24.01.2021, 18.02 Uhr

Coronavirus-News am 24.01.2021 : Britische Corona-Mutation in Flensburg entdeckt

Rund 12.200 neue Coronavirus-Infektionen binnen 24 Stunden sind von den deutschen Gesundheitsämtern am 24.01.2021 gemeldet worden. Zur Behandlung von Covid-19 ruhen die Hoffnungen auf Antikörper-Medikamenten.

Bei der Vergabe von Impfterminen gegen das Coronavirus ist Geduld gefragt. Bild: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Coronavirus-News aktuell: RKI registriert 12.257 neue Infektionen und weitere 349 Tote am 24.01.2021

Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Sieben-Tage-R aktuell bei 111,1

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Coronavirus in Deutschland: Insgesamt knapp 2.135.000 Infektionen und mehr als 51.800 Tote durch Covid-19

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.134.936 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 51.870. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.807.500 an.

Bundesweiter R-Wert über sieben Tage liegt aktuell bei 1,01

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,01 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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Alle Coronavirus-News am 24.01.2021 im News-Ticker

+++ Hochansteckende Corona-Variante in Flensburg bestätigt +++

Die hochansteckende Mutation des Corona-Virus ist in Flensburg nachgewiesen worden. Um wie viele Fälle es sich genau handelt, konnte ein Stadtsprecher am Sonntag nicht sagen. Anfang dieser Woche war von rund 30 Verdachtsfällen mit der Variante aus Großbritannien berichtet worden. Die Stadt werde entsprechend reagieren, eine neue Allgemeinverfügung werde erarbeitet. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" (online) darüber berichtet.

Nach Angaben des Sprechers trat ein Teil der Fälle in der Belegschaft eines Betriebes unter Leiharbeitern auf. Es gebe aber auch davon einige unabhängige Fälle in der Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Wie es den Betroffenen gesundheitlich geht, sei nicht bekannt.

Die sich rasant in Großbritannien ausbreitende Variante ist Experten zufolge nicht nur leichter übertragbar, sondern möglicherweise auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Sie ist bereits in diversen Ländern, darunter auch Dänemark, nachgewiesen worden.

+++ Müller: Debatte über Lockerungen wenig sinnvoll +++

Für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) kommt die Debatte über Lockerungen der Coronamaßnahmen nach dem zunächst bis Mitte Februar vereinbarten Lockdown zu früh. "Jetzt über konkrete Daten für Lockerungen zu sprechen, wo wir kaum absehen können, wie sich die britische Mutante in den nächsten drei Wochen auswirkt, halte ich aktuell für wenig sinnvoll", sagte Müller der "Berliner Zeitung" (Montag-Ausgabe).

Der Ausbruch am Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf, wo sich 20 Menschen mit der Corona-Mutation angesteckt haben, bereitet Müller seinen Angaben zufolge große Sorgen. "Es muss jetzt alles darangesetzt werden, die Infektionszahlen weiter zu senken, und da sind wir bundesweit, aber vor allem auch in Berlin, auf dem richtigen Weg. Ein unbedachter Abbruch dieses Wegs wäre fatal."

+++ Antikörper-Therapie soll schwere Verläufe verhindern +++

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte Covid-19-Behandlung mit Antikörpern soll erwachsenen Patienten mit milden oder moderaten Symptomen und einem Risiko für schwere Verläufe zugute kommen. Eine Anwendung erfolge nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Anfrage mit. Spahn hatte in der "Bild am Sonntag" mitgeteilt, 200.000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. In den USA gibt es für diese Arzneimittel eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA, in der Europäischen Union sind die Mittel bisher nicht zugelassen.

Den Angaben zufolge hat sich das Ministerium Kontingente von zwei der sogenannten monoklonalen antikörperhaltigen Arzneimittel gesichert. Es handele sich zum einen um den Antikörper Bamlanivimab, der vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelt wird, zum anderen um die die beiden gleichzeitig zu verabreichenden Antikörper Casirivimab/Imdevimab des US-Herstellers Regeneron. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen.

"Nach vorliegender Studienlage könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen und so einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben", teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Nach Bewertung der zuständigen Bundesoberbehörde, des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), lasse das ermittelte Sicherheitsprofil eine Anwendung nach individueller Nutzen/Risiko-Einschätzung in Deutschland grundsätzlich zu, um der Entwicklung schwerer Verläufe und Hospitalisierung bestimmter Risikogruppen in Ermangelung von geeigneten zugelassenen Therapiemöglichkeiten entgegenzuwirken.

Die Arzneimittel sollen in den kommenden Wochen nach und nach den spezialisierten Krankenhäusern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

+++Bundespolizei verschärft Corona-Kontrollen am Frankfurter Flughafen +++

 

Die Bundespolizei am größten deutschen Flughafen Frankfurt hat die Kontrollen bei Flügen aus Hochrisikogebieten der Corona-Pandemie verschärft. "Insgesamt führen wir heute bei 17 landenden Maschinen aus fünf Ländern Sonderkontrollen durch", sagte der Sprecher der Bundespolizei, Reza Ahmari, am Sonntag. Am Vormittag seien bereits vier Flugzeuge überprüft worden. "Bisher lief alles reibungslos." Der Schwerpunkt liege auf Fliegern aus Spanien, hieß es.

