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Waffel-Geschichte: Süßes mit Tradition

Schon im finsteren Mittelalter war sie der Stern am Gebäckhimmel: die Waffel. Seither hat sich das nicht geändert. In manchen Ländern gipfelt die Verehrung der Süßigkeit sogar in einem nationalen Waffeltag.

Waffeln gehören schon seit mehreren hundert Jahren zu den beliebtesten Süßspeisen. Bild: wikipedia.de/ Chin tin tin

Man nehme 250 Gramm Mehl, 125 Gramm Zucker, 125 Gramm Butter, drei Eier, 250 Milliliter Milch, ein Päckchen Backpulver, verrühre alles gut miteinander und fertig ist ein leckerer Waffelteig. Wer ihn besonders fluffig mag, der ersetze einfach ein bisschen Milch gegen Mineralwasser. Mit einem Schuss Rum bekommt der Teig dann noch den letzten Schliff. Keine Frage, ein Waffelteig ist einfach und schnell gemacht.

Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum uns die Waffel als Gebäck schon seit vielen Jahrhunderten begleitet. Die genaue Herkunft des knusprig lockeren Gebäcks ist aber bis heute noch nicht völlig aufgeklärt. Auch die Brüder Grimm konnten in ihrem Deutschen Wörterbuch nur mutmaßen und beschreiben die Waffel als «ein flaches viereckiges Gebäck mit rautenförmigen Vertiefungen auf beiden Seiten, die es von dem Eisen, in dem es gebacken wird, erhält. Wort und Sache kommen aus den Niederlanden und scheinen vor dem 17. Jahrhundert im eigentlichen Deutschland nicht bekannt zu sein.»

FOTOS: Waffeleisen-Test Vom Klemmeisen zum Waffelautomaten
zurück Weiter Waffeleisen (Foto) Foto: wikipedia.de/ Eichinger Kamera

Erste Waffeleisen gab es wahrscheinlich bereits im 9. Jahrhundert, das zeigen zumindest entsprechende Funde in Belgien und Frankreich, wo es im 13. Jahrhundert auch eine eigene Waffelbäckerzunft gab. Die ersten Waffeleisen im Nordwesten Deutschlands gab  es vermutlich im 14. Jahrhundert. Es waren sogenannte Klemmwaffeleisen.

Während sich die Waffeln im Norden von Deutschland zu einem beliebten Volksgebäck entwickelt haben, galten sie im Süden eher als Teil der besseren Küche. Den Regionen war aber gemein, dass Waffeln besonders zu festlichen Anlässen wie Hochzeiten, der Weihnachtszeit oder dem Jahreswechsel gereicht wurden. Die Waffeleisen selbst waren deshalb kunstvoll verziert und haben kirchliche Motive, Blumen oder Familienwappen getragen, die dann auch in die Waffeln eingebrannt wurden.

Rezepte für Waffeln sind von Land zu Land oder Region zu Region unterschiedlich: Während in westfälische Waffeln geriebene Nüsse und Rum kommen, sind Schmand und Zimt ein fester Bestandteil der Giessener Zimtwaffeln. Aus Belgien kommen die sogenannten Lütticher Waffeln. Sie werden aus einem Hefeteig, vermischt mit Perlzucker, hergestellt, beim Backen bildet sich dadurch eine feine Karamelschicht.

In Schweden ist das süße Gebäck so beliebt, dass es am 25. März seinen eigenen Ehrentag hat. Am Våffeldagen heißt man den Frühling traditionell mit jeder Menge Waffeln willkommen.

kat/reu/news.de

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