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Sexueller Missbrauch in Frankreich: Schock-Bericht! Mädchen von Nonnen mit Kruzifixen vergewaltigt

Ein neuer Bericht über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich fördert Ungeheuerliches zutage. Über Jahrzehnte hinweg sollen Mädchen von Nonnen mit Kruzifixen vergewaltigt und anderweitig missbraucht worden sein. Die Rede ist von 330.000 Opfern.

Seit den 1950er Jahren fielen Hunderttausende Kinder und Jugendlichen in Frankreich dem systematischen sexuellen Missbrauch durch Kirchenpersonal zum Opfer. Bild: picture-alliance/ dpa | epa Yoan Valat

Jahrzehntelang wurde ein bleierner Schleier des Schweigens über die Missstände in der katholischen Kirche in Frankreich gelegt - nun enthüllt ein erschreckender Bericht, welches unfassbare Leid Schutzbefohlene von Ordensschwestern und Geistlichen über 70 Jahre lang erdulden mussten. Auf 2.500 Seiten gelangen die widerlichen Geheimnisse ans Tageslicht - Hunderttausenden Kindern und Jugendlichen wurde systematisch sexuelle Gewalt zugefügt, die junge Seelen nachhaltig zerstört hat.

Bericht: Hunderttausende minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Kirche in Frankreich

In der katholischen Kirche in Frankreich sind seit den 1950er Jahren nach Hochrechnungen einer Untersuchungskommission 216.000 Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Unter Einbeziehung der von der Kirche betriebenen Einrichtungen werde von 330.000 Opfern ausgegangen, sagte der Präsident der Unabhängigen Missbrauchskommission in der Kirche (CIASE), Jean-Marc Sauvé. 80 Prozent der Opfer seien Jungen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren gewesen, 20 Prozent Mädchen unterschiedlicher Altersgruppen. Bei den Taten habe es sich in fast einem Drittel der Fälle um Vergewaltigungen gehandelt.

Zum Sex gezwungen, mit Kruzifixen vergewaltigt: Missbrauchsreport enthüllt widerliche Praktiken

Die Einzelheiten der abscheulichen Missbrauchshandlungen beschreiben Medien wie die britische "Daily Mail" oder die "Sun". Demnach sollen Nonnen junge Mädchen über Jahre hinweg mit Kruzifizen vergewaltigt haben, kleine Jungen wurden zum Sex mit den Ordensschwestern gezwungen. Den Missbrauchsopfern wurde jedoch kein Glauben geschenkt, als sie das Erlebte ihren Eltern anvertrauten. Eine junge Frau, die mit elf Jahren missbraucht wurde, berichtete, ihre Eltern hätten ihr nicht geglaubt, da "Nonnen so etwas nicht machen" - das Mädchen musste daraufhin zwölf weitere quälende Monate des Missbrauchs durch Kirchenangehörige ertragen.

Mehr als 3.000 Geistliche für sexuellen Missbrauch an Minderjährigen verantwortlich

"Die Zahlen sind erschütternd und können nicht folgenlos bleiben", sagte der Kommissionspräsident. Die Opfer hätten Leiden, Isolation und oft auch Scham und Schuldgefühle erlitten. Knapp die Hälfte von ihnen litten auch nach vielen Jahren noch unter den Folgen. Für knapp zwei Drittel der Missbrauchsfälle waren nach der Studie Geistliche und für die übrigen Beschäftigte der Kirche verantwortlich. 2.900 bis 3.200 Geistliche wurden seit 1950 als Täter identifiziert. Nach Familie und Freundeskreis sei die katholische Kirche in Frankreich der Ort mit dem höchsten Missbrauchsrisiko, so die Studie.

Papst Franziskus entsetzt von Missbrauchsbericht

Papst Franziskus zeigte sich betroffen vom Ergebnis der Studie. Seine Gedanken seien in erster Linie bei den Opfern. Er spüre große Trauer wegen ihrer Verletzungen und Dankbarkeit für ihren Mut, diese anzuprangern, sagte ein päpstlicher Sprecher.

Der Gründer des Opferverbandes "La Parole Libérée", François Devaux, mahnte die Kirche bei der Vorstellung des in Frankreich mit Spannung erwarteten Berichts: "Sie müssen für alle diese Verbrechen bezahlen." Dabei werde es um Milliardensummen gehen.

Auf 2.500 Seiten sind die abartigen Sex-Verbrechen, die sich über Jahrzehnte in der französischen katholischen Kirche abspielten, dokumentiert worden. Bild: picture alliance/dpa/AFP Pool/AP | Thomas Coex

Bischofskonferenz kündigt Konsequenzen für systematischen Missbrauch in katholischer Kirche an

Die französische Bischofskonferenz kündigte Konsequenzen an. "Angesichts so vieler zerrütteter, oft zerstörter Leben schämen wir uns und sind entrüstet", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Éric de Moulins-Beaufort. Man werde alle erforderlichen Schritte einleiten, damit sich ein solcher Skandal nicht wiederhole. Auf der Sitzung der Kirchengremien im November sollten Maßnahmen getroffen werden.

Der deutsche Verband von Opfern kirchlichen Missbrauchs, Eckiger Tisch, betonte die Bedeutung unabhängiger Untersuchungen wie nun in Frankreich. "Das fehlt uns in Deutschland dank des hinhaltenden Widerstands der deutschen Kirchen immer noch - auch elf Jahre nach dem Missbrauchsskandal", sagte Verbandssprecher Matthias Katsch. Die Politik habe es zu lange laufen lassen, es fehle eine mutige Aufarbeitung der Ergebnisse deutscher Missbrauchsstudien.

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loc/news.de/dpa