Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger - 12.04.2010, 11.48 Uhr

Callcenter-Sprüche: «Wir können's jetzt nur telefonisch machen»

Geldgeschäfte sind hochseriöse Angelegenheiten. Dass Etikette nicht immer gefragt ist, zeigt ein internes Protokoll eines Bank-Callcenters. News.de zeigt die heftigsten Zoten und größten Peinlichkeiten zwischen Bankkunden und Telefonisten.

Die Schauspielerin Isabella Ragonese mimt im Film Das ganze Leben liegt vor dir eine Telefonistin. Bild: dpa

Bankgeschäfte sind Vertrauenssache. Meist werden die wirklich wichtigen Geschäfte Auge in Auge, mit einem Handschlag und einem Vertrag besiegelt. Doch in den vergangenen Jahren haben viele Banken große Teile ihrer Dienstleistungen ausgelagert. Überweisungsaufträge oder Kreditanträge werden oft auch über das Telefon abgewickelt. Die internen Aufzeichnungen aus einem großen Callcenter einer deutschen Privatbank belegen, dass auch bei hochwichtigen Bankgeschäften nicht alles bierernst zugeht. Denn Kunden wie Agenten sind auch nur Menschen.

Mit Gefühl

Agent: «Vielen Dank für das nette Gespräch!»
Kunde: «Nein!»

A: «Haben Sie einen Moment Zeit für mich?»
K: «Nein, ich habe gerade Stress. Ich heirate bald!»
A: «OK, dann bringen Sie das erstmal hinter sich und ich rufe Sie dann wieder an.»

A: «Wie geht es Ihnen denn jetzt mit Ihrer geschlossenen Filiale?»

A: «Da brauchen Sie sich nicht in die Filiale zu schleppen...»

K: «Sie sind aber lieb. Sind Sie immer so?»

Anzügliches und Zweideutiges

A: (weiblich)  «...oder soll ich das mit Ihrem Mann besprechen?»
K: «Machen Sie es bitte mit meinem Mann!»

A: «Wir können uns gern noch weiter über Prinzipien streiten.»
K: «Ja, komm, gib's mir, peitsch' mich!»
A: «Sie haben offensichtlich 0180 mit 0190 verwechselt. Ich bin gern für Ihre Bankgeschäfte da, aber bitte befriedigen Sie Ihre privaten Bedürfnisse woanders!»

A: «Das ist gar kein Problem. Wenn Sie mich haben wollen, sagen Sie einfach meinen Kollegen Bescheid.»

A: «...wenn ich nicht frei bin, dann mache ich mich für Sie frei...»

A: «Warum wollen Sie denn in die Filiale gehen?»
K: «Na, um mir die hübschen Frauen anzuschauen.»

A: «Der Kollege hat Sie bereits auf seinem Tisch liegen...»

A: «Wir können's jetzt nur telefonisch machen...»

A: «Ich möchte gern Michael S.* sprechen.»
K: «Wieso hat er Ihnen denn nicht seine richtige Nummer genannt. Sie sind doch die neue Freundin von Michael!»
A: «Ich rufe von der Hausbank an.»
K: «Er hat gar nicht erzählt, dass Sie bei der Hausbank arbeiten. Das ist aber schön. Ich geb Ihnen mal die Nummer vom Michael.»

A: «Ihren Zugangscode bitte.»
K: «Der Zugangscode ist Moepse, mit o, e - wie die Hunde.»

Technik, die begeistert

K: «Ich habe Probleme mit Ihrem SB-Terminator.»

A: «Entschuldigen Sie, bei meiner Kollegin war gerade die Batterie alle, deshalb hab ich mich gleich eingestöpselt.»

Lesen Sie auf Seite 2, warum Dieter Bohlen bei Überweisungen hilft

Unklares

A: «Ist Herr ... zu sprechen?»
K: «Ich bin sein Sohn. Ich bin gerade nicht da.»
A: «...»

A: «Buchstabieren Sie mir bitte Ihre Telefonnummer.»
K: «N – u – l – l ...»

K: «Ich möchte bitte den Dax kaufen.»

A: «Haben Sie Einkünfte aus einer nicht-selbstständigen Tätigkeit? ... Ach ja, Sie arbeiten ja bei McDonald's.»

A: «Frau Müller*, ich darf Ihnen leider nicht sagen, von welcher Bank ich anrufe, da wir dem Bankgeheimnis unterliegen.»

K: «Ich bin nämlich nicht von dieser Welt. Ich bin ein Alien. Ich bin in die Haut eines Menschen geschlüpft. Meine Mission ist es, den Menschen den aufrechten Gang beizubringen, und wie sie richtig mit Messer und Gabel essen. Danach flieg ich wieder zurück. Mein Planet ist nämlich noch nicht von den Menschen entdeckt worden. Ich sag's Ihnen im Vertrauen: Der liegt links neben der Venus.»

Agenten, die patzen

A: «Ihr aktuelles Geburtsdatum, bitte?»

A: (Arbeitsbeginn 14.30 Uhr) : «Einen schönen guten Morgen, hier ist Ihre XY-Bank ....»

(Englisch sprechender Kunde am Telefon)
A: «One moment please, I frage mal nach...»

A: «Bitte wiederholen Sie Ihren Zugangscode. Ich kann jetzt auch nichts dafür, ich sehe nur Sterne vor mir.»

Klare Ansagen

A: (bei alternativer Identifizierung) «Wo wohnen Sie?»
K: «Im zweiten Stock.»

K: «Mein Geschäftskonto ist kaputt, deshalb brauche ich ein neues.»

K: (junger Mann) «Kann ich bei Ihrer Bank auch ein Konto eröffnen?»
Agentin bestätigt.
K: «Das is ja geil!»

K: «Die Überweisung geht an Dr. Anders wie Bohlen.»

K: «Ich überweise an die Flutspendenopfer.»

Kredit gefällig?

A: «Da kann ich Ihnen gern einen Termin in einer Filiale anbieten.»
K: «Ich glaub, Ihr Kittel brennt!»

K: «Bin ich denn in dieser Gesellschaft uncool, wenn ich meine Vorteilsnummer nicht in Anspruch nehme?»

K: «Demnächst möchte ich keinen Privatkredit mehr. Ich kaufe mir demnächst neue Möbel, das mache ich per Ratenzahlung, das ist mir lieber als ein Kredit.»

A: «Sind Sie selbstständig oder freiberuflich tätig?»
K: «Nein. Ich bin verheiratet.»

K: «Nehmen Sie auch Rentner als Kredit?»

Überweise, überweise

K: «Wenn ich Geld abheben möchte, kann ich das auch bei Ihnen bestellen, und Sie schicken es mir dann zu?»

A: «...und im Verwendungszweck?»
K: «Na, das war so ein Paket, das war gelb eingepackt.»

1. Überweisung, Verwendungszweck: Fahrbarer Hochstuhl
2. Überweisung, Verwendungszweck: Verkehrsüberwachung
3. Überweisung, Verwendungszweck: Krankenhausrechnung

K: «Die Überweisung geht an Ergee! Na, wie schreiben Sie das jetzt??»
A: «Wie die Strumpfwarenfirma!»
K: «Jawohl, ....tragen Sie eigentlich Strumpfhosen?»
A: «Dazu möchte ich hier keine Stellung nehmen!»
K: «Sie tragen wohl nur Strumpfhosen von Aldi oder was?

*Namen geändert.

iwi/ivb/news.de

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