Nach Royals-Trauerfeier in Norwegen: Schwedens Kronprinzessin Victoria scharf kritisiert - was war der Auslöser?

Nach dem Tod von König Harald V. erwiesen Europas Royals dem norwegischen Monarchen die letzte Ehre - allen voran Haralds Patentochter Victoria von Schweden. Nun steht die Kronprinzessin jedoch plötzlich im Zentrum harscher Kritik.

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Schwedens Kronprinzessin Victoria steht nach der Trauerfeier für ihren Patenonkel König Harald V. von Norwegen plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik. (Foto) Suche
Schwedens Kronprinzessin Victoria steht nach der Trauerfeier für ihren Patenonkel König Harald V. von Norwegen plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik. Bild: picture alliance/dpa/NTB Scanpix | Carina Johansen
  • Kronprinzessin Victoria von Schweden im Zentrum von Theologen-Kritik
  • Schwedische Thronfolgerin ehrte Patenonkel Harald V. mit Gebet bei Trauerfeier
  • Religionsexperten gehen wegen Friedensgebet auf die Barrikaden

Nach dem Tod von König Harald V. von Norwegen, der Ende August im Alter von 89 Jahren starb, erwiesen Europas Royals dem verstorbenen Monarchen bei der Trauerfeier in Oslo die letzte Ehre - auch Kronprinzessin Victoria von Schweden, eine Patentochter Haralds, gehörte zu den Trauergästen und trug während der Begräbnisfeier ein Gebet für ihren Patenonkel vor. Genau deswegen steht die künftige schwedische Königin jetzt am Pranger. Welche Vorwürfe stehen gegen Victoria im Raum?

Kronprinzessin Victoria nach Trauerfeier für König Harald V. scharf kritisiert

Bei der Beerdigung des norwegischen Königs Harald trug Kronprinzessin Victoria von Schweden das Franziskusgebet vor – und sorgte damit für eine unerwartete Kontroverse. Während sie am Rednerpult stand, hob sie mehrfach den Blick vom Text und schaute in die versammelte Trauergemeinde.

Was für viele Zuschauer kaum auffiel, wurde von der norwegischen christlichen Zeitung "Vårt Land" scharf kritisiert, wie das Blatt "Expressen" zusammenfasst. Die Publikation warf der schwedischen Thronfolgerin vor, sich in einem Gotteshaus nicht angemessen zu verhalten. Der schwedische Hofprediger Michael Bjerkhagen reagierte prompt – und bezeichnete die Vorwürfe als schlicht "albern".

Norwegische Zeitung spricht Kronprinzessin Victoria liturgisches Gespür ab

In einem Leitartikel ging "Vårt Land" mit der Kronprinzessin hart ins Gericht. "Für alle, die es gewohnt sind, in die Kirche zu gehen, ist leicht zu erkennen, dass ihr liturgisches Bewusstsein fehlte", urteilte das Blatt. Liturgie – also die Ordnung des Gottesdienstes – hätte nach Auffassung der Zeitung verlangt, dass Victoria während des Gebets entweder den Blick gesenkt oder gen Himmel gerichtet hält. Nur so werde das Gebet korrekt an den christlichen Gott adressiert. Stattdessen suchte die schwedische Thronfolgerin immer wieder Augenkontakt mit der Trauergemeinde – ein Verhalten, das "Vårt Land" als Zeichen mangelnder kirchlicher Umgangsformen deutete.

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Hofprediger nimmt Kronprinzessin Victoria in Schutz: "Man kann Gott nicht auf eine Richtung beschränken"

Der schwedische Hofprediger Michael Bjerkhagen ließ die Vorwürfe aus Norwegen nicht unkommentiert. Gegenüber der Zeitung "Dagen" nahm er Schwedens Thronfolgerin in Schutz und bezeichnete die Kritik als "albern" und "steif". Gottes Gegenwart werde nicht dadurch geschmälert, dass Victoria zur Gemeinde aufblickte, statt die Augen auf den Text zu senken, stellte er klar. "Man kann Gott nicht auf eine Richtung beschränken", so der Hofprediger. Zugleich übte Bjerkhagen Selbstkritik am eigenen Glaubensumfeld: "Ich finde, dass christliche Menschen zu schnell dabei sind, andere zu verurteilen." Die Kronprinzessin wisse sehr wohl, wie man sich in einer Kirche bewege.

Theologen entfachen Kontroverse nach royaler Trauerfeier

Bjerkhagen stellte unmissverständlich klar, dass Victoria "wirklich" wisse, wie man sich in einem Gotteshaus verhalte. Die Debatte um die korrekte Blickrichtung beim Gebet offenbart letztlich eine grundsätzliche theologische Frage: Lässt sich die Anwesenheit Gottes an der Ausrichtung der Augen festmachen? Der Hofprediger verneint das entschieden – für ihn ist Gott nicht weniger präsent, nur weil jemand während eines Gebets die Gemeinde anschaut statt auf den Boden zu starren. Eine Auffassung, die den strengen liturgischen Maßstäben von "Vårt Land" diametral entgegensteht.

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