25.08.2019, 20.46 Uhr

Mythos oder Wahrheit: Wie ungesund, gefährlich oder sinnvoll ist vegane Ernährung für Kinder wirklich?

Eltern die ihre Kinder vegan ernähren, müssen viel Kritik einstecken. Besonders Nicht-Veganer sehen darin eine gefährliche Mangelernährung. Doch ist die pflanzliche Kost für die Kleinsten wirklich so gefährlich? Wir verraten es Ihnen.

Ist eine vegane Ernährung für Kinder gesund oder schädlich? (Symbolbild) Bild: gpointstudio/adobe stock

Eine vegane Ernährung hat bei einigen Menschen immer noch einen schlechten Ruf. Sie verbinden damit eine Mangelernährung, die schlimme Folgen haben kann. Der erste vegane Kindergarten oder ein Mädchen, dass mit 19 Monaten total unterentwickelt war, riefen eine Welle der Entrüstung hervor. Das alles wirft wieder die Frage auf: Können Eltern ihre Kinder vegan ernähren oder bringen sie ihre Kleinen damit in Gefahr?

Was bedeutet vegan?

Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen, was vegan überhaupt bedeutet. Wer sich vegan ernährt, verzichtet auf Fleisch, Fisch, Insekten, Milchprodukte wie Käse, Milch, Honig und mit Gelatine geklärte Säfte oder Weine. Darüber hinaus lehnen Veganer Kleidung oder andere Dinge aus Leder, Wolle oder Seide ab. Ganz strenge Veganer nutzen zum Beispiel keinen Weichspüler mit Tensiden oder essen keine Feigen, weil dort Wespen enthalten sein könnten.

Ernährungsgesellschaften empfehlen eine vegane Ernährung für Kinder nicht

Wieso wird eine vegane Ernährung so kritisch gesehen? Zum einen haben einige Ernährungsgesellschaften Mitteilungen herausgebracht, die Kindern nicht empfehlen, sich vegan zu ernähren. Ein bekanntes Beispiel ist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie weist in ihrem Positionspapier daraufhin, dass Kinder einen erhöhten Nährstoff- und Vitalbedarf haben. Zu den kritischen Nährstoffen für Kinder zählen Zink, Eisen, Vitamin D und Vitamin B12.

Vitamin B12 kann der Mensch nicht selbst herstellen. Ein guter Lieferant dafür ist Fleisch. Bei veganen Kindern kommt aber kein Schnitzel auf den Tisch, also müssen sie wie alle anderen Veganer oder Vegetarier das Vitamin zuführen. Kinder, die nicht genügend Vitamin B12 aufnehmen, riskieren bleibende Nervenschädigungen.

Vegane Kinder: Ja, es ist möglich

Wenn man sich die Mitteilung genauer anguckt, lehnt die DGE eine vegane Ernährung nicht komplett ab, sie sagen sie kann "bedarfsdeckend" sein. Das bedeutet, die Kinder müssen gut versorgt werden. Da sich jedes Kind anders entwickelt, ist es laut Experten ratsam, einen Arzt oder veganen Ernährungsberater aufzusuchen. Eltern wissen so genau, worauf sie achten müssen. Auch regelmäßige Blut-Tests sind wichtig, damit es zu keinen Problemen kommt.

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Die aktuelle Vechi-Studie ("Vegetarian and vegan children study") kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass eine vegane Ernährung möglich ist. Sie ist die weltweit größte Untersuchung die es bislang gibt. Die untersuchten veganen Kinder hatten sich wie andere Kinder in ihrem Alter gleich entwickelt und waren mit allen wichtigen Nährstoffen wie Vitamin B12 versorgt. Nur ihre Kalzium und Jodversorgung lag bei 50 Prozent der von der DGE empfohlen täglichen Dosis. Dieser Wert zeigte sich aber auch bei den Kindern die Fleisch aßen.

Fazit: Wie gesund ist eine vegane Ernährung?

Ob eine vegane Ernährung für Kinder gesund oder schädlich sein kann, hängt davon ab, ob sie alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen. Damit die Kleinen sich gut entwickeln können, sollten Eltern sich vorher informieren und die kritischen Vitalstoffe wie Vitamin B12 oder Eisen regelmäßig überprüfen lassen. Eltern die sich zum Beispiel nach einer strengen Diät innerhalb des veganen Kosmos' ernähren, sollten das ihren Kindern nicht aufzwingen, denn so kommt es zu einer Mangelernährung. In jedem Fall ist es immer wichtig, auf die Bedürfnisse des eigenen Kindes zu achten und ihm keine strenge Ernährungsform aufzuzwingen.

bos/rut/news.de

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