Europas Monarchien im Wandel der Zeit: So gingen die Herrscherhäuser in Russland, Deutschland und Österreich unter
Österreichs Kaiserin Sissi, der letzte deutsche Kaiser und der russische Zarenhof samt Rasputin haben eines gemeinsam: Um die Herrscherhäuser ranken sich nicht nur Legenden, die Monarchien gingen auch nahezu zeitgleich vor die Hunde.
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe - Uhr
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- Royale Zeitreise mit news.de: Diese Königshäuser sind offiziell Geschichte
- So blutig ging das Zarenreich in Russland mit den Romanows unter
- Österreich-Ungarn und Deutschland sind keine Monarchien mehr - so endete das Royals-Kapitel
Wer in seiner Kindheit Märchenbücher gelesen hat, kam nicht an ihnen vorbei: an den Königen und Königinnen, die mit ihren Töchtern und Söhnen in prunkvollen Palästen das süße Adelsdasein genießen und heute noch leben, wenn sie nicht gestorben sind. Dass Monarchien auch in der Gegenwart kein reines Konstrukt aus der Märchenwelt sind, zeigen die Adelshäuser beispielsweise in Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien oder Norwegen nicht zuletzt mit einer hohen medialen Präsenz. Doch welche Länder haben sich im Laufe der Zeit von ihren Königshäusern verabschiedet?
Europas Monarchien im Wandel der Zeit: Diese Länder haben keine Könige mehr
Während König Charles III. in Großbritannien, König Felipe VI. in Spanien, König Carl XVI. Gustaf in Schweden oder König Frederik X. in Dänemark das Zepter buchstäblich in der Hand haben, ist der Thron in Ländern wie Italien, Griechenland, Österreich und dem Nachbarland Ungarn oder Portugal seit Jahrzehnten leer und verwaist. Auch in Deutschland und Russland sind die Zeiten vorbei, in der der Adel das Sagen hatte. Was man zu den Adelshäusern vergangener Jahrhunderte wissen muss, verraten wir Ihnen im ersten Teil unserer royalen Geschichtsstunde im Schnelldurchlauf. Für Wissbegierige gibt's hier Teil 2 mit einem Abstecher zu Südeuropas Königshäusern - beziehungsweise dem, was heute noch davon übrig ist.
Russlands Zarenreich nach 300 Jahren zerschlagen: So endete die Herrschaft der Romanows
Würde man in der Historie gut 100 Jahre zurückreisen und den Blick gen Osten richten, würde man im heutigen Russland eine global agierende Großmacht vorfinden: Die Rede ist vom russischen Zarenreich, das 1547 mit der Krönung von Iwan IV. alias Iwan dem Schrecklichen zum Zaren seinen Anfang nahm und so schillernde Persönlichkeiten der Geschichte wie Zar Peter I. (1682 - 1725) oder Zarin Katharina die Große (1762 - 1796) hervorbrachte. Das letzte Kapitel der russischen Zarenherrschaft wurde etwa zeitgleich mit dem ersten Weltkrieg eingeläutet, als die Februarrevolution 1917 einer gut drei Jahrhunderte währenden Zaren-Herrschaft in Russland den Hahn abdrehte.
Russlands letzter Zar Nikolaus II. dankte ab - und fiel seinen Mördern in die Hände
Schlusspunkt der russischen Monarchie sollte die Zarenfamilie der Romanows sein, die mit Nikolaus II. den letzten russischen Kaiser stellte. Während andere gestürzte Monarchen ins Exil fliehen konnten, endete das Kapitel der russischen Romanows allerdings deutlich tragischer und blutiger. Ein Blick zurück in die 1910er Jahre in Russland: Die Zarenfamilie hatte unter der Herrschaft von Nikolaus II. und Zarin Alexandra, an deren Hof der mystische Wunderheiler Rasputin eine immer größere Rolle spielte, die Gunst der russischen Bevölkerung rasant verspielt. Im März 1917 sah Nikolaus II. keinen anderen Ausweg mehr und dankte ab, der letzte Zar und seine Familie wurden daraufhin inhaftiert - doch das blutige Ende sollte erst noch kommen.
Romanow-Familie ausgelöscht: Das blutige Protokoll der Hinrichtungsnacht
In der Nacht auf den 17. Juli 1918, etwa einen Monat nach der Ermordung des Zaren-Bruders Michael Romanow, führten die Bolschewisten Nikolaus II., Zarin Alexandra sowie die gemeinsamen Kinder Olga, Tatjana, Maria, Anastasia und Alexei nebst ihrer engsten Dienerschaft in einen finsteren Keller und eröffneten das Feuer. Die Leichen der erschossenen Romanows wurden später in einem Wald verscharrt. Dem grausamen Tod zu entkommen war dem letzten russischen Zaren nicht vergönnt: Auch wenn sein britischer Cousin König George V. Nikolaus Exil in Großbritannien angeboten hatte, kam es nie zur rettenden Ausreise des Romanow-Zaren.
Mit Kaiser Wilhelm II. endete die Monarchie in Deutschland
Kurz nach dem Untergang des russischen Zarenreiches hatte auch in Deutschland sowie in Österreich-Ungarn das letzte Stündlein für die Monarchie geschlagen. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II., ein Sprössling des Hauses Hohenzollern und mütterlicherseits Enkel der britischen Jahrhundert-Königin Victoria, war 1888 als Nachfolger von Friedrich III. auf den Thron gekommen. Kaum war im Herbst 1918 die Weimarer Republik ausgerufen worden, hatte Wilhelm II. seine Unterschrift unter die Abdankung als Kaiser und preußischer König gesetzt. Wilhelms Hoffnung, nach der Machtergreifung durch Adolf Hitlers Nationalsozialisten wieder als Monarch eingesetzt zu werden, erfüllte sich indes nicht - der letzte deutsche Kaiser starb 1941 im niederländischen Exil.
Österreich-Ungarns glanzvolle Kaiserzeit ist Geschichte - doch Sissi und Franz Joseph leben bis heute weiter
Zeitgleich zum Ende des deutschen Kaiserreiches gingen auch im benachbarten Österreich-Ungarn die Lichter aus - und das nicht nur in der k.u.k-Monarchie der Habsburger, sondern im gesamten Reich, das im Herbst 1918 in Ungarn und Österreich zerfiel, als die erste österreichische Republik ausgerufen wurde. Die 1804 von Erzherzog Franz von Österreich begründete Kaiserherrschaft fand in der Regentschaft von Kaiser Franz Joseph I. ihr abschließendes Kapitel - in Österreich ist der letzte Kaiser bis heute allgegenwärtig und auch Filmfans bestens bekannt, schließlich wurden Kaiser Franz Joseph und seine Ehefrau Elisabeth, besser bekannt als Sisi, in den "Sissi"-Historienfilmen mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm in den Hauptrollen verewigt. Als Kaiser Franz Joseph I. 1916 starb, gab es keinen Thronfolger, da der einzige Sohn des Kaisers mit Kaiserin Sisi, Kronprinz Rudolf, bereits 1898 durch Selbstmord aus dem Leben geschieden war. Streng genommen gab es jedoch bis April 1922 einen Kaiser von Österreich - diesen Titel hatte der am 1. April 1922 verstorbene Karl I., seines Zeichens Großneffe von Franz Joseph I. und dessen Nachfolger, auch nach dem offiziellen Verzicht auf die Kaisermacht weiter beibehalten, ohne offiziell abgedankt zu haben.
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loc/news.de
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