Stephen Miller: Trump ernennt Hardliner zum Stabschef - Demokraten schlagen Alarm

Nur Tage nach der verheerenden Midterm-Schlappe rückt Donald Trump ausgerechnet Hardliner Stephen Miller ins Zentrum der Macht, der für seine radikalen Ansichten bekannt ist. Demokraten zeigen sich entsetzt.

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Stephen Miller ist der neue Stabschef im Weißen Haus. (Foto) Suche
Stephen Miller ist der neue Stabschef im Weißen Haus. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump ernennt Hardliner zum neuen Stabschef
  • Stephen Miller bekennt in erster Rede Treue zu Trump
  • Demokraten schlagen Alarm

Donald Trump hat am Freitag, 6. November 2026, Stephen Miller zu seinem neuen Stabschef im Weißen Haus ernannt.Während die Republikaner nach dem Verlust ihrer Kongressmehrheiten noch um die künftige Ausrichtung ringen, setzt Trump mit dieser Personalie ein deutliches Zeichen:Statt Mäßigung nach der Wahlschlappe rückt er einen der radikalsten Köpfe seiner Regierung ins Zentrum der Macht.

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Treue Begleiterin rausgeworfen - Trump macht Hardliner Miller zum neuen Stabschef

Miller löst die bisherige Stabschefin Susie Wiles ab, die in Trumps politische Operationszentrale versetzt wird. Auf der Plattform X dankte Miller seiner Vorgängerin für "ihre Jahre der hingebungsvollen Dienste" und deren Freundschaft.Ab Montag übernimmt der 41-jährige Hardliner die mächtigste Position im engsten Machtzirkel des Präsidenten.

Der Architekt der härtesten Abschiebepolitik der US-Geschichte

Miller gehört zu den dienstältesten und einflussreichsten Vertrauten des Präsidenten. Bis zu seiner Beförderung fungierte er als stellvertretender Stabschef mit Zuständigkeit für Fragen der inneren Sicherheit. Der 41-Jährige gilt als ideologischer Antreiber hinter Trumps kompromisslosem Einwanderungskurs.

Laut "New York Times" geht eine ganze Reihe der umstrittensten Regierungsmaßnahmen auf seinen Einfluss zurück: die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze, das faktische Ende nahezu aller US-Flüchtlingsprogramme sowie die systematische Säuberung öffentlicher Ämter von Personen, die als nicht loyal genug gegenüber Trump galten.

Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, bezeichnete Miller als "gefährlichen Ausländerfeind und rücksichtslosen Extremisten". Kaum eine andere Figur in Trumps Umfeld polarisiert die amerikanische Öffentlichkeit derart.

Miller pries Trump in erster Rede als "Retter der Nation"

Bei einem Auftritt in Mar-a-Lago am Freitag legte Miller ein regelrechtes Treuebekenntnis ab. Er pries Trump als Retter der Nation, des Militärs, der Wirtschaft und der Grenzsicherheit. "Wenn es Präsident Trump nicht gäbe, würden die Vereinigten Staaten von Amerika jetzt nicht mehr existieren", erklärte er unter Applaus.

Miller verwies auf die Attentatsversuche und juristischen Angriffe gegen den Präsidenten. "Dieser Mann hat eine Kugel für uns gefangen, er hat lebenslange Haft für uns riskiert." Trotz des demokratischen "blauen Tsunamis" bei den Midterms rief er seine Partei zum Schulterschluss auf. Sein Versprechen an Trump formulierte er dabei in aller Deutlichkeit: "Absolute Loyalität, unerschütterliches Engagement und totale Hingabe an Ihren Erfolg und den Erfolg dieses Landes." Zum Abschluss reichte er dem Präsidenten die Hand.

Trumps Kabinett jubelt über neuen Stabschef

Die Begeisterung im engsten Regierungskreis ließ nicht lange auf sich warten. US-Vizepräsident JD Vance nannte Miller  auf der Plattform X einen "großartigen Patrioten", der Großes leisten werde – die Beförderung sei mehr als verdient.

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. griff zu einem berüchtigten Schlachtruf der extremen Rechten. "Neben mir ist Stephen Miller der stärkste MAHA-Unterstützer in der Regierung. Es ist Zeit, den Kraken loszulassen", zitiert ihn die "Daily Mail". Der Ausdruck "Unleash the Kraken" erlangte traurige Berühmtheit, als der rechtsextreme Streamer Anthime "Baked Alaska" Gionet am 6. Januar 2021 Trump-Anhänger damit zum Sturm auf das Kapitol anfeuerte.

Auch der unter Druck stehende Verteidigungsminister Pete Hegseth schloss sich den Gratulationen an und stellte die volle Unterstützung seines Ministeriums in Aussicht. Miller sei ein "wahrer Patriot und America-First-Kämpfer", der niemals zurückweiche.

"Ein widerwärtiger Schläger" – Demokraten laufen Sturm

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums löste die Ernennung blankes Entsetzen aus. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bezeichnete Miller als "widerwärtigen Schläger" und nannte die Entscheidung eine Beleidigung aller Wähler, die am Dienstag für die Demokraten gestimmt hatten. "Miller hat das sadistische Massenabschiebungsregime ausgeheckt, das Familien auseinandergerissen und grundlegende Bürgerrechte mit Füßen getreten hat. Unschuldige Menschen sind seinetwegen gestorben", so Newsom.

Die linke Kommentatorin Krystal Ball wertete den Schritt als gezielte Provokation gegen ein Land, das gerade erst gegen "Barbarei, Grausamkeit und Hass" gestimmt habe. Trump zeige damit keinerlei Interesse an Mäßigung oder Zusammenarbeit mit den Demokraten.

Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia, der bereits Untersuchungen gegen sämtliche Kabinettsmitglieder angekündigt hat, wurde noch deutlicher: Miller solle sich schon mal einen Anwalt nehmen.

Statt Kurskorrektur - Trump setzt auf Konfrontation

In den Tagen rund um die Midterm-Wahl wirkte der Präsident wie paralysiert. Bei öffentlichen Auftritten sprach er ausweichend über Renovierungsprojekte, statt sich zur historischen Niederlage seiner Partei zu äußern. Auf die Frage nach den Gründen für den Personalwechsel antwortete er lediglich mit einem Wort: "Veränderung."

Doch die Richtung dieser Veränderung dürfte viele überraschen. Statt nach der Klatsche einen moderateren Kurs einzuschlagen, wie es Teile der Partei fordern, setzt Trump auf maximale Konfrontation. Auf dem Weg nach Mar-a-Lago bekräftigte er seine Entscheidung und nannte Miller einen "großartigen Kämpfer", der von Anfang an dabei gewesen sei. "Er ist sehr loyal. Er war jedes Jahr ein MVP."

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