Sa., 26.05.12

Gruppen-Selbstmord 18.08.2011 In den Tod, bloß nicht allein

Suizid (Foto)
Wenn Jugendliche sich selbst töten, bleiben meist viele Fragen offen. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus

Drei junge Mädchen haben sich im Emsland gemeinsam selbst getötet. Im Mai verbrannten sich zwei Teenager im Sauerland. Wieso suchen einige den gemeinsamen Tod? News.de hat darüber mit einer Expertin gesprochen.

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Drei Mädchen liegen tot im Zelt. Sie haben sich vergiftet, absichtlich, gemeinsam. Geschehen am Wochenende in Niedersachsen. 16, 18 und 19 Jahre alt waren die Mädchen, die lieber sterben als weiterleben wollten.

Im Mai zündeten sich im Sauerland ein 13 Jahre altes Mädchen und ein 16 Jahre alter Junge an. Er starb sofort an den schweren Verbrennungen, um das Leben des Mädchens kämpften Ärzte drei Wochen lang - dann starb auch sie.

Warum verabreden sich Jugendliche zum Suizid? Wie verzweifelt müssen sie gewesen sein? «Oft sind Menschen, die gemeinsam eine Selbsttötung begehen, sehr einsam», sagt Barbara Schneider, Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. «Die Selbsttötung fällt leichter, wenn sie sie miteinander begehen.»

Suizid in der Gruppe, wie nun in Niedersachsen oder auch im Sauerland, ist eher selten. Wenn Menschen sich gemeinsam töten, sind es meist ältere Paare. Dann, wenn beispielsweise einer der beiden schwer krank ist und der Gesunde alleine nicht weiterleben möchte, erklärt die Expertin. «In der Regel sind Personen, die in schwierigen Situationen gemeinsam Suizid begehen, depressiv und sehen im Leben keinen Sinn mehr.» 

Der organisierte Tod

Ein Zelt im Wald, ein Benzinkanister auf der Wiese, ein stiller Ort: Die gemeinsamen Suizide beängstigen durch die Planung. Auch Expertin Barbara Schneider hat in Untersuchungen beobachtet, dass die Selbsttötungen allein meist eher kurzfristig geplant sind, die in der Gruppe mit mehr Organisation einhergehen. Wer sich in einem der Suizid-Foren verabredet hat, der muss einen gemeinsamen Ort, eine Zeit, eine Tötungsart finden. «Aber eine Regel gibt es dafür nicht», sagt sie. Manchmal sind auch Suizide in der Gruppe spontan, vor allem, wenn sich die Menschen kennen und eine emotionale Situation eskaliert. Häufig fänden sich aber Abschiedsbriefe - ein Beweis für die eher langfristigen Organisation und Planung des eigenen Todes.

Telefonseelsorge
Gar nicht erst anrufen
Video: sca/news.de/Unitec

Untersuchungen darüber, wer zum Suizid in der Gruppe neigt, gibt es bisher nicht. Doch das gemeinschaftliche Sterben ist nicht neu: «Verabredungen zum Suizid gab es immer schon», sagt Barbara Schneider. Der Sohn von Sissi beispielsweise: Kronprinz Rudolf. Der 1858 geborene Thronfolger versuchte erst seine Geliebte zu überreden, mit ihm gemeinsam zu sterben. Als die ablehnte, überredete er einige Zeit später eine andere Geliebte - sie willigte ein.

Eine Geschichte, die romantisch klingt und den Suizid verklärt. Werther-Effekt nennt sich das, nach dem Goethe-Klassiker Die Leiden des jungen Werther, dessen Erscheinen eine Welle von Selbsttötungen nach sich zog. Organisationen wie das Nationale Suizid-Präventionsprogramm warnen deshalb vor der Romantisierung der gemeinschaftlichen Selbsttötungen: «Ein Suizid ist meist der Endpunkt einer psychischen Krise und großer innerer Not.» Dieser psychische Zustand lasse kaum die Möglichkeit einer freien Entscheidung zu. Und habe erst recht nichts mit Romantik zu tun.

Hilfe für Suizidgefährdete gibt es bei der Telefonseelsorge unter den Telefonnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Wie Eltern erkennen können, ob ihr Kind suizidgefährdet oder depressiv ist, und was man dagegen tun kann, sehen Sie unserer Bilderstrecke.

iwi/news.de
Leserkommentare (15) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • basba
  • Kommentar 15
  • 22.08.2011 13:56
 

Jeder sollte die Beiträge von Heinrich IV. und Libertad zweimal lesen. Wer sich dabei getreten fühlt sollte in sich gehen. Wer Kindermord durch Abtreibung befürwortet sollte sich nicht wundern wenn es die Jugendlichen nachholen.

