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Hinrichtung in Missouri, USA: Geistig behinderter Dreifach-Mörder durch Giftspritze exekutiert

Bis zuletzt versuchten Mitglieder des US-Kongresses und Papst Franziskus, das Todesurteil von Ernest Lee Johnson aufzuheben - vergebens. Der wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilte Mann wurde am Dienstag hingerichtet.

Der wegen dreifachen Mordes verurteilte Ernest Lee Johnson (61) ist im US-Bundesstaat Missouri mittels Giftspritze hingerichtet worden (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / felipecaparros

Im US-Bundesstaat Missouri ist am Dienstag (Ortszeit) ein Todesurteil vollstreckt worden. Der 61 Jahre alte Ernest Lee Johnson, der wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt worden war, starb der "Washington Post" zufolge durch die Giftspritze. Johnson wurde am 5. Oktober um 18.11 Uhr Ortszeit im Bonne-Terre-Gefängnis für tot erklärt. Ernest Lee Johnsons Hinrichtung ist die erste in Missouri seit der Exekution von Walter Barton, der im Mai 2020 durch die Giftspritze starb.

Ernest Lee Johnson hingerichtet: Papst Franziskus wollte Vollstreckung der Todesstrafe verhindern

Bis zuletzt hatten zwei demokratische Mitglieder des US-Kongresses versucht, die Vollstreckung des Todesurteils zu stoppen. Sogar Papst Franziskus hatte um die Aufhebung der Todesstrafe für Ernest Lee Johnson gebeten - doch die Hinrichtung wurde allem Flehen zum Trotz vom Justizministerium in Missouri durchgeführt. Nun steht die Justiz am Pranger: Die Exekution des 61-Jährigen sei nicht rechtmäßig gewesen, da der zum Tode Verurteilte einen außergewöhnlich niedrigen Intelligenzquotienten hatte und als geistig minderbemittelt anzusehen sei, kritisierten Anwälte.

Die Hinrichtung von geistig behinderten Todeskandidaten gilt in den USA als unrechtmäßig, doch die Entscheidung darüber, wann ein Angeklagter als geistig unzurechnungsfähig gilt, obliegt nach Entscheidung des obersten Gerichtes den Richtern in den einzelnen Bundesstaaten. Eine einheitliche Kategorisierung gibt es nicht.

Ernest Lee Johnson wurde wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt

1995 wurde der Afroamerikaner Ernest Lee Johnson zum Tode verurteilt, nachdem er wegen Mordes in drei Fällen vor Gericht gestellt wurde. Johnson wurde zur Last gelegt, während eines Raubüberfalls auf einen Laden im US-Bundesstaat Columbia drei Menschen getötet zu haben. Die Leichen von Mary Bratcher (46), Mable Scruggs (57) und Fred Jones (58) wurden nach dem Überfall in einer Kühltruhe entdeckt, die drei Angestellten des Geschäftes waren mit einem Hammer erschlagen worden.

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Mordangeklagter trotz Lernbehinderung zum Tode verurteilt

Zwar betonten die Anwälte vor Gericht die verminderte Intelligenz des Angeklagten - Ernest Lee Johnson soll von Geburt an geistig minderbemittelt gewesen sein, die Intelligenzschwäche sei durch die operative Entfernung eines Hirntumors verstärkt worden - doch das Gericht sah es als erwiesen an, dass Johnson bei der Planung und Durchführung seines Verbrechens kognitive Fähigkeiten an den Tag gelegt habe, die ein durchschnittliches Maß an geistigem Vermögen vermuten ließen. Untersuchungen ergaben jedoch, dass der IQ von Ernest Lee Johnson nur zwischen 67 und 77 lag - ein Wert, der Experten zufolge mit einer leichten Intelligenzminderung gleichgesetzt wird.

Der letzte Wunsch des Todgeweihten wurde nicht erfüllt

Johnson, der nach seiner Hirn-OP an wiederholten Krampfanfällen litt, bat sogar darum, durch ein Erschießungskommando hingerichtet zu werden, weil der Todeskandidat einen schmerzhaften Todeskampf aufgrund der Giftspritze befürchtete. In seinen letzten Worten vor der Hinrichtung beteuerte Ernest Lee Johnson, dass er seine Taten bereue und dass er allen danke, die ihn bis zuletzt unterstützt hätten.

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loc/news.de