Konkret kontrollieren die Beamten, ob ein entsprechendes Einreiseformular digital ausgefüllt wurde. Wenn nicht, müsse das manuell nachgeholt werden, erklärte der Sprecher. Zudem müssen alle einreisenden Passagiere einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Dieser könne auch im Transitbereich nachholt werden. Wer sich jedoch einem Test verweigere, werde zurückgewiesen.

Die Überprüfungen finden nach Angaben der Bundespolizei noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle statt - und zwar direkt an den Flugzeugen. Alle Maßnahmen werden demnach in enger Abstimmung mit den Gesundheitsämtern, der Landespolizei Hessen sowie dem Flughafenbetreiber und den betreffenden Airlines vorgenommen.

Sogenannte Hochinzidenzgebiete sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als Deutschland. Dazu zählen in der Regel Länder mit einem Inzidenzwert über 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche (Deutschland derzeit: 111). Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden. In diese seit Sonntag geltende Kategorie fallen neben anderen Ländern auch die Urlaubsländer Spanien, Portugal und Ägypten, die USA, das Nachbarland Tschechien und mehrere Balkanländer.

+++ Britische Regierung doch nicht sicher bei tödlicher Virus-Variante +++

Nach überraschenden Aussagen des britischen Premierministers über eine mögliche höhere Sterblichkeit mit einer Coronavirus-Variante rudert die Regierung nun etwas zurück. Es sei "nicht wirklich sicher, wie tödlich" die Mutation B.1.1.7 ist, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag dem Sender Sky News. Studien hätten unterschiedliche Daten ergeben. Das Risiko bestehe aber, dass mehr Menschen wegen der zuerst in Südostengland entdeckten Variante sterben. Erwiesen sei, dass diese sich schneller übertrage.

Johnson hatte am Freitag gesagt, es gebe "einige Hinweise" dafür, dass die neue Variante mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sei. Dies betreffe Männer in ihren Sechzigern. Wissenschaftler hatten sich über Johnsons Aussagen verwundert gezeigt. Es lägen noch nicht ausreichend Daten vor.

Der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung für England, Jonathan Van-Tam, forderte auch geimpfte Menschen auf, sich weiter an die Corona-Regeln zu halten. Es sei noch nicht erwiesen, ob die Impfung auch die Übertragung des Virus verhindere. "Wenn Sie ihr Verhalten ändern, könnten Sie das Virus weitergeben, somit die Zahl der Fälle auf hohem Niveau halten und andere gefährden", schrieb Van-Tam in der Zeitung "Sunday Telegraph". Mittlerweile erhalten jeden Tag Hunderttausende Menschen eine Dosis, insgesamt sind es bereits mehr als 5,8 Millionen der insgesamt 66 Millionen Einwohner.

+++Kassenärzte bitten um Geduld bei Buchung von Corona-Impfterminen +++

 

Die Kassenärzte bitten um Geduld bei den weiter anlaufenden Terminbuchungen für Corona-Impfungen in den Bundesländern. "Ein Wettrennen um Impftermine ist nicht notwendig", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. "Jeder, der sich impfen lassen möchte, wird auch geimpft werden." Momentan sei der Impfstoff noch knapp, doch die Situation werde sich in den kommenden Wochen und Monaten entspannen. Seine Bitte laute daher: "Buchen Sie in Ruhe Ihre beiden Termine. Das ist in der Regel nicht nur telefonisch, sondern auch online möglich."

Bei der bundesweiten Service-Telefonnummer 116 117 der Kassenärzte können sich Bürger auch über Corona-Impfungen informieren. Anrufer werden in den meisten Bundesländern an Call Center geleitet, die Fragen zum Impfen beantworten und teils auch Termine vermitteln. Daneben gibt es das Internetportal www.116117.de mit einer Übersicht über die je nach Land vorgesehenen Buchungsmöglichkeiten für Termine. Die KBV rät, es zunächst per Online-Buchung zu versuchen - vor allem dann, wenn die Zahl der Impfberechtigten ausgeweitet wird. Falls in kurzer Zeit Tausende gleichzeitig anrufen, führe dies zu Wartezeiten.

Gassen betonte grundsätzlich, die 116 117 funktioniere telefonisch und als Online-Impfterminservice gut und stabil. An Spitzentagen gibt es der KBV zufolge mehr als 1,2 Millionen Anrufe. Die Kapazitäten seien mit 20.000 Leitungen hoch und könnten weiter erhöht werden. Vier Länder nutzen den angebotenen Impfterminservice, über den inzwischen fast 400.000 Termine online gebucht wurden. Andere Länder haben eigene Portale und teils neben der 116 117 auch noch weitere Telefonnummern.

Impfen lassen können sich in der Anfangsphase vorerst nur Menschen über 80 Jahre, Personal und Bewohner in Pflegeeinrichtungen sowie Gesundheitspersonal mit besonders hohem Ansteckungsrisiko. Zum Start fuhren mobile Impfteams vor allem in Pflegeheime, schrittweise sollen jetzt regionale Impfzentren der Länder in Betrieb gehen. An diesem Montag sollen etwa in Nordrhein-Westfalen die ersten Termine für zu Hause lebende Über-80-Jährige vergeben werden. Mit einer Übernahme der Impfungen direkt in den Praxen rechnen die Kassenärzte bundesweit dann erst in einigen Monaten, vermutlich im Sommer.

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loc/news.de/dpa