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  • Ibag
  • Kommentar 14
  • 20.08.2011 06:32
 

Na Leute,ich weiss ja nicht wie Eure Erfahrungen in bezug auf Suizid sind,eins steht fest:Sie haben einfach keinen Sinn mehr in ihrem Leben gesehen!Doch wenn ich mir die heutige Gesellschaft so anschaue wundert mich gar nichts mehr!Die Eltern der Kinder kommen schon nicht mehr klar mit dem Leben und ausbaden müssen es die Kinder!Dann die heutige Jugend,es ist teilweise eine Katstrophe.Kinder brauchen Regeln und keine Vorschriften,sie werden trainiert wie Tiere,Verwildern einfach weil niemand sich um sie kümmert oder so verhätschelt das nicht selbst. Überleben können!Schuld ist die Gesellschaf

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  • breitengrad50
  • Kommentar 13
  • 19.08.2011 16:33
 

Oft geht die Rede von unfertigen, noch wachsenden Persönlichkeiten. Das ist falsch; der Jugendliche ist genau wie ein kind eine in sich geschlossene, ruhende Persönlichkeit. Er hat Erwartungen und Träume ,er hat Perspektiven,kann optimistisch o. resignierend sein. Ich würde den Eltern nicht diesen strammen Vorwurf machen, höchstens die Frage stellen : Wo wart Ihr die ganze Zeit, als Euer Kind Euch brauchte? Dieses Handanlegen ist schlimm und steht immer im Verbund mit "multicausal"; daran sind oft viele beteiligt, wollen es nicht wahrhaben. Solche Ereignisse sind Botschaften u. nachhaltig.

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  • Spottundhohn Aufverkomenheit
  • Kommentar 12
  • 19.08.2011 13:11
 

Da müssten doch montalich vielfach mehr Tote zu machen sein als mit der Todesmauer in 40 Jahren. Wer gründet also eine entsprechende Firma, die den Markt der Suizidwilligen erobert?

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  • Arge Tod
  • Kommentar 11
  • 19.08.2011 13:07
 

Wenn man diesen Gruppensuizid gewissermaßen als gemeinnütziger Verein, oder im Rahmen der heute wieder zulässigen Euthanasie organisiert, müsste man doch auch für diese Formen des Sozialvberträglichen Frühablebens Fördermittel vom heiligen Deutschland und der EU erhalten können? Wenn man´s aber direkt als AG, KG, OHG oder GmbH macht, dan müssten doch auch Steuern für das Geschäft abgeführt werden? Klärt mich mal auf, das wäre doch neben der Leichenfledderei der Körperwelten eine wichtige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Ich schreibe schon mal 10.000 Stellen aus, Bewerbungen an "AG Tod".

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  • AlbertusMagnus
  • Kommentar 10
  • 19.08.2011 11:23
 

wenn man hier liest...das alles liegt nur an der Verhätschelung seitens des Elternhauses, dann ist dies schon ein starkes Stück. Dieser Post wirkt überzogen, ironisch und Überheblich. In Wirklichkeit kommen jede Menge Gründe des persönlichen Lebens in Frage, die einem Menschen das eigene Leben müde werden lassen. Verhätschelung ist nur ein sehr kleiner, unbedeutender Grund. Ich wünsche betroffenen depressiven Menschen, dass ihre innere Trauer und Einsamkeit vom Schöpfer des Lebens aufgenommen und geheilt wird. Der Gott allen Lebens hört und vernimmt den leisesten Seufzer ..es lohnt sich !

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  • Manfred
  • Kommentar 9
  • 18.08.2011 16:33
 

ES war nicht im Emsland, Damme liegt im Sülichen Oldenburger Land nahe demDümmer-See, Liebe Redaktion,die Geograhischen Kenntnisse sind leider mangelhaft,Fünf,setzen,aber was kann mann oder Frau aus Leipzig andereres erwarten,Sie sollten Sich einen Atlas anschaffen,ist billiger als auf Google zu surfen. Manfred

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  • Wilfried Hüfler
  • Kommentar 8
  • 18.08.2011 15:53
 

Es gebe keine Studie, wer zum Suizid in der Gruppe neige? Es gäbe schon Belege: Außer den Selbstverbrennungen vietnamesischer Mönche (ab 1960) böte z.B. das Fanal Hartmut Gründlers am 16.11.1977 in HH genug Stoff, hätte man sein politisches Testament damals nicht zugunsten der Politik H. Schmidts totgeschwiegen (W. Hädecke "Der Skandal Gründler", 1979). Für eine kollektive "spektakuläre" Selbstverbrennung gab es schon Pläne; für Gruppenhungerstreiks gewann Gründler öfter Mitstreiter gegen die "atomaren Lügen", nur nicht für die unbefristeten (die er aber nach Etappensiegen abbrechen konnte).

