Müller Milch und NPD Wenn Gerüchte Millionen kosten

Alles Müller, oder was?
Die Stars aus der Müller-Werbung

Doch welche Optionen verbleiben im Zeitalter des Internets, derartige Unterstellungen nachhaltig zu entkräften? «Wir machen es über Leistung zeigen und hervorragende Produkte», sagt Alexander Truhlar und spricht davon, sich intensiv mit allen Verbrauchern und Anrufern auseinanderzusetzen, die wegen des Themas bei Müller anfragen.

Peter Breuer bringt einen anderen Ausweg aus dem Langzeitdilemma ins Spiel. «Ich würde dem Unternehmen raten, ganz offen zu sein und möglicherweise eine Initivative zu unterstützen, die sich gegen rechts richtet oder ein Integrationsprojekt zu finanzieren», so Breuer. Sich zurückzuziehen sei genau die falsche Methode. «Große Multi-Kulti-Veranstaltungen mit Getränken versorgen und auf die Guerilla-Effekte setzen, mit denen das Netz Müller in seine Fänge bekommen hat», rät er. 

Eine solche Initiative ist laut Truhlar derzeit kein Thema beim Molkerei-Konzern. Auch eine eigene Facebook-Seite, um die Gerüchte durch möglichst große Transparenz zu bekämpfen, sei nicht angedacht. Davon rät auch Breuer ab. Einen Facebook-Account müsse man rund um die Uhr moderieren. Das sei kaum zu leisten, so der Experte.

Der «Streisand»-Effekt

Wie schwierig es ist, einmal entstandene Gerüchte wieder aus der Welt zu schaffen, demonstriert das Beispiel der Warsteiner Brauerei. Mitte der 1990er Jahre tauchten Gerüchte auf, die das Unternehmen in die Nähe von Scientology rückten. Obwohl Warsteiner sich mit ganzseitigen Anzeigen gegen die Rufmordkampagne zur Wehr setzte, brach der Absatz ein. Erst ein 2010 ausgestrahlter Fernsehbeitrag verschaffte Warsteiner eine Art öffentliche Rehabilitation.

Schlecker&Co.
Diese Traditions-Unternehmen sind pleite

«Der Streisand-Effekt ist nicht zu unterschätzen», meint Breuer zur Krisenpoitik der Brauerei. Bezeichnet wird damit das Phänomen, durch den Versuch, eine Information zu unterdrücken, genau das Gegenteil auszulösen: nämlich die Information besonders bekannt zu machen. «Das Internet hat diesen Effekt noch verstärkt», so der Hamburger Werbetexter.

Ob Birkenstock und die NPD, Thalia und Scientology oder Beckers Bester und die Nazis: Die Liste der durch solche Gerüchte diskreditieren Firmen ist lang. Handfeste Beweise gibt es meist keine. Es drängt sich eher der Verdacht auf, dass konzertierte Rufmordkampagnen der Konkurrenz dahinter stecken.

Das glaubt Alexander Truhlar im Fall der Molkerei nicht. Geschadet haben die Gerüchte und Boykott-Aufrufe Müller Milch mit Sicherheit. Auch wenn sich die finanziellen Ausmaße kaum beziffern lassen. «Die Schadenssumme ist hypothetisch», so der Unternehmenssprecher. Man wisse ja nicht was wäre, wenn das Gerücht nicht in der Welt wäre. 

Immerhin scheint der Faktor Zeit die Negativspirale irgendwann doch zu entschleunigen. «Wir haben festgestellt, dass die positiven Reaktionen zunehmen», so Truhlar über die Rückmeldungen der Konsumenten. 23 Jahre nach dem Entstehen des Gerüchts.

zij/news.de

  • Seite:
  • 1
  • 2
Leserkommentare (18) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mich
  • Kommentar 18
  • 03.03.2014 12:29

auch wenn das mit der NPD nicht Stimmt, na und? Im Falle Müller wäre es nur ein Skandal von vielen. Viel schlimmer dass der Konzern Millionen als Subventionen kassiert hat. Damals haben die ein neues Werk eröffnet. dafür ein anderes geschlossen und viel mehr Mitarbeiter entlassen als eingestellt. Dann noch der Skandal mit den Milchbauern. Es gibt sicher noch viel mehr Gründe um Müller zu boykottieren. Die Firma muss keinem leid tun.

Kommentar melden
  • F.Kley
  • Kommentar 17
  • 13.02.2014 12:45

Steuerflüchtlinge sollte man erst gar nicht unterstützen und dann noch deren Produkte kaufen da ist der Einzelhandel mit deren Großkonzernen gefragt und der kann das richten .

Kommentar melden
  • Erkan Yavuz
  • Kommentar 16
  • 09.10.2013 12:14

Alleine Der Ausdruck "getürkter Bericht" zeigt das in der Redaktion von NEWS.de auch rassisten sitzen !!! Ich würde erst mal vor meiner eigenen Türe kehren bevor ich Nazis wie den Müller in schutz nehme Ihr vollpfosten!!!! NEIN ZU NAZI MÜLLER

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig