13.12.2020, 08.02 Uhr

Verkaufsoffener Sonntag am 13.12.2020: Advents-Shopping! Wo und wann ist heute verkaufsoffen?

Ein verkaufsoffener Sonntag ist zweifelsohne eine praktische Sache, um gerade in der Vorweihnachtszeit Geschenke und Weihnachtsdeko zu besorgen. Doch wann und wo sind die Geschäfte dank Sonntagsöffnung am 13.12.202 zum 3. Advent geöffnet?

Wer am 1. Advent 2020 mit einem verkaufsoffenen Sonntag rechnet, den erwartet eine bittere Enttäuschung. Bild: Marc Tirl / picture alliance / dpa

Gründe für einen Einkaufsbummel gibt es praktisch täglich zuhauf: Mal möchte die Garderobe auf den aktuellen Stand gebracht werden, dann benötigt man dringend ein Geburtstagsgeschenk für eine Familienfeier oder es steht ein gemütlicher Grillabend mit Freunden an, für den die nötigen Zutaten eingekauft werden wollen. In der Vorweihnachtszeit kommt noch ein gewichtiger weiterer Anlass dazu: So manches Weihnachtsgeschenk für Freunde und Verwandte muss ausgesucht, gekauft und hübsch verpackt werden, um die Bescherung am Weihnachtsabend zu einer gelungenen Angelegenheit zu machen.

Verkaufsoffener Sonntag am 13.12.2020: Wann und wo ist in Deutschland zum 3. Advent verkaufsoffen?

Die Erfahrung zeigt, dass für entspannte Shoppingausflüge gerade im Advent wenig Zeit bleibt - zu viele Erledigungen müssen abgehakt werden, bevor das Jahr zur Neige geht. Da ist mancher für einen zusätzlichen Tag zum Shoppen dankbar - doch wer sich auf verkaufsoffene Sonntage im Advent 2020 freut, muss sich auf eine bittere Enttäuschung einstellen.

Kein verkaufsoffener Sonntag am 13. Dezember wegen Corona-Maßnahmen für Einzelhandel

Im Dezember 2020 gestaltet sich dieses Unterfangen ungleich komplizierter, gelten doch aktuell in Deutschland zahlreiche Beschränkungen, die aufgrund der steigenden Coronavirus-Fallzahlen verhängt wurden. Das bekommt auch der deutsche Einzelhandel empfindlich zu spüren. Durften Einzelhändler bislang weitgehend ohne Einschränkungen öffnen, zielen die neuen Maßnahmen, die am 25. November 2020 von Bund und Ländern beschlossen wurden, vor allem auf sie ab: In Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern - also auch nahezu alle Supermärkte - dürfen fortan weniger Kunden gleichzeitig einkaufen als bisher.

Sonntagsverkauf fällt aus! 3. Advent am 13.12.2020 ohne verkaufsoffenen Sonntag

Während der deutsche Einzelhandel also derzeit damit beschäftigt ist, die Beschlüsse von Bund und Ländern in die Praxis umzusetzen, bleibt keine Zeit mehr für verkaufsoffene Sonntage. Am 3. Advent beispielsweise, der am Sonntag, dem 13.12.2020 im Kalender steht, wird es in ganz Deutschland keinen verkaufsoffenen Sonntag geben - alle Geschäfte bleiben dicht. Wer dennoch Weihnachtsgeschenke einkaufen möchte, muss sich wohl oder übel bis zum nächsten Werktag gedulden, wenn die Geschäfte regulär geöffnet sind oder auf Online-Shopping ausweichen.

Verkaufsoffener Sonntag in NRW verboten! Gericht kippt Sonntagsverkauf im Advent 2020

Für das Bundesland Nordrhein-Westfalen gibt es dazu sogar einen Gerichtsbeschluss: Die Läden in Nordrhein-Westfalen müssen an den Vorweihnachtssonntagen sowie am Sonntag nach Neujahr geschlossen bleiben. Mit einem Eilbeschluss hat das Oberverwaltungsgericht Münster am Dienstag (24.11.2020) die von der Landesregierung vorgesehenen fünf verkaufsoffenen Sonntage untersagt. Diese hatte in der Pandemie mit der Regelung das Einkaufsgeschehen im Advent entzerren und einen "unregulierbaren Kundenandrang" vermeiden wollen - und die landesweite Möglichkeit zur Öffnung in der Corona-Schutzverordnung festgeschrieben. Die Gewerkschaft Verdi ging im Eilverfahren dagegen vor (Az.: 13 B 1712/20 NE).

