Prinz Harry und Brooklyn Beckham: Zwei reiche Söhne Englands, zwei Frauen – und sehr ähnliche Familienkrisen

Zwei reiche Söhne, zwei Hochzeiten, zwei Familienbrüche. Warum die Parallelen zwischen Prinz Harry und Brooklyn Beckham mehr sind als Klatsch und was Frauen, Privilegien und Freiheit damit zu tun haben. Ein Kommentar.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Prinz Harry und Brooklyn Beckham: Zwei Hochzeiten, zwei Familienkrisen - dieselbe Geschichte? (Foto) Suche
Prinz Harry und Brooklyn Beckham: Zwei Hochzeiten, zwei Familienkrisen - dieselbe Geschichte? Bild: picture alliance/dpa/AP | Kirsty Wigglesworth
  • Auffällige Parallelen zwischen Prinz Harry und Brooklyn Beckham
  • Vorwurf der Undankbarkeit versus Leben im Dauerfokus
  • Meghan Markle und Nicola Peltz als vermeintliche Sündenböcke

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Es war einmal ein Prinz und der Sohn eines der reichsten und berühmtesten Fußballspieler der Welt. Beide wuchsen mit Geld, Aufmerksamkeit und Erwartungen auf. Beide verliebten sich, heirateten ihre Traumfrauen und dann begann das große Familiendrama. Zufall? Oder doch die immer gleiche High-Society-Fortsetzung? Die Parallelen zwischen Prinz Harry und Brooklyn Beckham sind jedenfalls so deutlich, dass selbst Netflix kurz nervös nach den Rechten greifen dürfte.

Prinz Harry, der Geübte und Brooklyn Beckham, der Lehrling

Prinz Harry ist in Sachen öffentlicher Familienabrechnung längst Profi. Sein Buch "Reserve" liest sich wie ein königliches Gruppentherapieprotokoll mit Fußnoten. Kaum eine Gelegenheit lässt er aus, um seiner Familie, sofern Mikrofone in Reichweite sind, noch einen weiteren verbalen Seitwärtshaken zu verpassen.

Brooklyn Beckham hingegen tastet sich erst langsam aus dem Schatten seiner berühmten Eltern. Doch nun meldet auch er sich öffentlich zu Wort. Auf Instagram stellt er klar: Nein, seine Frau Nicola Peltz sei nicht manipulativ. Und nein, er habe keine Lust mehr, nach der fein choreografierten Beckham-Familienshow zu tanzen. Klingt bekannt? Richtig. Sehr nach Harry.

Die bösen Frauen im Hintergrund (natürlich)

Und dann wären da noch sie: Meghan Markle und Nicola Peltz. In den Augen selbsternannter Social-Media-Psychologen sind sie selbstverständlich die Strippenzieherinnen. Manipulativ, ehrgeizig, männerentführend. Zwei Frauen, die angeblich brave Jungs von ihren Familien entfremdet haben.

Oder, eine persönliche und ganz wilde Theorie, zwei Frauen, die ihren Partnern erstmals Rückhalt geben. Die sagen: Du musst nicht funktionieren. Du darfst Nein sagen. Du darfst dein eigenes Leben führen. Für manche offenbar der wahre Skandal.

Prinz Harry und Brooklyn Beckham: Undankbare Söhne oder überforderte Kinder?

Der Vorwurf ist schnell zur Hand: undankbar, verwöhnt, privilegiert. Zwei reiche Jungs, denen Geld und Ruhm zu Kopf gestiegen sind. So sehen es zumindest die WhatsApp-Lebensberater mit Meinung und ohne Einblick.

Man könnte aber auch sagen: zwei Männer, die nie eine echte Kindheit hatten. Die permanent beobachtet wurden. Die immer liefern mussten. Wer nie unbeobachtet scheitern, suchen oder einfach verschwinden durfte, trägt Spuren davon und das mental sowie emotional. Dankbarkeit wirkt da manchmal wie ein ziemlich billiges Argument.

Vorbilder mit Rissen

Ein Blick auf die Eltern hilft beim Verständnis. Bei den Royals: König Charles III., Diana und die Affäre mit Camilla. Bei den Beckhams: David Beckham und die Schlagzeilen um Rebecca Loos. Das Idealbild der perfekten Familie bekam da früh sichtbare Risse. Muss man dankbar sein für Reichtum, den man sich nicht ausgesucht hat? Und noch wichtiger: Muss man sein Leben lang eine Rolle spielen, nur weil der Nachname bekannt ist?

Vielleicht ist es ganz banal

Vielleicht sind Harry und Brooklyn keine Rebellen, keine Opfer, keine Verräter. Vielleicht sind sie einfach zwei Männer, die spät gelernt haben, dass ein eigenes Leben kein Verrat ist. Und dass es manchmal genau zwei Frauen braucht, die sagen: Du darfst du selbst sein.
Das ist weniger Märchen als man denkt. Aber offenbar immer noch provokant genug.

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