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  • heinrichIV
  • Kommentar 7
  • 18.08.2011 14:27
 

Solche Taten sind das Ergebnis einer von Mami und Papi verzogenen und verhätschelten Kindergeneration. Heraus kommen letztendlich Neurotiker und psychisch labile Menschen. Nicht mehr fähig, das Leben mit Sorgen und Problemen zu meistern. Ein Generation von Traumtänzern, Spinnern und Weicheiern. Da muss man sich nicht wundern. Den lieben Kindchen gehts einfach zu gut...und wenns Leuten zu gut geht, kommen Sie leicht auf dumme Gedanken. Dummheit und Einfältiges Denken scheint mittlerweile in diesem Land gewollt zu sein. Bestes Mittel sich selbst abzuschaffen.

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  • Nanny Tober
  • Kommentar 6
  • 18.08.2011 14:17
 

junge Menschen vowiegend zwischen 15 JAHREN und 25 Jahren neigen schnell dazu in allem keinen Sinn zu sehen : DAS IST NICHT NEU !! SIE SIND IN iHRER PERSÖNLICHKEIT NICHT GEFESTIGT : das ist wirklich so .. denn in wenigen Fällen ist das Elternhaus in der LAGE - DIESES ZU ERKENNENN UND EINE lEBENSGRUNDLAGE ZU bieten . Das ist wirklich immer ernst zu nehmen - was junge Menschen angeht - nehmen Sie Ihre Kinder ernst - ohne zu tadeln - sondern lernen Sie die BEDÜRFNISSE Ihrer Kinder zu verstehen. Herzlichst , Ihre Mme . NANNY TOBER

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  • Maggi
  • Kommentar 5
  • 18.08.2011 13:21
 

Ich finde es unheimlich traurig, wenn junge Menschen selbstmord begehen und ihr Leben einfach wegwerfen. Wir werden immer noch mit dem geleichen Erbmatterial wie vor 100 Jahren geboren. Die Ursachen sehe ich in unserer Lebensweise und was die Gesellschaft gerade den jungen Menschen abverlangt. Kinder sind kleine empfindsame Seelchen und keine Leistungsmaschienen. Leider haben sie keine Möglichkeit sich gegen eine starre, zwanghafte Erwachsenen Welt zu wehren. Auch Alkohol und Drogen sind die Ursache für unsere Lebensumstände.

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  • Dr Roy Schneemann
  • Kommentar 4
  • 18.08.2011 13:18
 

Abschnitt 2 von 2 und weis nicht warum... Beim Psychoterror kommt es früher oder später zu vielfältigen Anschlussreaktionen die bis zum Selbstmord führen – und keiner weis warum… Die Öffentlichkeit sollte besser zu diesen Themen (Mobbing gehört auch in diese Familie) aufgeklärt werden, damit man entsprechend reagieren kann. In diesem Sinne, Dr. Roy Schneemann (Dr. of Arts)

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  • Freddy
  • Kommentar 3
  • 18.08.2011 13:17
 Antwort auf Kommentar 1

Das stimmt schon so - die kaputte Famlie kann keine tat bremsen

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  • Dr Roy Schneemann
  • Kommentar 2
  • 18.08.2011 13:16
 

Abschnitt 1 von 2 Für mich ist es ein Beweiß meiner Theorie des Psychoterrors verursacht durch Eltern, Mitschüler oder sonstigen in diese Richtung weisende Merkmale verursacht durch Dritte. Die Anzeichen eines Psychoterrors werden leider durch Unkenntnis meistens nicht erkannt, das ist wie bei einer Strahlenverseuchung, man stirbt früher oder später an Krebs und weis nicht warum... PS. weiter im Abschnitt 2

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  • Libertad
  • Kommentar 1
  • 18.08.2011 12:49
 

"Der Sohn von Sissi beispielsweise: Kronprinz Rudolf" Wer die Familiengeschichte näher kennt weiß den Grund Wie ist es Heute? Das Da nehmen Erwachsene Eltern ihr "Recht" war, Scheidung, rumhurerei, Hauptsache Spaß und die KInder bleiben spätestens beim Kapf um das Sorgerecht,wobwi das Kind als Waffe benutzt wird, auf der Strecke. Eltern, die keine Liebe erfahren haben, können diese auch in den meisten Fällen nicht weiter geben und sind somit überfordert. Die Welt befindet sich auf einem Egotrip, da stören Kinder nur. Nicht umsonst ist Selbstmord bei Jugendl. in Deutschland, Todesursache Nr.1

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