Club 27: Wild leben, früh sterben

Der berühmte Club 27 hat ein neues Mitglied: Amy Winehouse. Die Soulsängerin starb, wie zahlreiche andere Musiker, auch im Alter von 27 Jahren. Um den Klub, zu dem unter anderem Jimi Hendrix, Jim Morrison und Brian Jones gehören, ranken sich zahlreiche Mythen.

Jim Morrison, Jimi Hendrix und Amy Winhouse Bild: dpa/dapd (Montage)

Sie waren erfolgreiche Musiker, die den Rock'n'Roll maßgeblich beeinflusst haben, sie waren Drogen und Alkohol nicht abgeneigt und sie alle starben im Alter von 27 Jahren. Zum sogenannten Club 27 gehören Brian Jones (gest. 1969) , Jimi Hendrix (gest. 1969), Janis Joplin (gest. 1970), Jim Morrison (gest. 1971) und Kurt Cobain (gest. 1994).

Dass der Ex-Gitarrist der Rolling Stones, der Frontman der Doors, Jimi Hendrix und Janis Joplin alle im selben Alter gestorben sind, fiel lange Zeit niemanden als Besonderheit auf. Erst als sich Kurt Cobain 1994 mit einer Schrotflinte in seinem Haus in Seattle erschoss und ebenfalls nur 27 Jahre alt wurde, kam die Theorie zum Club 27 auf. Die Anzahl der Klubmitglieder variiert stark. Manchmal werden nur die bereits genannten Musiker darunter gefasst. Manchmal alle Musiker, die so jung verstarben. Demnach gehört sogar eine Deutsche dazu: Die Schlagersängerin Alexandra, die 1969 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Es gibt zahlreiche Bücher, Zeitungsartikel, Filme und Internetseiten (zum Beispiel forever27.co.uk), die sich mit dem Thema beschäftigen.

FOTOS: Amy Winehouse Ein viel zu kurzes Leben

Sex, Drugs and Rock'n'Roll

Nun gehört auch Amy Winehouse diesem Klub an. Sie wurde ebenfalls nur 27 Jahre alt. Die Sängerin wurde am Samstagnachmittag tot in ihrer Londoner Wohnung gefunden. Die Todesursache ist nach wie vor unklar, dass sie in Verbindung mit ihrer jahrelangen Drogensucht steht, wird allerdings vermutet.

Amy Winehouse, die mit gerade einmal zwei Alben zu Weltruhm gelangte, hat die Musikszene Anfang der Nullerjahre ordentlich aufgemischt. Sie galt als  vielversprechende Soulhoffnung, die zahlreiche Preise abräumte. 2005 wurde sie gleich mit fünf Grammys ausgezeichnet.

VIDEO: Das Ende einer Souldiva
Video: CNN

Zur Verleihung in Los Angeles konnte sie nicht dabei sein, ihr wurde die Einreise in die USA verweigert. Denn Amy Winehouse war bereits wenige Jahre nach ihren ersten Erfolgen stark alkohol- und drogenabhängig, hatte mehrere Aufenthalte in einer Entzugsklinik hinter sich und war wegen Drogendelikten bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflik geraten. Menschen mit derartigen Problemen lässt die US-Regierung bekanntermaßen ungern in ihr Land. 

Leider fassen diese Probleme auch die letzten Lebensjahre von Amy Winehouse zusammen. Wenn eine nach dem inoffiziellen Motto der Musikszene, Sex, Drugs and Rock'n'Roll, gelebt hat, dann sie. Genau wie die anderen Club-27-Mitglieder. Und das mag letzten Endes auch der Grund dafür sein, dass sie überhaupt zur fragwürdigen Ehre der Clubmitgliedschaft gekommen sind. 

Verschwörungstheorien

Es ranken sich unendlich viele Mythen und Verschwörungstheorien um den Club 27. Statistiken oder wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es kaum. Dennoch behaupten viele Experten, dass es einen Zusammenhang zwischen Musik und dem Todesalter 27 gibt. Viele der Erklärungen driften ins Abstruse ab. So trat 2007 die Astrological Lodge of London zusammen, um sich mit dem Phänomen zu beschäftigen. Gemäß der Astrological Lodge ist der Planet Saturn daran schuld. Er kehrt aller 28 Jahre zurück und sorgt bei den Menschen für Depressionen und Lebenskrisen.

Dass junge Menschen in genau diesem Alter Lebenskrisen bekommen, ist in der Tat bewiesen. Schließlich müssen sie sich dann  vom Jugendalter verabschieden und den Übergang zum Erwachsenenleben meistern. Das trifft allerdings für alle junge Menschen zu, nicht nur für Musiker. Allgemein gibt es keine überhöhte Sterberate unter 27-jährigen Jugendlichen. Lediglich unter den 27-jährigen Musikern.

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Hierfür sieht der Journalist Michael Pilz allerdings einen einfachen Grund: der Lebensstil der Musiker. Ganz nach dem Motto «Live fast, love hard and die yong» («Lebe schnell, liebe hart und sterbe jung») gehen Musiker dank ihres exzessiven Lebensstils an den sogenannten «Berufskrankheiten» zugrunde. Oder sie verabschiedeten sich von ihren schlechten Gewohnheiten, lebten fortan gesund und würden so alt wie Mick Jagger, heißt es im Artikel von Michael Pilz  bei Welt Online.

Amy Winehouse hattte Angst vorm Club 27

Der Existenz des Club 27 sollen sich einige der späteren Mitglieder bewusst gewesen sein. Manch einer soll deswegen sogar in Angst vor dem 27. Lebensjahr gelebt haben. Die Mutter von Kurt Cobain hatte zum Tod ihres Sohnes einmal gesagt: «Jetzt ist er von uns gegangen und diesem blöden Klub beigetreten. Ich habe ihm gesagt, er soll diesem blöden Klub nicht beitreten.» Nun ist bekannt, dass Kurt Cobain vom Club 27 wusste. Außerdem soll er selbst einmal gesagt haben, dass er - in alter Rock'n'Roll-Manier - das 30. Lebensjahr nicht erreichen würde. Dennoch ist davon auszugehen, dass Cobains Mutter mit «diesem Klub» nicht den Club 27 gemeint hat. Sie bezog sich auf Familienmitglieder, die wie Cobain Selbstmord begangen hatten.

Amy Winehouse soll wegen des Club 27 angeblich große Angst vor ihrem 27. Lebensjahr gehabt haben. Das hat sie laut zapt2it zu ihrem Ex-Freund Alex Haines gesagt. Wie sich nun herausstellte, war ihre Angst nicht unbegründet. 

Sehe Sie in unserer Fotostrecke, wer zum legendären Club 27 gehört.

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mik/car/news.de

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