Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager - 09.06.2010, 15.17 Uhr

Matjes: Meerig gesundes Snacken

Lecker, handlich und gesund. Bei dem, was Matjes alles zu bieten hat, kann kaum ein anderer Snack mithalten. Das salzige Heringsfilet hat wieder Saison und hält aber auch das restliche Jahr über fit. News.de verrät, was der Happen aus dem Meer alles kann.

Matjes: Der salzige Snack hat Saison und ist gesund. Bild: ddp

Was ein richtiger Matjes-Fan ist, der lässt sich nicht dazu herab, das salzige Fischfilet mit Messer und Gabel zwischen Pellkartoffeln zu attackieren. Ganz stilecht funktionert der Verzehr des gesunden Snacks, der am 9. Juni Saisonstart mit zahlreichen Festen feiert, so: Den Fisch an der Schwanzflosse – oder das Filet am hinteren Ende – gepackt in die Luft strecken und baumeln lassen, Kopf nach hinten legen, Mund weit auf und dann versenken. Anschließend schütten echte Kenner noch ein Schnäpschen hinterher. Damit der Fisch im Magen auch «schwimmen» kann. 

Aber völlig egal ob Profiversenken oder stückchenweise von der verpönten Gabel schnabulieren: Der Matjes gehört zu den gesündesten Snacks, die man sich im Vorbeigehen oder genussvoll auf der Veranda zu Gemüte führen kann.

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Mit Matjes ist keine Fischsorte per se gemeint, sondern ein besonders milder Salzhering. Anders als andere Vertreter dieser Sorte wird der Matjes in einer Salzlake mit einem Salzgehalt von 20 Prozent gereift. Dabei wird er nicht gewässert. Enzyme tragen zum Reifungsprozess bei. Dazu werden zwar zuvor Teile des Darms beim Filetieren entfernt, die enzymhaltige Bauchspeicheldrüse bleibt aber im Fisch.

Trotz viel Fett gesund

Fett hat zwar einen schlechten Ruf, ist aber für die Gesundheit und die Hüften nicht immer fatal. Im Gegenteil. Denn es kommt nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Fettart an, ob Fettiges im Speiseplan willkommen sein sollte. Fisch enthält einige für die Gesundheit wertvolle Varianten: Die Omega-3-Fettsäuren. Trotz ausreichend vorhandenem Angebot herrscht in Deutschland eine Unterversorgung dieser ungesättigten Fettsäuren. Matjes kann da Abhilfe schaffen. Denn der Hering gehört neben Thunfisch, Makrele, Lachs, Sprotte und Sardine zu den fettreichen Fischarten, die einen guten Ausgleich schaffen können.

Zwar kann der Körper bei viel Sonnenschein das Vitamin D, das für die Knochen und die Kalziumaufnahme so unverzichtbar wichtig ist, gut selbst herstellen. Aber da viele Industriestaaten als Mangelgebiet gelten, kann, wer nur wenig Tageslicht abbekommt, den Vitamin-D-Speicher ganz einfach mit einem Matjesfilet im Brötchen aufpeppen. Damit geht man auch gleich präventiv gegen Krebs und Herzinfarkte vor und stärkt das Abwehrsystem.

Auch beim Vitamin B6, das den Eiweißstoffwechsel auf Trab hält, kann Matjes punkten und liefert eine ordentlich hohe Portion. Besonders Schwangere können vom Matjes profitieren. Nicht nur, dass Fischverzehr laut zahlreichen Studien glücklich macht und eine beschwingte Mama in spe ihrem Kind so einen ganzen Schwall an günstigen Botenstoffen zuschickt, auch hat Matjes einen besonders hohen Jodgehalt. In der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an dem chemischen Element. Ähnlicher Bedarf gilt für Stillende und Jugendliche.

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Nicht geeignet für natriumarme Diät

Der im Matjes enthaltene Selengehalt ist zudem ideal, um schon bei rund 200 Gramm den Tagesbedarf zu decken. Dieser Enzymbestandteil wiederum schützt unter anderem vor Krebs, Arteriosklerose, Rheuma und vorzeitigem Altern. Zur Verbesserung der Gelenkschmiere können Heringe – und damit Matjes – auch mit viel Taurin, Coenzym Q10 und Glucosamin aufwarten. Da diese Stoffe nicht in Pflanzen vorkommen, ist Fisch ein idealer Lieferant.

Allerdings ist Matjes nicht gerade geeignet für eine natriumarme Diät. Denn: Als Fertigprodukt hat der Fisch nach der Reifung in der Lake einen besonders hohen Salzgehalt. Frischen Matjes erkennt man übrigens ganz leicht an seiner Farbe. Außen silbrig, innen rosig und das Filet erfreut sich eines perfekten Zustandes. Wird der Fisch aber bereits etwas grau und riecht tranig, dann sollte man lieber die Finger von dem Snack lassen.

Zwar gibt es den Matjes das ganze Jahr über abgepackt im Supermarkt, im Fischrestaurant oder am Stand auf dem Markt, aber der «echte» Matjes nach holländischer Art ist nur für sechs bis acht Wochen im Jahr zu haben. Das Besondere: Es werden nur die über den Winter abgemagerten und noch jungfräulichen Heringe verwendet. Für den Rest des Jahres müssen «normale» Heringsfilets für die Reifung herhalten.

sca/ivb/news.de

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