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Taliban-Morde in Afghanistan: Terrormiliz knüpft Leichen von Mordopfern an Bagger

Sie sollen sich kleinerer Verbrechen schuldig gemacht haben und ließen dafür ihr Leben: Die Taliban hat in Afghanistan mehrere Kleinkriminelle ermordet und die Leichen zur Abschreckung öffentlich aufgehängt.

Eine Leiche hängt an einem Kran auf dem Hauptplatz der Stadt Herat im Westen Afghanistans. Die Taliban haben die Leichen von Hingerichteten öffentlich sichtbar aufgehängt, um Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu verbreiten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Uncredited

Leblose Körper, die blutverschmiert in schwindelerregender Höhe an Baumaschinen hängen - was wie Bilder aus einem Horrorfilm anmutet, ist in Afghanistan traurige Realität. Aktuell kursieren Fotos, die an Baggern aufgeknüpfte Leichen zeigen - bei den Toten handelt es sich, so schreibt es unter anderem die britische "Sun", um Menschen, die von den Taliban hingerichtet wurden.

Taliban richten Kleinkriminelle hin und hängen Leichen an Bagger

Die entsetzlichen Fotos, die der "Sun" zufolge in der westafghanischen Stadt Herat aufgenommen wurden, zeigen die leblosen Körper von drei Menschen. Bei den drei Männern soll es sich um Einbrecher handeln, die das Haus von Vizegouverneur Mawlawi Shir Ahmad Muhajir plündern wollten. Die Kleinkriminellen wurden für ihr Vergehen von der islamistischen Terrormiliz hingerichtet, ihre Leichen zur öffentlichen Abschreckung für die Bevölkerung sichtbar an Baggern aufgehängt. Das Interesse an den Mordopfern war Medienberichten zufolge groß - etliche Menschen umringten das makabere Schauspiel und fotografierten die aufgeknüpften Leichen mit Mobiltelefonen.

Zur öffentlichen Abschreckung: Terrormiliz stellt Hingerichtete auf Marktplatz zur Schau

Es ist nicht das erste Mal, dass die Taliban ihre Gegner hinrichten und öffentlich aufhängen. Bereits Ende September gingen Fotos um die Welt, die die Leichen angeblicher Entführer an Baukränen aufgeknüpft zeigten.Hoch über dem Hauptplatz von Herat wurden die leblosen Körper von vier Männern aufgehängt, die einen Händler und seinen Sohn entführt haben sollen. Mit derartigen Szenen des Grauens wollen die Taliban nach ihrer Machtübernahme Verbrecher abschrecken. Offiziell hieß es, die Männer seien bei Gefechten getötet worden. Die Männer "wurden aufgehängt, damit niemand es mehr wagt, solche Verbrechen zu begehen", sagte Vizegouverneur Mawlawi Shir Ahmad Muhajir. Auf Aufnahmen aus Herat war zu sehen, wie Schaulustige eine Leiche mit ihren Handys filmen, die in Ketten umwickelt auf dem Hauptplatz der Stadt an einem Kran aufgehängt ist.

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Während ihrer Herrschaft in den späten 1990er Jahren waren die Taliban dafür bekannt, Verbrechen mit öffentlichen Auspeitschungen zu bestrafen, Menschen öffentlich zu steinigen und Gliedmaßen zu amputieren. 2001 wurde ihr Regime durch den US-Einmarsch gestürzt. Mit dem Abzug der internationalen Truppen übernahmen die Islamisten Mitte August wieder die Macht in Afghanistan.

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loc/news.de/dpa