20.12.2020, 19.16 Uhr

Coronavirus-Mutation News aktuell: Bevölkerung in Sorge! Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante?

Kurz vor den ersten Corona-Impfungen in Deutschland sorgen die News über eine Coronavirus-Mutation in Großbritannien für erneute Beunruhigung in der Bevölkerung. Wie gefährlich ist die neue Virus-Variante? DAS sagt Virologe Christian Drosten.

Christina Drosten meldete sich bezüglich der Coronavirus-Mutation auf Twitter zu Wort. Bild: dpa

Mit Flugverboten und Grenzschließungen rüstet sich Europa gegen eine in Großbritannien entdeckte, hoch ansteckende Coronavirus-Mutation. Deutschland will die Reisemöglichkeiten nach Großbritannien sowie Südafrika einschränken. Die Bundesregierung teilte am Sonntag mit, eine entsprechende Regelung werde erarbeitet. Sie stehe dazu in Gesprächen mit den europäischen Partnern. Die Virus-Mutation ist nach britischen Behördenangaben bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form und weitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an.

Coronavirus-Mutation in Großbritannien: Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante?

Die britische Regierung zeigte sich besorgt über die Virus-Mutation. "Sie ist außer Kontrolle, und wir müssen sie wieder unter Kontrolle bekommen", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag der BBC. Premierminister Boris Johnson betonte aber, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Mutation schwerere Krankheitsverläufe oder eine höhere Sterblichkeitsrate auslöse oder dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

Virologe Christian Drosten bezieht Stellung zu neuer Coronavirus-Mutation

In Deutschland ist die neue Variante nach Angaben von Christian Drosten von der Berliner Charité bisher nicht aufgetaucht. Die Verbreitung könne Zufall sein, schrieb der Corona-Experte auf Twitter. Die Mutationen verschafften dem Virus nicht zwingend einen Selektionsvorteil, auch wenn das möglich sei. Ein Selektionsvorteil kann dazu führen, dass sich ein Virus leichter ausbreiten kann.

Karl Lauterbach verweist auf Studie zur Coronavirus-Mutation

AuchSPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach meldete sich auf Twitter zu Wort und verwies auf eine neue Studie die Coronavirus-Mutation betreffend. "Hier die Studie zur Mutation in UK/London. Drei Dinge relevant: Hohe Mutationsrate im Vergleich anderer Stränge. Mutationen betreffen 2 Bindungsbereiche, davon einen am Spike-P, die den Eintritt SarsCoV in Zelle erlauben. Die Mutationen erhöhen R-Wert", hieß es in seinem Tweet.

Virologe Kekulé rät: Flugverkehr mit Großbritannien stoppen um Ausbreitung zu verhindern

Aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin hieß es, Einschränkungen der Flüge aus Großbritannien und auch aus Südafrika seien "eine ernsthafte Option". Der Virologe Alexander Kekulé sagte dem MDR, ein Flugverbot biete "möglicherweise noch eine Chance", die Ausbreitung zu verhindern. Die Bundesregierung kam dieser Empfehlung bereits nach und gab bekannt, Flüge von Großbritannien nach Deutschland weitestgehend zu stoppen.

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Wegen Coronavirus-Mutation: Deutschland stoppt weitgehend Flüge aus Großbritannien

Landungen aus Großbritannien sind ab Mitternacht untersagt, wie aus einer Verfügung des Bundesverkehrsministeriums von Sonntag hervorgeht. Ausgenommen sind demnach reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder wenn Maschinen nur mit Crews an Bord nach Deutschland zurückkehren wollen.

Zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland und "zur Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten" sei ein sofortiges, befristetes Verbot für Flüge aus dem Vereinigten Königreich und Nordirland in die Bundesrepublik geboten, heißt es. Das Verbot gilt zunächst bis 31. Dezember. Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass sie auch für den Reiseverkehr zwischen Deutschland und Südafrika Einschränkungen beabsichtigt.

Was ist bisher über die neue Coronavirus-Variante bekannt?

Ersten Analysen britischer Wissenschaftler zufolge verfügt die neue Variante über ungewöhnlich viele genetische Veränderungen, vor allem im Spike-Protein. Dieses Protein benötigt das Virus, um in Zellen einzudringen. Der in Großbritannien eingesetzte Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer erzeugt eine Immunantwort gegen genau dieses Protein.

Wirkt der Corona-Impfstoff auch gegen die neue Coronavirus-Mutation?

Experten zeigten sich zuversichtlich, dass der Impfstoff auch gegen die neue Variante wirkt. "Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm", sagte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Auch Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien hält die derzeitige Entwicklung nicht für "wahnsinnig alarmierend". Dass Mutationen auftauchen sei nicht ungewöhnlich, derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen entscheidenden Einfluss auf die Eigenschaften des Erregers haben.

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fka/news.de/dpa