Julia Stinshoff «Ich habe schon drei Heiratsanträge abgelehnt»

Ihr Gesicht kennt man aus dem deutschen Film. Im news.de-Interview erzählt Julia Stinshoff von ihrer Angst vor Heiratsanträgen, was ihre Eltern von ihrem Gruftifreund hielten und warum sie so viele Comedy-Rollen ablehnt. Heute Abend ist sie im Ersten zu sehen.

Julia Stinshoff (Foto)
Die blonde Wahl-Hamburgerin ist seit 2010 mit Schauspielkollege Leander Lichti liiert.  Bild: Nadja Klier

Die blonde Hamburgerin Julia Stinshoff spielt die Hauptrolle im Film Lilly Schönauer - Liebe mit Hindernissen, der heute Abend in der ARD ausgestrahlt wird. Sie ist Laura, eine junge und etwas chaotische Modedesignerin. Sobald eine Beziehung intensiv wird, rennt sie davon. Als sie den gut situierten Alexander Steinbrück (Oliver Boysen) kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn.

Als der mit ihr zum 40. Hochzeitstag seiner Eltern fährt, ist sie fest davon überzeugt, dass er ihr dort einen Heiratsantrag machen möchte. Die sonst souveräne Laura versucht übereifrig einen guten Eindruck bei den feinen Steinbrücks zu machen, dabei passiert ihr aber ein Missgeschick nach dem anderen. Und dann ist da noch ein ungebetener Gast: Alexanders Ex-Freundin Susanne, die ihn zurückerobern will.

«Lilly Schönauer»: Liebe mit Hindernissen
zurück Weiter Liebe mit Hindernissen (Foto) Zur Fotostrecke Foto: ARD Degeto/Bernhard Horst

Im Film glaubt Laura, Alexanders Eltern nicht standesgemäß zu erscheinen. Ihr eigener Vater ist Diplomat. Hatten Sie selbst mal Probleme, einen chaotischen Freund zuhause vorzustellen?

Julia Stinshoff: Ja, als ich 16 war, hatte ich mal einen Freund, der ein Gruftityp war - knallrote Haare, immer schwarz gekleidet, mit einer Vorliebe für alles Düstere. Da waren meine Eltern, glaube ich, auch nicht so beglückt.

Der zweite zentrale Konflikt in Lilly Schönauer - Liebe mit Hindernissen ist der zwischen der frischverliebten Laura und der von den Schwiegereltern eingeladenen Verflossenen ihres Freundes Alexander. Wann werden Ex-Beziehungen zur Gefährdung der eigenen Partnerschaft?

Stinshoff: Das kommt immer darauf an, wie der Mann zu einem steht und welche Signale er sendet. Es gibt sicherlich viele Männer, die sich sehr geschmeichelt fühlen, wenn die Ex sich verstärkt zurückmeldet, und dies für ihr Ego nutzen. Doch beide Partner sollten meiner Meinung nach ab einem gewissen Punkt Grenzen beziehungsweise klare Zeichen setzen und deutlich machen, dass sie jeweils füreinander die Nummer eins sind.

Kann «Freunde bleiben» nach einer Trennung für Sie funktionieren?

Stinshoff: Ja, ich habe zum Beispiel noch sehr guten Kontakt zu zwei meiner Ex-Freunde. Mein Partner Leander ist da auch nicht eifersüchtig. Obwohl er schon aufhorchte, als wir ganz am Anfang unserer Beziehung mal mit ein paar meiner Freunde brunchen gegangen sind und zwei der sechs Leute Ex-Freunde waren. Das war bei seinem zweiten Besuch bei mir in Hamburg. Anfangs war er schon etwas irritiert, doch das hat sich schnell gelegt.

Laura reist wegen Alexanders Ex-Freundin kurz vor der Feier der Schwiegereltern ab. Wie eifersüchtig sind Sie selbst privat?

Stinshoff: Das kommt immer auf den Partner an. Bei meinem jetzigen Freund (Anmerkung der Redaktion: ihr Schauspielkollege Leander Lichti. Die beiden sind seit 2010 ein Paar.) hält sich die Eifersucht in Grenzen. Ich würde sagen, ich bin im gesunden Mittelfeld. Auf einer Skala von 1 bis 10 befinde ich mich etwa bei 5.

