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Blutbad in Plymouth, England: Todesschütze (22) erschießt 5 Menschen und sich selbst

Im englischen Plymouth sind mehrere Menschen, darunter ein fünfjähriges Mädchen, bei einer Schießerei gewaltsam ums Leben gekommen, nachdem ein 22-Jähriger das Feuer eröffnete und um sich schoss. Die Hintergründe sind noch völlig offen.

Im englischen Plymouth sind bei einer Schießerei mehrere Menschen getötet worden - unter den Opfern ist Medienberichten zufolge ein fünfjähriges Mädchen. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Ben Birchall

Bei einer Gewalttat in der südenglischen Stadt Plymouth sind nach Angaben der Polizei sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten wurde zudem eine nicht näher genannte Zahl von Menschen verletzt.

Schießerei in Plymouth: Sechs Todesopfer, darunter Mädchen (5) und Amokschütze (22)

Unter den Toten sei auch der mutmaßliche Täter, twitterte die Devon and Cornwall Police am frühen Freitagmorgen. Alle Opfer - drei Männer und drei Frauen - seien durch Schüsse ums Leben gekommen. Nach offiziell unbestätigten Medienberichten war auch ein fünfjähriges Kind unter den Toten.

Mutter des Todesschützen von Plymouth unter den Opfern?

Um kurz nach 18.00 Uhr (Ortszeit, 19.00 Uhr MESZ), so berichtete eine Anwohnerin der BBC, habe ein Angreifer die Tür eines Hauses im Stadtteil Keyham eingetreten und angefangen zu schießen. Sawyer bestätigte später, dass Jake D. zunächst in einem Haus in einer Sackgasse eine 51-jährige Frau erschossen hat. Opfer und Täter kannten sich demnach. Vermutlich waren sie verwandt - Medienberichten zufolge handelte es sich um die Mutter des Schützen, dies wollte Sawyer aber nicht bestätigen.

Draußen feuerte Jake D. weiter. Zunächst nahm er das Mädchen und einen 43 Jahre alten Verwandten des Kindes unter Beschuss - beide starben. Wie Medien berichteten, führte das Mädchen gerade seinen Hund aus. Anschließend verletzte der Täter einen 33-jährigen Mann und eine 53-jährige Frau schwer. Dann floh er durch einen Park, wo er einen Mann (59) erschoss und eine 66-Jährige so schwer verletzte, dass sie im Krankenhaus starb. Dann erschoss er sich selbst. Ob Jake D., ein Kranführer, die übrigen Opfer persönlich oder vom Sehen kannte, ist noch unklar.

Schießerei von Plymouth nicht als Terror-Akt eingestuft

Zu den Hintergründen der Bluttat vom Donnerstagabend machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Die Behörden stuften den Vorfall jedoch nicht als terroristische Tat ein, wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Dies wurde von der Polizei später auf Twitter bekräftigt.

Gründe für Bluttat in Plymouth weiterhin unklar

Das Motiv für die Gewalttat mit sechs Toten im südenglischen Plymouth ist weiter unklar. Die Informationen seien noch ziemlich verworren, sagte der örtliche Parlamentsabgeordnete Luke Pollard am Freitag dem Sender Times Radio. Die Polizei suche noch nach Augenzeugen. Auch die genaue Zahl der Verletzten sei noch nicht bekannt. Ein großer Teil des Stadtviertels Keyham sei abgesperrt, sagte Pollard. Er rief wie auch die Polizei dazu auf, keine Fotos und Video der Tat in sozialen Netzwerken zu teilen.

Es ist der Vorfall mit den meisten Schussopfern in Großbritannien seit mehr als einem Jahrzehnt. Im Juni 2010 hatte ein Mann in Nordwestengland zwölf Menschen getötet.

Bewaffneter Mann trat Haustür ein und schoss um sich

Eine Augenzeugin, die in der Nähe des Tatorts wohnt, berichtete dem Sender BBC von etlichen Schüssen. Ein Angreifer, der in britischen Medien als 23-jähriger Azubi Jake Davison identifiziert wurde, habe die Tür eines Hauses eingetreten und angefangen zu schießen. Danach habe er draußen weiter um sich geschossen. Sowohl Polizei als auch Rettungshelfer waren am frühen Abend in der Region mit einem Großaufgebot an Kräften im Einsatz. Ein BBC-Reporter vor Ort berichtete von unzähligen Einsatzwagen und Hubschraubern.

England unter Schock nach Schießerei mit sechs Todesopfern

Die britische Innenministerin Priti Patel sprach den Betroffenen der mutmaßlichen Gewalttaten ihr Mitgefühl aus und rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. "Der Vorfall inPlymouth ist schockierend und meine Gedanken sind bei den Betroffenen", schrieb Patel am Donnerstagabend auf Twitter. Auch Oppositionsführer Keir Starmer sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Örtliche Abgeordnete riefen die Anwohner auf, keine Bilder oder Spekulationen in den sozialen Medien zu teilen.

Der örtliche Labour-Abgeordnete Luke Pollard erklärte am späten Abend auf Twitter, die Schießerei sei vorbei, einige Opfer würden jedoch noch behandelt. Der Tod eines Kindes bei der Schießerei habe ihn "am Boden zerstört".

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loc/news.de/dpa