Konkurrenz für Sky: So billig gibt es die Bundesliga live

Ein Gerichtsurteil erschüttert die Vereine und erfreut die Fußball-Fans: Die Bundesliga im TV könnte bald deutlich günstiger werden. Aber lohnt sich der Blick auf ausländische Pay-TV-Angebote schon jetzt? News.de verrät die günstigsten Alternativen zu Sky.

Gibt es die Bundesliga bei Sky künftig günstiger? Bild: dapd

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, dass ausländische Decoderkarten zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen nicht verboten werden dürfen, geht bei den Bundesligavereinen die Angst um, künftig auf viel Geld verzichten zu müssen. Für Fußballfans ergibt sich dagegen die erfreuliche Situation, unter Umständen bald kostengünstige Alternativen zum Sky-Abo wählen zu können.

Nach dem Urteil ist es theoretisch möglich, dass ein ausländischer Sender relativ preiswert die Auslandsrechte an der Bundesliga erwirbt, diese mit einem deutschen Kommentar versieht und schließlich via Satellit nach Deutschland überträgt - für deutlich weniger Geld, als Sky sein Bundesliga-Paket vertreibt. Ob sich diese Konstellation bewahrheiten wird, muss sich zeigen. In jedem Fall hat Sky durch das Urteil gute Argumente an der Hand, den Preis für die Bundesligarechte bei den bald anstehenden Neuverhandlungen deutlich zu drücken.

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Mit polnischer Karte gibt es Bundesliga für die Hälfte

Für ein Paket, das Bundesliga und Champions League umfasst, zahlt man derzeit monatlich 33,90 Euro beim Münchener Pay-TV-Sender. Für viele Fans zu viel Geld, summiert sich der Betrag im Jahr doch immerhin auf über 400 Euro. Doch schon jetzt gibt es Alternativen (wenn bisher auch noch nicht legal), die Bundesliga per Satellit und ausländischer Smartcard deutlich günstiger zu sehen. 

So führt beispielsweise der polnische Pay-TV-Anbieter Cyfra+ den Sender Eurosport2 in seinem Angebot, der sich für beinahe den gesamten osteuropäischen Raum die Exklusivrechte an der Fußball-Bundesliga gesichert hat. Bei Ebay lässt sich die Cyfra Prepaid-Karte mit dem Paket «Premierowy» bereits ab 99 Euro für ein halbes Jahr ordern - das bedeutet Fußball-Bundesliga für 16,50 Euro im Monat, immerhin die Hälfte des Sky-Preises.

Allerdings beinhalten solch kostengünstige Alternativen auch erhebliche Nachteile. Den Kommentator versteht nur, wer über Polnisch-Kenntnisse verfügt und beim Kauf ist höchste Vorsicht vor verborgenen Kosten geboten. Zum einen findet sich die Cyfra-Karte nur bei Ebay so günstig, Online-Händler wie Multimediatec verlangen bereits satte 150 Euro für das Halbjahrespaket - was den Monatspreis bereits wieder auf 25 Euro hebt. Zum anderen sollte man vorher ganz sicher gehen, dass man auch den passenden Receiver besitzt. Sonst verursacht das Decodieren der Verschlüsselung (in diesem Fall mit dem Standard Seca) gleich noch einmal ordentliche Zusatzkosten.

Ähnlich verhält es sich bei anderen Angeboten im osteuropäischen Raum. Ein Blick in die westeuropäischen Länder lohnt sich dagegen kaum, da die deutschen Pay-TV-Kosten im Vergleich schon sehr günstig sind. Das liegt auch daran, dass die Deutschen das Bezahlfernsehen seit jeher eher stiefmütterlich betrachten und wenig davon halten, neben ihren GEZ-Gebühren auch noch für weitere Sender Geld hinzublättern. Dagegen investieren Fans in England oder Italien ganz selbstverständlich Summen von 70 Euro pro Monat für ein Pay-TV-Paket mit Erstliga-Fußball.

Bundesliga längst kostenlos im Internet

Wirklich lukrativ könnte das Urteil dagegen - wie auch im Präzedenzfall der englischen Pub-Besitzerin - für deutsche Gastwirte werden. Diese müssen für ein Sky-Jahres-Abonnement vier- bis fünfstellige Summen berappen und stöhnten erst vor kurzem wieder über die Preispolitik des Münchener Senders.

Für alle normalen Fußball-Fans ist dagegen das Internet längst zur günstigsten Alternative geworden. Wem dabei 15 Euro im Monat für das Telekom-Angebot LIGA Total! zuviel sind, der kann sich - eine ordentliche Internetverbindung vorausgesetzt - mit relativ einfachen Mitteln und Software die Bundesliga in annehmbarer Qualität und ganz für lau auf den heimischen Bildschirm holen. Livestreams vieler ausländischer Rechteinhaber im Netz machen es möglich, Seiten wie wiziwig.eu bieten eine Übersicht. Gegen die rumänischen oder chinesischen Live-Kommentare hilft allerdings nur das Stummschalten - oder ein parallel laufender Fußballradio-Stream.

ruk/news.de

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