Patriotismus-Debatte um Pete Hegseth: Wirbel um Import-Anzüge - Trumps Minister in der Kritik
Pete Hegseth steht erneut in der Kritik. Obwohl sich der US-Verteidigungsminister als Patriot gibt, kauft er im Ausland fabrizierte Anzüge. Auf diesen Widerspruch macht ein Modekritiker aufmerksam, der mit Kritik an Trumps Minister nicht spart.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Wirbel um Hegseths Anzüge
- Trumps Verteidigungsminister gibt sich als Patriot, trägt aber in Thailand gefertigte Anzüge
- Modeexperte kritisiert Hegseth scharf
Die Wahl ihrer Kleidung erregt bei Politikern meistens keine große Aufmerksamkeit. Doch Pete Hegseth hat es ebenso wie US-Präsident Donald Trump geschafft, mit seinen Anzügen auf der Plattform X zum Gesprächsthema zu werden. Ausgelöst durch ein paar Socken machte ein Experte für Herrenmode auf einen Widerspruch aufmerksam, der sich mit der Patriotismus-Inszenierung des Verteidigungsministers nicht verträgt.
Weitere Meldungen über die US-Regierung von Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.
Pete Hegseth inszeniert sich als Patriot – Modeexperte kritisiert Anzug-Werbung
Derek Guy, der unter @dieworkwear auf X über Männermode schreibt, hat einen Beitrag veröffentlicht, der die mit der US-Flagge bedruckten Socken von Hegseth mit den unbedruckten Socken eines anderen Mannes vergleicht. Daraufhin antwortete ein Nutzer: "Ja. Schön, einen patriotischen Amerikaner zu haben statt einen Pussy-Ass-Globalisten." Guy nahm dies zum Anlass, um klarzumachen, dass Trumps Minister selbst kein astreiner Patriot ist, weil seine Anzüge nicht in den USA gefertigt werden.
the world you grew up in no longer exists https://t.co/6G6L83itgf
— derek guy (@dieworkwear) November 5, 2026
"America First", aber Anzüge aus Thailand - Hegseths Widerspruch
Er verwies auf das Unternehmen Book a Tailor, von dem Hegseth seine Anzüge hat. Das bestätigte er vor längerer Zeit in einer Sendung von "Fox News". Diese Anzüge ließ er sich im Innenteil mit der US-Flagge bedrucken, wie er unter anderem in einem früheren Video zeigt. Guy mutmaßt, dass Hegseth für Sakko und Hose kein Geld bezahlen musste. "Ich vermute, dass er seine Kleidung kostenlos erhalten hat, im Austausch für diese Erwähnung bei Fox News. Der Unternehmensbesitzer hat in einem Interview bestätigt, dass ihre Anzüge in Thailand hergestellt werden", schrieb der Modekenner und verwies mit einem Screenshot auf den Chef von Book a Tailor.
Nachdem Hegseth das Unternehmen im Fernsehen bewarb, mussten drei US-Anzughersteller mit der Schließung rechnen. Arbeiter konnten eine Werkschließung verhindern. Zwei Unternehmen mussten aber aufgeben. Das kreidet er Hegseth an. "Statt US-amerikanischer Kleidung zu bewerben, hat Hegseth billige Importe beworben, die US-Hersteller unterbieten." An den Nutzer richtete er auch einen Kommentar. Darin schrieb er: "Du denkst nur, dass sie in den USA hergestellt werden, weil die Kleidung mit US-Flaggen bedruckt ist. Das liegt daran, dass du dich leichter von Spektakel als von Substanz beeindrucken lässt, weshalb dir diese Administration so aufregend erscheint."
Not true. Hegseth gets his clothes from a company called Book a Tailor, which he confirmed in a Fox News segment. I suspect he got his clothes for free in exchange for this mention on Fox News. The company owner confirmed in an interview that their suits are made in Thailand. In the time he since promoted this company, three US suit factories have faced closure. Instead of promoting US-made clothing, Hegseth promoted cheap imports that undercut US manufacturers. You only think they're made in the US because the clothes are plastered with US flags. This is because you are more easily impressed by spectacle than substance, which is why this administration is so exciting for you.
— derek guy (@dieworkwear) November 6, 2026
Bitterer Spott für Pete Hegseth
Dem Account ging es dabei vor allem um die Frage, wieso Hegseth eine Firma unterstützt, die im Ausland produzieren lässt, als in den USA ansässige Firmen. Mit den Einordnungen trifft er einen Nerv bei seiner Community. Viele greifen den Beitrag auf, um sich selbst kritisch zu äußern. Dabei muss Hegseth ein paar spöttische Reaktionen ertragen. "Lustig, dass er Größen trägt, die ihm zu klein sind, weil er einen französischen Schnitt ausprobieren will, aber es sieht einfach so aus, als hätte er Kinderkleidung vom Ständer gezogen", schrieb ein Nutzer. "Diese Trottel lieben es, billig und kitschig auszusehen", hieß es in einem Kommentar. "Das Tragen einer Flagge macht einen noch lange nicht patriotisch. Das ist so, als würde man an Halloween ein Kostüm tragen. Ich bin kein General in der Armee, nur weil ich mich wie einer kleide. Patriotisch ist man erst, wenn man das tut, was für die Menschen unseres Landes am besten ist", meinte eine Nutzerin.
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bos/news.de
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