Gewerkschaft Verdi klagt gegen verkaufsoffenen Sonntag in NRW - und bekommt Recht

Die für Infektionsschutzrecht zuständige Kammer beim Oberverwaltungsgericht Münster gab der Klägerin nun recht: Die Richter äußerten "erhebliche Zweifel an der Eignung der Sonntagsöffnung, das Infektionsrisiko einzudämmen", hieß es in einer Mitteilung. Es könne nicht angenommen werden, dass sich das Kundenaufkommen des Samstags auch auf den Sonntag verteilen werde. Es erscheine zudem naheliegend, dass mangels Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zusätzliche Kunden animiert würden, in die Innenstädte zu kommen. Das stehe im Widerspruch mit dem Infektionsschutzgesetz. Außerdem sei eine landesweite Regelung nicht rechtens, da davon auszugehen sei, dass gerade in ländlichen Regionen der Andrang überschaubar bleibe.

Der Eilentscheidung der Richter gehen bereits zahlreiche ähnlich gelagerte Beschlüsse und Urteile rund um Sonntagsöffnungen voraus: Immer wieder ging Verdi in den vergangenen Jahren erfolgreich gegen Kommunen vor, die aus ihrer Sicht den gesetzlich verankerten Sonntagsschutz aushöhlten. Nach der coronabedingten Schließung vieler Läden im Frühjahr hatte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium im Sommer mit einem Erlass einen neuen Anlauf für mehr verkaufsoffene Sonntage gestartet - damit sollte der Einzelhandel die ausgefallenen Umsätze aufholen können. Doch das OVG hatte nach Klagen von Verdi reihenweise entsprechende Plänen der Kommunen gekippt.

Die Gewerkschaft begrüßte die Gerichtsentscheidung. Man habe immer betont, dass es durch verkaufsoffene Sonntage nur zu einer Verdichtung komme und sie keinesfalls zum Schutz der Bevölkerung beitrügen, teilte Verdi mit. Auch trage der Beschluss zur Beruhigung der Beschäftigten bei, die ohnehin Sorge vor Ansteckung hätten. "Dass sie jetzt zumindest an den Adventssonntagen bei ihren Familien zu Hause bleiben und sich damit ein bisschen von dem hohen Adventsstress im Einzelhandel erholen können, ist wichtig für den Erhalt der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen und das haben sie sich auch redlich verdient", sagte Silke Zimmer, bei Verdi für Handel zuständig.

Nach Sonntagsverkauf-Absage im November 2020: Gibt es 2021 wieder verkaufsoffene Sonntage?

Angesichts der Umsatzeinbrüche bei vielen Einzelhändlern in der Corona-Krise regte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bereits im November 2020 an, im kommenden Jahr mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. "Ich würde mir wünschen, dass das, was an Umsatzausfällen in diesem Jahr angefallen ist, über weitere verkaufsoffene Sonntage im nächsten Jahr wieder reingeholt werden kann", sagte er der "Bild"-Zeitung (26.11.2020). Er habe alle Landesregierungen und Kommunen gebeten, mit den Öffnungszeiten möglichst großzügig und flexibel umzugehen.

Altmaier sieht den Erhalt des stationären Einzelhandels als eine "nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe", wie er sagte. "Unsere Innenstädte sind das Ergebnis eines historischen Prozesses. Bäckereien, kleine Lebensmittelgeschäfte, Buchläden, Antiquitätengeschäfte haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt und machen unsere Innenstädte zu Orten der Begegnung und attraktiv für viele Menschen." Er möchte nach eigenen Worten nicht in einer Stadt leben, in der es nur noch Geschäfte großer Ketten gebe.

Zuvor hatte auch die FDP die Länder aufgefordert, in ihren Ladenschlussgesetzen zu ermöglichen, dem Einzelhandel an möglichst vielen Sonntagen die Öffnung zu erlauben.

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loc/news.de/dpa

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