Personal." Dann könne man das auch gewährleisten. Kretschmer warnte vor Beeinträchtigungen im Grenzgebiet: "Es darf nicht zu kilometerlangen Staus führen. Dazu muss es auch nicht kommen, wenn man das jetzt mit Kraft und Intelligenz vorbereitet."

+++ Auch Bayern verlangt Corona-Aufschlag für Hartz-IV-Bezieher +++

In der Diskussion um einen finanziellen Pandemie-Ausgleich für die Bezieher von Hartz IV verlangt auch Bayern zusätzliche Hilfen. Hartz-IV-Empfänger und sozialschwache Bevölkerungsgruppen bräuchten in der Corona-Krise zum Schutz bessere Masken und mehr Desinfektionsmittel, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Das alles kostet Geld, daher halten wir eine finanzielle Kompensation für Bedürftige für geboten." Dies helfe auch, die Ausbreitung von hochansteckenden Virus-Mutanten einzudämmen.

Holetschek forderte zusammen mit der bayerischen Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) in einem Schreiben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Bedürftigen eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für die gestiegenen Lebenshaltungskosten zukommen zu lassen. "Die Regelbedarfssätze für die Gesundheitspflege sehen gerade einmal einen Betrag von 16,60 Euro monatlich vor", sagte Trautner der Zeitung. Dies reiche nicht, die zusätzlichen Belastungen aufzufangen.

Zuletzt hatte auch der CDU-Sozialflügel einen Corona-Zuschlag von 100 Euro pro Monat für Bezieher von Hartz IV verlangt, um die Mehrkosten durch die Verschärfung der Maskenpflicht auszugleichen. Bund und Länder hatten beschlossen, dass in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften die besser schützenden FFP2-Masken oder OP-Masken getragen werden müssen. In Bayern sind ausschließlich die teureren FFP2-Masken im Nahverkehr und im Einzelhandel zugelassen.

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/news.de/dpa

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