Sind Verlobung und Heirat bei Ihnen und Ihrem Lebensgefährten Leander Lichti auch ein Thema?

Stinshoff: Sagen wir so: Ich kann mir mit ihm alles vorstellen. Wir werden sehen. (lacht)

Laura fürchtet sich im Film einerseits vor einer festen Beziehung, ist aber auch doch enttäuscht, keinen Verlobungsring zu bekommen. Hat Ihnen in früheren Beziehungen schon mal jemand einen Heiratsantrag gemacht?

Stinshoff: Ja, das ist bisher drei Mal im Ansatz passiert, aber nicht mit Leander. Ich habe die Versuche aber immer im Keim erstickt.

Wie das?

Stinshoff: Einmal direkt in der Situation: Als ich etwa 17 war, warf sich mein damaliger Freund im strömenden Regen mitten auf einem Feldweg theatralisch auf die Knie, doch bevor er weiter reden konnte, habe ich ihn schleunigst ausgebremst und gebeten, wieder aufzustehen. Der zweite hat erstmal hypothetisch gefragt, was ich machen würde, wenn er mir einen Heiratsantrag machen würde. Dem habe ich geraten, besser nicht zu fragen, weil er von der Antwort wahrscheinlich enttäuscht gewesen wäre. Beim dritten wurde mir erst im Nachhinein klar, dass das ein Antrag sein sollte. Er hat uns Ringe gekauft und mir einen geschenkt, aber das hätten auch Freundschaftsringe sein können. Erst als ich mich getrennt habe und er sagte: «Wir wollten doch heiraten», habe ich seine Intention verstanden. 

Laura hingegen macht sich falsche Hoffnungen, weil sie einen Ring in den Sachen ihres Freundes findet. Hätte sie die Schatulle nicht geöffnet, hätte sie sich vielleicht viel Ärger erspart. Was ist in Beziehungen dran an der Weisheit «Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß»?

Stinshoff: Nachspionieren ist zumindest absolut untersagt, denn Eifersucht ist bekanntlich eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Man muss dem Partner auf jeden Fall Freiheiten und Intimsphäre lassen. Kleine Geheimnisse halten die Beziehung lebendig. Vertrauen zu zeigen ist der größte Liebesbeweis und schweißt stärker zusammen als Missmut und Argwohn.

Wie war die Zusammenarbeit mit Gudrun Landgrebe, die Ihre Schwiegermutter spielt?

Stinshoff: Beeindruckend. Ihre wahnsinnig blauen Augen jagen einem erstmal Respekt ein, aber sie ist sehr humorvoll, hat den Schalk im Nacken und eine unglaubliche Selbstdisziplin. Als sie zum Beispiel von den Garderobieren eine Leinenhose gebügelt bekam, hat sie sich den ganzen restlichen Tag nicht mehr hingesetzt, damit keine Falten entstehen.

Und welches Verhältnis haben Sie zu Ihrer eigenen Schwiegermutter?

Stinshoff: Ein sehr gutes. Sie hat mich äußerst offenherzig aufgenommen und mit Lichti-Sekt begrüßt. Die Verwandtschaft hat nämlich ein Weingut in der Pfalz. Leanders Mutter hat drei Söhne und freut sich über weibliche Verstärkung in der Familie.

Man kennt Sie auch durch Ladykracher an der Seite von Anke Engelke. Was liegt Ihnen eigentlich mehr: Romanzen oder Comedy?

Stinshoff: Augenzwinkernde, ironisierende oder auch schwarzhumorige Komödien spiele ich sehr gerne. Comedy wird meines Erachtens aber immer platter, niveauloser und hämischer. Ladykracher ausgenommen. Denn die schaffen es auch noch nach Jahren, ihren britischen, gut beobachtenden Humor beizubehalten. Deshalb habe ich in den letzten Jahren einige Comedy-Formate abgesagt. Ich vermisse den Humor von Loriot. An Feinsinnigem fehlt es uns momentan in der Branche. 

Titel: Lilly Schönauer - Liebe mit Hindernissen
Regie: Martin Gies
Darsteller: Julia Stinshoff, Oliver Boysen, Gudrun Landgrebe, Peter Prager und andere
Sendetermin: Freitag, 16. September 2011, 20.15 Uhr, Das Erste

car/zij/news.de

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